Nahost

Auswärtiges Amt ruft zu Besonnenheit auf

Auswärtiges Amt in Berlin Foto: dpa

Das Auswärtige Amt hat nach einem tödlichen Angriff auf einen iranischen Atomwissenschaftler Besonnenheit angemahnt.

Man rufe »alle Beteiligten eindringlich auf, von Schritten abzusehen, die zu einer weiteren Eskalation der Lage führen könnten«, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Samstag den Zeitungen der Funke Mediengruppe mit Blick auf mögliche Verhandlungen zu Irans Atomprogramm.

Erkenntnisse Zwar habe man noch keine eigenen Erkenntnisse zu dem Vorfall, klar sei aber, »dass die Tötung von Mohsen Fachrisadeh die Lage in der Region erneut zuspitzt – in einer Zeit, in der wir gerade eine solche Eskalation überhaupt nicht gebrauchen können«.

Irans Außenminister Dschawad Sarif hatte auf Twitter insbesondere die Europäer aufgerufen, »ihre beschämenden Doppelstandards aufzugeben und diesen Akt des Staatsterrors zu verurteilen«. Darauf ging Maas nicht ein.

Der Iran macht Israel und die USA für den Mordanschlag verantwortlich.

Auch UN-Generalsekretär António Guterres mahnte nach dem Anschlag zur Mäßigung. »Wir fordern Zurückhaltung und sehen es als notwendig an, dass Maßnahmen vermieden werden, die zu einer Eskalation der Spannungen in der Region führen könnten«, sagte ein UN-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Freitag (Ortszeit) in New York.

Mohsen Fachrisadeh war am Freitag nach Angaben der iranischen Regierung in seinem Auto angeschossen und so schwer verletzt worden, dass er kurz darauf in einem Krankenhaus starb. Der Iran macht Israel und die USA für den Mordanschlag verantwortlich.

Atomprogramm US-Präsident Donald Trump hatte ein internationales Abkommen mit dem Iran über das iranische Atomprogramm aufgekündigt und Wirtschaftssanktionen gegen Teheran verhängt.

Iranische Beobachter sahen in dem Anschlag auch einen Versuch Israels und der abgewählten Regierung Trumps, einen Neuanfang der Beziehungen zwischen Teheran und Washington unter Trumps designiertem Nachfolger Joe Biden zu torpedieren. Wer hinter dem tödlichen Angriff steckt, ist noch unklar. dpa

In einer vorherigen Version des Artikels hieß es, dass die Zitate von Außenminister Heiko Maas persönlich stammen. Dies ist nicht korrekt. Wir haben die betreffende Stelle korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Teheran

Bilder von Leichensäcken im Iran sorgen für Entsetzen

Vor dem Hintergrund der Proteste hat die Führung im Iran eine Internetsperre über das Land gelegt. Trotzdem dringen Videos, Bilder und Berichte nach außen, die Schlimmes vermuten lassen

 13.01.2026

Proteste

»Hilfe kommt«: Trump ruft Iraner zum Umsturz auf

Der US-Präsident ruft die Demonstranten dazu auf, das Mullah-Regime zu stürzen

 13.01.2026

Pro & Contra

Braucht es die Wehrpflicht?

Ja, sagt Claudia B. Berger: »Wir alle sind aufgerufen, uns in die Gesellschaft einzubringen.« Nein, findet Johannes Baranski: »Wer soll diese Aufgaben in diesem Ausmaß übernehmen?«

von Claudia B. Berger, Johannes Baranski  13.01.2026

Bad Staffelstein

Söder wünscht sich mehr Unterstützung für Proteste im Iran

»Nicht nur ›Free Palestine‹«: Auf der Klausur der CSU-Landtagsfraktion denkt der Parteichef nicht allein über die bayerische und deutsche Politik nach. Auch die Geschehnisse in Teheran treiben ihn um

 13.01.2026

Berlin

Für die Hisbollah gekämpft? Angeklagter bestreitet Vorwurf

Er soll in den Libanon gereist sein, um sich von der Miliz an Schuss- und Kriegswaffen ausbilden zu lassen. Auch an Gefechten soll er teilgenommen haben. Der Berliner liefert eine andere Erklärung

 13.01.2026

Nahost-Konflikt

Uni Jena lädt umstrittenen Publizisten Hoban wieder aus

Ein Vortrag des Vorsitzenden des unter Extremismusverdacht stehenden Vereins »Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost« an der Uni Jena ist abgesagt worden. Ein weiterer Vortrag wird verschoben. Studierende reagierten unterschiedlich

von Matthias Thüsing  13.01.2026

Proteste im Iran

Merz rechnet mit baldigem Ende der iranischen Staatsführung

Kanzler Merz hat die Gewalt gegen friedliche Demonstranten im Iran bereits gestern mit scharfen Worten verurteilt. Jetzt geht er noch einen Schritt weiter

 13.01.2026

Erinnerungskultur

Bund fördert Projekte zu NS-Zeit und deutscher Teilung

Der Bund fördert in den kommenden Jahren neue Projekte in Gedenkstätten

 13.01.2026

Düsseldorf

Kunstakademie hält an Veranstaltung mit Terror-Sympathisantin fest

Das Jüdische Forum der CDU in NRW fordert die Streichung einer Veranstaltung mit Basma al-Sharif. Die Kunstakademie weist dies zurück und beruft sich auf die »international anerkannte künstlerische Arbeit« der Palästinenserin

von Imanuel Marcus  13.01.2026