Nachrichten

Botschafter, Freispruch, Unesco

Christoph Heusgen, deutscher Botschafter bei den Vereinten Nationen Foto: imago images/Le Pictorium

Heusgen in Schutz genommen
Israels Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, hat den deutschen Botschafter bei den Vereinten Nationen, Christoph Heusgen, gegen Antisemitismusvorwürfe in Schutz genommen. »Wir mögen manchmal Differenzen in politischen Fragen haben. Aber das heißt nicht, dass jemand antisemitisch ist, wenn er nicht mit uns einer Meinung ist«, sagte Issacharoff der Deutschen Presse-Agentur. Heusgen war vom Simon-Wiesenthal-Zentrum auf dessen jährliche Rangliste der zehn schlimmsten antisemitischen Entgleisungen gesetzt worden.  dpa

Seehofer zu Rechtsextremismus
Bundesinnenminister Horst Seehofer hat auf das große Potenzial rechtsextremer Gewalttäter in Deutschland hingewiesen. Mittlerweile habe die Hälfte der politisch motivierten Körperverletzungen ihre Ursache im rechtsextremen Bereich, sagte der CSU-Politiker am Dienstag in Berlin. »Neben dieser hässlichen Blutspur beginnend von NSU bis Halle, haben wir immer wieder darauf hingewiesen, dass nach unserer Einschätzung mindestens 12.000 Personen in Deutschland leben, die potenziell im rechten Bereich gewaltbereit sind.« Im November hatte der Bundestag dem Bundeskriminalamt und dem Verfassungsschutz in diesem Zusammenhang 600 neue Stellen bewilligt.  dpa/ja

Brunner-Akten freigegeben
Das Bundesamt für Verfassungsschutz muss die Akte des NS-Verbrechers Alois Brunner in Teilen freigeben. Das entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Mittwoch vergangener Woche. Ein »Bild«-Redakteur hatte Einsicht in die Akte beantragt. Nach seiner Enttarnung 1954 hatte sich Brunner nach Damaskus abgesetzt. »Bild« wollte unter anderem in Erfahrung bringen, warum sich Brunner einer Verhaftung und einem Prozess entziehen konnte.  epd

»Die Jüdische« freigesprochen
Das Landesgericht Wien hat die Verleumdungsklage eines rechten Burschenschafters gegen Samuel Laster, den Betreiber der Online-Plattform »Die Jüdische«, abgeschmettert. Frederick Rösch, Mitglied der deutschnationalen Gothia-Verbindung, hatte gegen Laster geklagt, weil dieser einen satirischen Artikel über Rösch, »Der wackere Frederick«, veröffentlicht hatte. Auslöser des Artikels war eine Szene vom 24. Januar, als Rösch Demonstranten gegen die damalige ÖVP-FPÖ-Regierung die ausgestreckte Hand entgegenhielt. In dem umstrittenen Artikel stand, dass man darin »mit viel bösem Willen einen Hitlergruß erblicken« könne. Nach der Aktion hatte Rösch seinen Job im damals vom heutigen FPÖ-Chef Norbert Hofer geführten Verkehrsministerium verloren und wurde auch aus der FPÖ ausgeschlossen.  mth

Ukrainischer Diplomat wieder im Amt
Ein wegen antisemitischer Äußerungen entlassener Diplomat aus der Ukraine darf seinen Dienst in Kiew wieder aufnehmen. Das Berufungsgericht sah in seinen Äußerungen keinen Verstoß gegen den Eid von Staatsbediensteten, wie ukrainische Medien am Dienstag berichteten. Der Diplomat hatte bis zum vergangenen Jahr im ukrainischen Konsulat in Hamburg gearbeitet. Nach dem Bekanntwerden von jahrelangen judenfeindlichen Äußerungen und der Leugnung des Holocausts in Facebook-Beiträgen war er im Mai 2018 zunächst suspendiert und dann entlassen worden.  kna

