Jugend

Berater: »Starke Verjüngung« der Islamisten-Szene

Die allermeisten Jugendlichen zwischen 13 bis 19 radikalisierten sich im Internet Foto: IMAGO/Hanno Bode

Eine »starke Verjüngung« der Islamisten-Szene in Deutschland beobachten Fachleute. »Unsere Beratungszahlen haben sich im letzten Jahr vervierfacht; dabei handelt es sich durchweg um Minderjährige«, sagte der Geschäftsführer von »Violence Prevention Network«, Thomas Mücke, am Mittwoch in Berlin. Dies sei seit dem islamistischen Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 festzustellen.

Die allermeisten Jugendlichen zwischen 13 bis 19 radikalisierten sich im Internet. Dies sei anders als etwa noch vor zehn Jahren, als der direkte Kontakt zu radikalisierten Personen etwa in Moscheen eine Rolle gespielt habe, sagte Mücke.

Ob IS oder andere Terrorgruppen: Die unterschiedlichen Ideologien der extremistischen Gruppen seien hierbei unwesentlich. »Die Jugendlichen schauen sich nicht die unterschiedlichen Strömungen an, sie packen alles zusammen und leben ihre Gewaltfantasien«, so Mücke. »Mobilisierungsmotor ist der Nahostkonflikt. Das wird uns noch lange beschäftigen.«

Gewaltfantasien werden ausgelebt

Plattformen müssten daher in die Pflicht genommen werden, Hass und Gewaltäußerungen stärker zu regulieren, forderte der Experte. Zudem sollten Eltern sensibilisiert werden, mehr darauf zu achten, wo sich Kinder und Jugendliche im Internet bewegen. Wachsam sein sollte das soziale Umfeld vor allem bei Pauschalisierungen wie »Muslime werden weltweit verfolgt«.

Zu einer Deradikalisierung beizutragen sei im Internet sehr schwierig und »findet viel eher offline als online statt«, sagte Mücke weiter. Deshalb müssten auch Lehrkräfte stärker in die Lage versetzt werden, Diskurse zu führen und auch »schwierige Narrative, die Schüler erzählen, erst einmal auszuhalten.«

Bei antisemitischen Äußerungen, mit denen er und andere Berater oft zu tun hätten, gelte es, immer wieder darauf hinzuweisen, was für Verbrechen die Hamas begangen hat. »Das blenden die radikalisierten Jugendlichen aus. Sie schauen sich nur die Bilder vom Gaza-Krieg nach dem 7. Oktober an.«

Rechtsterrorismus

NSU-Unterstützerin Susann E. zu zwei Jahren Haft verurteilt

Im Prozess gegen Susann E. in Dresden ist das Urteil gesprochen. Weil sie der NSU-Terroristin Beate Zschäpe mit ihrem Ausweis und ihrer Krankenkassenkarte aushalf, wurde sie verurteilt. In Haft muss sich nicht.

 17.07.2026

Kommentar

Absage an Danger Dan und Igor Levit: Das ZDF hat absolut richtig gehandelt

Nicht alles, was nicht justiziabel ist, muss auch gesendet werden. Schon gar nicht unverhohlene Aufrufe zur linksextremen Gewalt und Verherrlichung der »Hammerbande«-Terroristen

von Philipp Peyman Engel  17.07.2026

Frankfurt am Main

»Widerstand ist Völkerrecht«-Demo darf stattfinden

Laut Staatsanwaltschaft liegt trotz des Demo-Mottos »Palästina darf sich wehren, auch mit Steinen und mit Gewehren« keine Volksverhetzung vor

 17.07.2026

Mainz

»Mutlos«: »Anstalt« reagiert auf Ausladung von Danger Dan

Die Macher der Satiresendung kritisieren die Entscheidung des ZDF deutlich. Auch der Musiker selbst meldet sich nochmal zu Wort - es geht auch um das Thema Gewalt

 17.07.2026

Berlin

SPD-Arbeitskreis fordert Ende deutscher Blockade gegen EU-Kurs zu Israel

»Es ist nicht glaubwürdig, wenn deutsche Waffen dazu dienen, die humanitäre Katastrophe zu verlängern«, sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner

 17.07.2026

Washington D.C.

Trump-Nachfolge: Juden wenden sich von Vance ab, setzen auf Rubio

Zu den Gründen für den Vertrauensverlust gehören Vorstöße Vances gegen israelische Regierungsvertreter. Rubio hingegen hat schon immer Unterstützung für Israel gezeigt

 17.07.2026

Reform

Die Rente ist sicher

Trotz Stimmungstief in Deutschland: Die Vorschläge der Alterssicherungskommission weisen in die richtige Richtung

von Ayala Goldmann  17.07.2026

TV

Danger Dan contra ZDF: Ein Songtext und seine Folgen

Die Satiresendung »Die Anstalt« beschäftigt sich mit Radikalisierung. Der Rapper Danger Dan, der sich seit Jahren gegen Rechtsextremismus engagiert, sollte auftreten. Doch das ZDF lädt ihn aus

 17.07.2026

Budva

Israelis in Montenegro attackiert: Opfer berichtet von gebrochenem Kiefer

Einer der betroffenen Touristen: »Sie beschimpften uns, traten uns und warfen Stühle nach uns.«

 17.07.2026