Urteil

Bundesgerichtshof bestätigt Geldstrafen gegen Höcke

Björn Höcke, AfD-Fraktionschef im Thüringer Landtag Foto: picture alliance/dpa

Der Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzende Björn Höcke ist zu Recht wegen des Verwendens von Nazi-Parolen zu Geldstrafen in Höhe von 13.000 Euro und 16.900 Euro verurteilt worden. Das Landgericht Halle habe in nicht zu beanstandender Weise festgestellt, dass der AfD-Politiker auf zwei öffentlichen Veranstaltungen die verbotene Parole der Sturmabteilung (SA) der NSDAP »Alles für Deutschland« und »Alles für« gerufen hat, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe in zwei am Donnerstag bekanntgegebenen Beschlüssen. (AZ: 3 StR 484/24 und 3 StR 519/24)

Konkret ging es um eine Wahlveranstaltung der AfD am 29. Mai 2021 in Merseburg. Höcke hatte in einer Rede die Parole »Alles für Deutschland« gerufen. Das Landgericht Halle sah es in einem ersten Urteil vom 14. Mai 2024 als erwiesen an, dass der Politiker damit gegen das Verbot des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verstoßen hat. Höcke wurde zu einer Geldbuße in Höhe von 100 Tagessätzen zu je 130 Euro verurteilt.

Lesen Sie auch

Trotz der Geldstrafe rief Höcke am 12. Dezember 2023 als Redner auf einem »Stammtisch« der AfD in Gera »Alles für« und animierte sein Publikum, das Wort »Deutschland« zu ergänzen. Das Landgericht Halle verurteilte ihn daraufhin 2024 erneut zu einer Geldstrafe, diesmal zu 130 Tagessätzen zu je 130 Euro, insgesamt 16.900 Euro.

Die gegen die beiden Urteile eingelegten Revisionen wies der BGH nun zurück. Dass Höcke AfD-Abgeordneter im Thüringer Landtag ist, stehe einer strafrechtlichen Ahndung nicht entgegen. Denn er habe die Äußerungen nicht in seiner Stellung als Abgeordneter im Parlament gemacht. epd

Europäisches Parlament

»Auschwitz ist eine Fälschung«: Immunität aufgehoben

Der rechtsextreme Politiker Grzegorz Braun muss sich in gleich mehreren Strafverfahren vor Gericht verantworten, unter anderem wegen Holocaustleugnung

 27.03.2026

Drohung

Katz: Israel verstärkt Angriffe im Iran

Das Vorgehen des Militärs gegen das Mullah-Regime werde nun stärker ausfallen und auf zusätzliche Ziele und Bereiche ausgeweitet, sagt der israelische Verteidigungsminister

 27.03.2026

Berlin

Tausende Straftaten bei israelfeindlichen Demonstrationen

Gewalt- und Propaganda-Delikte sowie Volksverhetzung in Hunderten Fällen wurden registriert

 27.03.2026

Berlin

Demonstration gegen Auftritt von Francesca Albanese

»Wer das Existenzrecht Israels delegitimiert und Gräueltaten rechtfertigt, darf in Berlin keine unwidersprochene Bühne erhalten«, sagen die Organisatoren der Kundgebung

von Imanuel Marcus  27.03.2026

Essay

Keine Empathie für Israel, nirgends

Was mich an der deutschen Reaktion auf den Iran-Krieg irritiert

von Ralf Fücks  27.03.2026

Kommentar

Wie mit dem Völkerrecht Israel delegitimiert wird

Der Angriff auf den Iran sei eindeutig völkerrechtswidrig, sagen zahlreiche Experten. Sie machen es sich zu einfach. Denn es spricht viel dafür, dass Israel ein Recht auf präventive Selbstverteidigung hat

von Monika Polzin  27.03.2026

Berlin

Antisemitischer Angriff in Prenzlauer Berg

Das Opfer schrieb hebräische Texte in ein Buch. Der Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamts ermittelt

 27.03.2026

Analyse

Ist das wirklich nicht unser Krieg?

Ein atomar bewaffneter Iran wäre nicht nur ein Albtraum für Israel, sondern auch eine reale Bedrohung für Europa

von Roman Haller  27.03.2026

Jüdischer Wahlkämpfer

»Wer nicht kämpft, hat schon verloren«

David Rosenberg über den Wahlkampf in Rheinland-Pfalz, die Niederlage seiner Partei und warum er sich gerade als junger Jude weiter politisch engagieren will

von Mascha Malburg  27.03.2026