Unesco gegen Hass-Karneval
Die Unesco hat den jährlichen Karnevalsumzug der belgischen Stadt Aalst wegen wiederholter »rassistischer und antisemitischer Darstellungen« von der Liste des Immateriellen Kulturerbes gestrichen. Im März wurden auf einem Festwagen orthodoxe Juden mit Hakennasen, auf Geldsäcken stehend und von Ratten umgeben, gezeigt.  ja

Mélenchon: Likud ist schuld
Der Vorsitzende der linken Bewegung LFI in Frankreich, Jean-Luc Mélenchon, erklärt die Wahlniederlage der britischen Labour Party damit, dass diese sich trotz der »diversen Einflussnetzwerke des Likud« gegen »groteske Antisemitismusvorwürfe« gewehrt habe. Dem jüdischen Dachverband in Frankreich CRIF warf Mélenchon vor, »Zarenerlasse« zu verhängen.  ja

Militär

Bundeswehr und IDF wollen enger zusammenarbeiten

Bei einem Besuch in Israel vereinbaren Vertreter der Bundeswehr eine engere Kooperation mit Israels Armee. Deutschland will dabei auch etwas über die Integration von Frauen ins Militär lernen

 20.02.2026

Stuttgart

Merz schließt AfD als Option kategorisch aus

In Teilen der CDU liebäugeln manche damit, ob nicht doch auch die AfD ein Partner werden könnte. Der Parteichef zieht eine deutliche rote Linie

 20.02.2026

Berlin

Auswärtiges Amt: Deutsche sollen Iran verlassen

Die Bundesregierung warnt Deutsche im Iran erneut vor einer möglichen Eskalation. Noch gebe es Ausreisemöglichkeiten zu Lande und mit Flugzeugen

 20.02.2026

Düsseldorf

Jetzt auch Wirbel um Jobs bei AfD-Abgeordneten in NRW

Minijobs für eine 85-Jährige und die Frau eines Lokalpolitikers: Jetzt geraten auch AfD-Abgeordnete in NRW in die Vetternwirtschafts-Debatte

 20.02.2026

»Mit eigener Stimme«

Braunschweig zeigt Ausstellung zum 75. Jubiläum des Zentralrates der Juden

1950 in Frankfurt gegründet, steht die jüdische Dachorganisation seit mehr als 75 Jahren für jüdisches Leben in Deutschland. Das Städtische Museum widmet ihm nun eine bundesweit einzigartige Schau

 20.02.2026

London

Starmer verweigert US-Zugriff auf britische Stützpunkte für möglichen Iran-Angriff

Die Nutzung des strategisch wichtigen Stützpunkts Diego Garcia ist Teil der US-Pläne für einen möglichen Angriff. Dieser darf jedoch nur mit Zustimmung der britischen Regierung genutzt werden

 20.02.2026

Kampala

50 Jahre nach Operation in Entebbe: Uganda baut Statue für Joni Netanjahu

Der ungandische Verteidungsminister Muhoozi Kainerugaba kündigt das Vorhaben an. Der Bruder des heutigen Ministerpräsidenten Netanjahu fiel bei der »Operation Thunderbolt« 1976 in Entebbe

von Imanuel Marcus  20.02.2026

Andrews-Luftwaffenbasis

Zehn Tage bis zwei Wochen: Trump setzt Iran Frist

»Sie müssen ein Abkommen schließen. Wenn das nicht passiert, werden schlimme Dinge geschehen«, sagt der amerikanische Präsident

 20.02.2026

Washington D.C./Gaza

Trotz Milliardenzusage: Zweifel an Trumps Gaza-Friedensplan

Der US-Präsident hat Milliardenhilfen seines umstrittenen Friedensrats für Gaza angekündigt. Doch die Frage der Entwaffnung der Hamas bleibt ungelöst. Und die Terroristen haben eigene Forderungen

 20.02.2026