Bonn

Bundesprüfstelle indiziert antisemitische Hetzseite

Foto: imago images/Ralph Peters

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat eine antisemitische Internetseite indiziert, die als »Online-Pranger« Namen von Juden veröffentlicht hat. Die Website enthalte »eine Liste, die Menschen jüdischen Glaubens und Menschen bzw. Institutionen aufführt, die sich für eine tolerante Gesellschaft einsetzen«, teilte der stellvertretende Vorsitzende der Bundesprüfstelle, Thomas Salzmann, am Freitag in Bonn mit.

Die Website ist inzwischen nicht mehr erreichbar. Reporter der Politmagazine »ARD report München«, »BR Kontrovers« und von »Zeit Online« hatten zu den Hintermännern der Seite recherchiert.

andersdenkende Nach Auffassung der Bundesprüfstelle (BPjM) haben »Online-Pranger« eine jugendgefährdende Wirkung. Sie zielten darauf ab, Menschen allein wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer religiösen Gemeinschaft als verachtenswert darzustellen und politisch Andersdenkende zu diffamieren. Dies habe eine verrohende Wirkung auf Kinder und Jugendliche, heißt es in einer auf der Homepage der BPjM veröffentlichten Mitteilung.

Es müsse aber in jedem Einzelfall geprüft werden, welche Kriterien für die Zusammenstellung der Namensliste zugrunde lagen und welche Botschaft sich aus dem Gesamtkontext ergebe, betonte die BPjM. Im konkreten Fall hatte das Gremium noch eine zweite Website indiziert, die personenbezogene Daten zur Dokumentation einer angeblich »systematischen und rechtswidrigen Islamisierung« veröffentlicht hatte.

Mit einer Indizierung durch die BPjM wird eine Internetseite in die nicht-öffentliche Liste jugendgefährdender Medien aufgenommen. Daraus ergeben sich gesetzliche Verbreitungs- und Werbeverbote. Bei einem Verstoß drohen Geldbußen.  dpa

Dialog

Zwischen Vatikan und Juden geht nach dem 7. Oktober kaum noch was

Seit Jahrhunderten ist das Verhältnis zwischen katholischer Kirche und Juden turbulent. Nach einem Zwischenhoch unter Johannes Paul II. kühlte es wieder ab. Und seit dem Gazakrieg nähert es sich einem neuen Tiefpunkt

von Ludwig Ring-Eifel  06.10.2026

Berlin: das Rote Rathaus mit Fernsehturm im Hintergrund

Glosse

Ein Coach berät die Berliner Linke

Unser Autor ist Psychologe, Coach und Berater. Der Linkspartei und ihrer Regierenden Bürgermeisterin in spe, Elif Eralp, hilft er kostenlos

von Louis Lewitan  06.10.2026

Düsseldorf

Nach Angriff auf Juden: Polizei veröffentlicht Fahndungsfoto

Die Tatverdächtigen sollen einen Mann verprügelt haben, weil der ein T-Shirt mit »IDF«-Schriftzug getragen hatte

 06.10.2026

Essay

Der 7. Oktober und das Ungeheuer

Damals ist das Ungeheuer namens Judenhass neu ausgebrochen und wütet seitdem mit einem Furor, dem wir fassungslos gegenüberstehen. Sein Appetit ist ungebrochen, und es wird täglich gefüttert

von Esther Schapira  06.10.2026

Aufruf

Buchpreis-Trägerin Shida Bazyar warnt vor AfD

Shida Bazyar ist mit dem diesjährigen Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden. In einem Vorab-Interview äußerte sie sich auch politisch

von Anita Hirschbeck  06.10.2026

Berlin

Mittel gegen Antisemitismus in Millionenhöhe bleiben liegen

Vor allem wegen der Nachwirkungen der »Fördergeldaffäre« konnten viele Gelder nicht mehr abgerufen werden. Projekte wurden aber auch strenger geprüft

 06.10.2026

Dritter Jahrestag des Terrorangriffs

Drei Jahre nach den Hamas-Massakern: Gedenkveranstaltungen in Berlin

Der Opfer des 7. Oktobers 2023 wird gedacht. Welche Kundgebungen sind geplant?

von Imanuel Marcus  06.10.2026

Meinung

Wenn Empörung den Blick verstellt

Eine Replik an Wolf Biermann

von Sacha Stawski  06.10.2026

Gesellschaft

Wadephul: Anstieg des Antisemitismus »katastrophale Fehlentwicklung«

Zugleich betonte er, dass Kritik an der israelischen Regierung weiter möglich sein müsse

 06.10.2026