Brandenburg

Büttner hofft auf intensive Aktivitäten von Freundeskreis Israel

Andreas Büttner Foto: picture alliance/dpa

Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner setzt in der neuen Legislaturperiode auf intensivere Aktivitäten des 2018 gegründeten Freundeskreises Israel des Landtags.

In den vergangenen Jahren hätten »viele Vorhaben, bedingt durch die Corona-Pandemie, nicht wie gewünscht realisiert werden« können, sagte Büttner dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Potsdam: »Es wäre nun eine große Chance, diese wichtigen Projekte wieder aufzugreifen und fortzusetzen.« Dazu gehörten eine Delegationsreise von Abgeordneten mit jungen Menschen nach Israel, Diskussionsveranstaltungen und öffentliche Aktionen zur Unterstützung der Freundschaft mit dem Land, sagte Büttner. Der Freundeskreis will nach eigenen Angaben Antisemitismus, Antizionismus und Rassismus in jeglicher Form entgegentreten.

Er hoffe, »dass es bald einen neuen, engagierten Vorstand gibt, der die Arbeit des Freundeskreises kraftvoll vorantreibt«, sagte Büttner, der zuletzt gemeinsam mit dem CDU-Abgeordneten Ingo Senftleben den Vorsitz innehatte. Senftleben gehört dem neuen Landtag nicht mehr an. Büttner hatte sein Abgeordnetenmandat bereits im Juni zur Übernahme des Amtes als Antisemitismusbeauftragter niedergelegt. Von den drei weiteren bisherigen Vorstandsmitgliedern gehört nur noch der SPD-Abgeordnete Björn Lüttmann dem neuen Landtag an. Die Abgeordneten Petra Budke (Grüne) und Peter Vida (Freie Wähler) verloren ihre Mandate. Auch die vorherigen Vorsitzenden, die CDU-Politikerin Barbara Richstein und die Linken-Politikerin Andrea Johlige, gehören dem Landtag nicht mehr an.

Der Freundeskreis Israel stehe vor einer neuen Phase, da sich das Parlament neu konstituieren müsse, betonte Büttner: »Die neu gewählten Abgeordneten werden entscheiden, wie es mit dem Freundeskreis weitergeht und wie seine zukünftige Ausrichtung gestaltet wird.« Er würde es besonders begrüßen, wenn auch die Abgeordneten, die nicht mehr Mitglied des Landtags sind, weiterhin aktiv im Freundeskreis mitarbeiten, sagte der Antisemitismusbeauftragte. Dies sei durch die Satzung geregelt. Er hoffe, dass auch neue Abgeordnete »dem Freundeskreis beitreten und so für frischen Wind sorgen«. Die endgültige Entscheidung darüber liege jedoch bei den Abgeordneten.

»Als Beauftragter zur Bekämpfung des Antisemitismus im Land Brandenburg wünsche ich mir eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis«, sagte Büttner: »Ich bleibe selbstverständlich Mitglied und biete meine Unterstützung und Kooperation ausdrücklich an.« epd

Anschlagsvorbereitungen in Deutschland

Auswärtiges Amt bestellt iranischen Botschafter ein

Zwei Männer haben im Auftrag Teherans jüdische und israelische Ziele in Deutschland für Anschläge ausgespäht. Nach ihrer Verurteilung in Hamburg vor wenigen Tagen reagiert das Außenministerium in Berlin

 19.10.2026

Nachruf

Hermann »Mano« Höllenreiner ist tot

Mit neun Jahren wird er nach Auschwitz deportiert. Später wird er unermüdlicher Mahner gegen das Vergessen

 19.10.2026

London

Israel-Unterstützerin gerät wegen ihres Engagements ins Visier der Polizei

Holly Passmore wurde nach einem Aufenthalt in Israel von zwei Polizisten befragt

 19.10.2026

Berlin

Zwei Parteien in Berlin entscheiden über Koalitionsgespräche

Nach teils zähen Sondierungen entscheiden Grüne und SPD in Berlin über Koalitionsgespräche mit der Linken. Aber aus den Reihen der Sozialdemokraten gibt es Zweifel und Kritik, auch aufgrund der Antisemitismus-Skandale bei der Linkspartei

 19.10.2026

Berlin

Weimer: Linkspartei öffnet Antisemitismus »Tür und Tor«

Der Kulturstaatsminister fördert die Aufarbeitung des NS-Terrors und des Unrechts in der DDR. Mit einem möglichen rot-grün-roten Senat sieht er die Erinnerungspolitik in Gefahr

 19.10.2026

Sofia

Bombendrohung: Austrian-Airlines-Flugzeug muss auf dem Weg von Tel Aviv nach Wien notlanden

Auf dem Flug von Tel Aviv nach Wien ändert eine Maschine der Austrian Airlines plötzlich ihre Route. Der Grund ist schwerwiegend

 19.10.2026

Kommentar

»Wir sind keine Juden«: Die hässliche Fratze der französischen Krawalle

Es zeigt sich eine Querfront der Aggression, bei der sozialer Frust, postkolonialer Opfermythos und tiefsitzender Judenhass verschmelzen

von Ute Cohen  19.10.2026

Analyse

Hält Israels Brandmauer zur AfD?

Die deutsche Rechtsaußen-Partei wird von der israelischen Regierung boykottiert. Ein prominenter AfD-Politiker versucht nun, das zu ändern

von Joshua Schultheis  18.10.2026

JU-Deutschlandtag

Brandmauer nach links: Union attackiert Rot-Grün-Rot

Die Vorbereitung eines Linksbündnisses in Berlin wird von CDU und CSU scharf kritisiert. Auf dem Deutschlandtag der Jungen Union werden konkrete Konsequenzen gefordert - auch die nach einer neuen Brandmauer

 18.10.2026