Gelsenkirchen

Bewährungsstrafe für 20-Jährigen wegen Volksverhetzung

Vor der Synagoge in Gelsenkirchen brüllte ein Mob im Mai antisemitische Parolen. Foto: imago images/RHR-Foto

Ein halbes Jahr nach dem Aufmarsch israelfeindlicher Demonstranten vor der Synagoge in Gelsenkirchen, bei der von mehreren Teilnehmern antisemitische Parolen gebrüllt wurden, hat das Amtsgericht der Stadt erneut einen Mann wegen Volksverhetzung verurteilt.

Der 20-Jährige mit libanesischen Wurzeln wurde zur einer siebenmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt und muss zudem 3000 Euro an die jüdische Gemeinde in Gelsenkirchen zahlen, in sechs Raten von je 500 Euro. Das berichtete die »Westdeutsche Zeitung«.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Bei der Demonstration waren am 12. Mai etwa 180 Menschen vor das jüdische Gotteshaus gezogen. Anlass war der Konflikt in Gaza. Anfang Oktober wurde bereits in einem separaten Verfahren ein 30-jähriger Mann vom Amtsgericht Gelsenkirchen wegen Volksverhetzung, Körperverletzung, Widerstands gegen Vollzugsbeamte, Betrugs und anderer Delikte verurteilt. Der Direktor des Amtsgerichts, Mathias Kirsten, erklärte damals, die Hassparolen vor der Synagoge hätten die jüdische Gemeinde »verängstigt«.

Unterdessen kam es diese Woche zu einem Aufmarsch der anderen Art. Anhänger des Fußball-Zweitligisten Schalke 04 zogen vor die Synagoge in Gelsenkirchen, um der Novemberpogrome von 1938 und der ermordeten Juden in der Stadt zu gedenken. Die Demokratische Initiative Gelsenkirchen hatte dazu aufgerufen. mth

Nahost

Trump über Iran: »Es gibt praktisch nichts mehr zum Angreifen«

Israels Verteidigungsminister hat Hoffnungen auf ein rasches Ende des Iran-Kriegs gerade erst eine Absage erteilt - nun sendet der US-Präsident erneut andere Signale

 11.03.2026

Großbritannien

London scheitert erneut mit Anklage gegen Kneecap-Rapper

Weil er bei einem Konzert eine Flagge der Hisbollah geschwenkt haben soll, wurde Rapper Mo Chara wegen Terrorismusvorwürfen angeklagt. Doch ein Formfehler lässt den Prozess scheitern

 11.03.2026

Doha

Wadephul: Weitere 93 Millionen Euro für humanitäre Hilfe

Der deutsche Außenminister ist vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs auf Krisenreise in der Golfregion. Um das Leid der Menschen zu mildern, stockt die Bundesrepublik ihre Unterstützungsgelder auf

 11.03.2026

Krieg

USA: Am Dienstag fast stündlich Angriffswellen auf den Iran

Die USA greifen seit mehr als einer Woche Ziele im Iran an. Am Dienstag hatte der US-Verteidigungsminister besonders harte Angriffe angekündigt. Nun äußert sich das US-Militär in einem Update dazu

 11.03.2026

Burg

Lehrer berichten in Buch aus Schulalltag mit Nazi-Parolen

»Es interessiert kaum jemanden«: Zwei Lehrer schlagen Alarm wegen rechter Ideologien an einer Schule in Brandenburg. In ihrem Buch »Rechtsruck im Klassenzimmer« geht es um mehr als Kritik am Wegsehen

von Monika Wendel  11.03.2026

Brüssel

EU verhängt weitere Iran-Sanktionen

Dem aktuellen Iran-Krieg ging die brutale Niederschlagung von regierungskritischen Protesten voraus. Die EU verschärft jetzt die Sanktionen und nennt eine konkrete Opferzahl

 11.03.2026

Lanz und Precht

»Irgendwie so bombt man sich das Ganze am Ende zurecht«

In ihrem wöchentlichen Podcast versuchen sich Talkmaster Markus Lanz und Philosoph Richard David Precht an einer Analyse der Hintergründe des Irankriegs – und scheitern gewaltig

von Michael Thaidigsmann  11.03.2026

Madrid

Spanien beruft seine Botschafterin in Israel ab

Die Sánchez-Regierung zieht Konsequenzen im Streit mit Israel: Die Botschafterin wird abberufen. Wie es dazu kam und welche politischen Konflikte dahinterstehen

 11.03.2026

Meinung

Jüdisches Leben gehört zum Ländle

Nach der Wahl in Baden-Württemberg kann die jüdische Gemeinschaft darauf vertrauen, auch künftig einen zuverlässigen Partner in der Landesregierung zu haben. Einzig das gute Abschneiden der AfD bereitet Sorgen

von Barbara Traub  11.03.2026