Frankfurt am Main

Aufruf zu Großdemonstration gegen Judenhass

Eine Kundgebung gegen Antisemitismus in Frankfurt im April 2024 Foto: picture alliance/dpa

Ein von der Initiative »Starke Stimme für jüdisches Leben, für Israel, gegen Antisemitismus« und dem Jungen Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft organisiertes Bündnis zahlreicher Organisationen hat zu einer Demonstration gegen Antisemitismus in Frankfurt am Main aufgerufen. Die Kundgebung soll am 30. August stattfinden und nach Angaben der Organisatoren ein deutliches Zeichen für jüdisches Leben, Demokratie und Menschenwürde setzen.

Anlass des Aufrufs ist nach Darstellung der Initiatoren eine kürzlich in Frankfurt abgehaltene, israelfeindliche Großdemonstration. Dort seien antisemitische Parolen verbreitet, der Terror verherrlicht und zur Tötung israelischer Soldaten aufgerufen worden. Diese Entwicklung sei nicht hinnehmbar und erfordere eine klare gesellschaftliche Antwort.

Die Veranstalter betonen, antisemitischer Hass dürfe weder relativiert noch als Normalität akzeptiert werden. Wer Gewalt gegen Juden fordere, Terror verherrliche oder antisemitische Hetze verbreite, müsse auf entschiedenen Widerspruch der Gesellschaft sowie auf eine konsequente Anwendung des Rechtsstaats treffen.

Wirbelbruch bei Attacke

Als Beispiel für die zunehmende Gewalt gegen Juden und Israel-Unterstützer verweisen die Organisatoren auf den Angriff auf ein 65-jähriges Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in der Nähe von Würzburg. Der Mann wurde schwer verletzt, weil er einen kleinen Aufkleber mit einer israelischen Flagge trug. Er habe bei dem Angriff unter anderem einen Wirbelbruch erlitten und müsse intensivmedizinisch behandelt werden.

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Nach Auffassung des Bündnisses steht der Vorfall exemplarisch für eine besorgniserregende Entwicklung seit dem Terrorangriff der palästinensischen Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Damals wurden mehr als 1200 Menschen ermordet und über 250 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Seither habe der Antisemitismus weltweit erheblich zugenommen und zeige sich offen auf Straßen, an Schulen, Hochschulen und in sozialen Netzwerken.

Zugleich warnen die Initiatoren vor einer zunehmenden Verbreitung antisemitischer Narrative, der Verherrlichung von Terror sowie einer Umkehr von Täter- und Opferrollen. Israel werde häufig pauschal verantwortlich gemacht. Zugleich werde die jüdische Gemeinschaft weltweit bezichtigt, ebenfalls die Verantwortung für die Situation im Nahen Osten zu tragen.

Respekt und Aufklärung

Mit der Demonstration wollen die Veranstalter nach eigenen Angaben für ein friedliches Miteinander, Respekt und Aufklärung werben. Sie rufen Bürger, Vereine, Institutionen und politische Parteien dazu auf, sich der Kundgebung anzuschließen und gemeinsam ein sichtbares Zeichen gegen Antisemitismus und Israelhass zu setzen.

Zu den Organisationen, die den Demonstrationsaufruf unterstützen, gehören unter anderem B’nai B’rith Frankfurt, Beyachad Frankfurt, Chabad Frankfurt, Die Frankfurter, die Jüdische Gemeinde Frankfurt, Honeszyl Concerned, die Arbeitsgemeinschaft Frakfurt der Deutsch-israelischen Gesellschaft sowie die FDP, die Jungen Liberalen, die CDU und die Junge Union. Nach Angaben der Organisatoren ging eine Bitte um Unterstützung an alle Parteien mit Ausnahme von Die Linke und der AfD.

Die Großdemonstration gegen Judenhass findet am Sonntag, den 30. August 2026 um 15 Uhr auf dem Frankfurter Römerberg statt. im

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