Antiziganismus

Bekämpfung der Diskriminierung von Sinti und Roma gefordert

Dr. Guillermo Ruiz Torres, Leitung der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus/Bund, Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, auf einer Pressekonferenz in Berlin im September 2023 Foto: picture alliance / Metodi Popow

Am Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma fordert die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus mehr Einsatz gegen die Diskriminierung der Minderheit. Insbesondere angesichts des aktuellen Rechtsrucks in Europa solle der Gedenktag eine Mahnung sein, erklärte die Meldestelle am Freitag in Berlin.

Antiziganismus halte an und sei tief in der Gesellschaft verankert. Daher sei dessen Bekämpfung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, müsse aber auch auf höchster politischer Ebene angegangen werden. Zudem brauche es mehr Aufklärungsarbeit in Schulen.

Sinti und Roma erleben europaweit Ausgrenzung

Sinti und Roma seien täglich von antiziganistischen Anfeindungen betroffen, sagte der Geschäftsführer der Meldestelle, Guillermo Ruiz Torres. Angehörige der Minderheit erlebten europaweit Ausgrenzung in jedem Lebensbereich, sei es im Bildungssystem, bei der Arbeitssuche, in Ämtern oder auf dem Wohnungsmarkt.

In Deutschland registrierte die Meldestelle für das vergangene Jahr 1.233 antiziganistische Vorfälle. Das Bundeskriminalamt erfasste 171 gegen Sinti und Roma gerichtete Straftaten.

Gedenktag besteht seit acht Jahren

Vor 80 Jahren waren am 2. August 1944 im NS-Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau die letzten 4.300 inhaftierten Sinti und Roma in den Gaskammern ermordet worden. Seit 2015 ist der 2. August der Europäische Holocaust-Gedenktag für die Minderheit. Im Holocaust wurden auch eine halbe Million Sinti und Roma vernichtet. kna

Berlin

SPD für Koalition mit Linken und Grünen

Nach den erfolgreichen Sondierungen in Berlin sind nun die Parteigremien gefragt. Zuerst gab die SPD grünes Licht für Koalitionsverhandlungen

 19.10.2026

Elif Eralp

Meinung

Sprengsatz im Berliner Kessel

Was brodelt in der Berliner Linken – und warum wollen SPD und Grüne mit ihr regieren?

von Peter Hesse  19.10.2026

Israel

Benny Gantz steigt aus dem Wahlkampf aus

Benny Gantz’ Bündnis Blau-Weiß drohte, an der Hürde für den Parlamentseinzug zu scheitern. Nun will der Oppositionspolitiker Berichten zufolge nicht mehr antreten.

 19.10.2026

Dave Rich

»Jüdische Studierende schweigen oft«

Der Antisemitismus-Experte über zunehmenden Judenhass an Universitäten, mangelnde Sicherheit im Alltag und die extreme Rechte in Großbritannien

von Nicole Dreyfus  19.10.2026

Diether Dehm

Nach Auftritt mit Höcke

Strafbefehl gegen Diether Dehm wegen SA-Parole

Björn Höcke wurde wegen der Verwendung der Parole »Alles für Deutschland« bereits rechtskräftig verurteilt. In einem Interview mit dem AfD-Mann wiederholte der frühere Linken-Politiker Diether Dehm diese Worte und soll dafür nun 9000 Euro zahlen

 19.10.2026

Frankreich

Dobrindt warnt vor Bündnis aus Linksextremisten und radikalen Migrantenmilieus

Der Bundesinnenminister sieht in den gewaltsamen Ausschreitungen in Frankreich eine Gefahr, die auch Deutschland betreffen könnte

 19.10.2026

Anschlagsvorbereitungen

Auswärtiges Amt bestellt iranischen Botschafter ein

Zwei Männer haben im Auftrag Teherans jüdische und israelische Ziele in Deutschland für Anschläge ausgespäht. Nach ihrer Verurteilung in Hamburg vor wenigen Tagen reagiert das Außenministerium in Berlin

 19.10.2026

Nachruf

Hermann »Mano« Höllenreiner ist tot

Mit neun Jahren wird er nach Auschwitz deportiert. Später wird er unermüdlicher Mahner gegen das Vergessen

 19.10.2026

London

Israel-Unterstützerin gerät wegen ihres Engagements ins Visier der Polizei

Holly Passmore wurde nach einem Aufenthalt in Israel von zwei Polizisten befragt

 19.10.2026