Nach Mord an Walter Lübcke

Auschwitz Komitee fordert konsequentes Durchgreifen

Trauergottesdienst für den ermordeten Walter Lübcke Foto: dpa

Das Internationale Auschwitz Komitee fordert nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) ein konsequentes Durchgreifen der Sicherheitsbehörden gegen die rechte Szene.

Pflicht Alle staatlichen Institutionen, vom Verfassungsschutz bis hin zur Polizei, seien jetzt in der Pflicht, ihre internen und externen Erkenntnisse über rechtsextreme Gruppen und Personen öffentlich zu machen, erklärte das Komitee am Samstag in Berlin.

Die Überlebenden der Schoa reagierten mit großer Verunsicherung und Beunruhigung auf die Nachrichten aus Deutschland und fragten sich, ob angesichts von allzu viel schläfrigem Selbstbewusstsein in Politik und Gesellschaft das massiv gewachsene Potenzial rechten Hasses und rechter Gewalt nicht viel zu lange verharmlost und unterschätzt worden ist, hieß es weiter.

Die jüdische Welt Europas sei längst im Fokus dieses Hasses, dem jetzt auch zunehmend Politiker zum Opfer fielen.

Hass »In diesen Tagen geht es wirklich um eine neue Qualität dieses Hasses und der rechtsextremen Gefahr in Deutschland, auf dessen demokratische Verlässlichkeit und Stabilität Auschwitz Überlebende immer noch bauen«, erklärte der Exekutiv Vizepräsident des Auschwitz Komitees, Christoph Heubner.

»So wie es jetzt für alle demokratischen Kräfte auch darum geht, die AfD nicht aus ihrer Verantwortung für den Aggressionsprozess in Deutschland zu entlassen, so sehr erwarten die Überlebenden jetzt von allen Bürgern Deutschlands den von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) angekündigten ›Biss der Demokratie‹.«  epd

Meinung

Sich als Opfer ermächtigen

Deutsche Intellektuelle schwafeln über die angeblichen Lehren aus deutscher Kriegserfahrung

von Achim Doerfer  22.05.2022

Diplomatie

Kulturstaatsministerin Roth zu Antrittsbesuch in Israel

Grünen-Politikerin besuchte am Sonntag Yad Vashem. Treffen mit Künstlern und Vertretern deutscher Stiftungen geplant

 22.05.2022 Aktualisiert

Prävention

»Das Thema drängt«

Marlene Schönberger über Antisemitismus, politische Bildung und die Stärkung der Demokratie

von Joshua Schultheis  20.05.2022

Katar

Geldkoffer aus dem Golfstaat

Mit Öl- und Gasdollars erkauft sich das Emirat Einfluss in aller Welt. Auch im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern mischt es kräftig mit

von Ralf Balke  20.05.2022

70 Jahre Luxemburger Abkommen

Unmögliche Wiedergutmachung

Dokumentarfilm »Reckonings« beleuchtet schwierige Geschichte hinter deutscher Entschädigung für NS-Verbrechen

von Gernot Wolfram  19.05.2022

Abraham Geiger Kolleg

Anwaltskanzlei untersucht weitere jüdische Institutionen

Nach Vorwürfen sexualisierter Belästigung: Auch Allgemeine Rabbinerkonferenz und Zacharias Frankel Kolleg stimmen Überprüfung zu

 19.05.2022 Aktualisiert

Sachsenhausen-Prozess

»Lehrstück über Verbrechen, Politik und Justizgeschichte«

Nebenklage-Vertreter im Verfahren gegen früheren KZ-Wachmann wirft Justiz vor, Pflichten nicht nachgekommen zu sein

 19.05.2022

Paul-Spiegel-Preis

Zentralrat der Juden ehrt Tennis Borussia

Am 3. Juli soll Auszeichnung an TeBe und die 2020 ausgezeichnete Initiative »Omas gegen Rechts« verliehen werden

 19.05.2022

Radikalisierung

Die Desinformierer

Wie der Hang zu Verschwörungsideologien die Medienlandschaft verändert

von Matthias Meisner  19.05.2022