Am Samstagnachmittag wurde im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg ein Pärchen mit seinem Kind von einem Mann antisemitisch beschimpft, wie die Jüdische Allgemeine berichtete. Nun hat der »Tagesspiegel« recherchiert: Der Täter soll prägendes Mitglied eines radikalen Flügels von israelfeindlichen Aktivisten in Berlin sein und eine Vergangenheit in der Neonazi-Szene haben.
Der Mann soll im Mai dem »Tagesspiegel« zufolge an einer Demonstration für das Mullah-Regime im Iran teilgenommen haben. Videoaufnahmen des Netzwerkes »democ« sollen ihn dabei zeigen, wie er auf der Kundgebung versucht, mit einem Plakat auf die Kamera der Demokratie-Aktivisten einzuschlagen.
Dem Blog »friedensdemowatch« zufolge wurde der Täter wohl in der Neonazi-Szene sozialisiert. So ist auf Fotos aus dem Jahr 2013 zu sehen, wie er an mehreren Demonstrationen der NPD teilnimmt und auf einer Kundgebung ein T-Shirt mit der Aufschrift »Südtirol bleibt Deutsch« trägt. Drei Jahre später soll der Mann dann Linksextrem geworden sein und sich dem mittlerweile aufgelösten »Jugendwiderstand« angeschlossen haben - einer maoistischen Schlägertruppe, die vor allem in Neukölln israelsolidarische Aktivisten terrorisiert hat. Laut »friedensdemowatch« hat der Mann immer wieder versucht, Fotografen einzuschüchtern.
Bei dem Vorfall am Samstag soll der Mann ein Paar mit Kind mit den Worten »Fuck Jews« und »Fuck Zionism« beschimpft haben. Als eine deutsch-israelische Augenzeugin, die gerade aus einem Taxi gestiegen war, den Mann und seine Begleiterin filmte, rief diese erneut »Fuck Zionism«.
Der Täter rief dem Paar noch ein »Viva Hamas« hinterher, bevor er mit den Worten »Handy weg! Verpiss dich!« versuchte, der Augenzeugin das Telefon aus der Hand zu reißen. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts der Volksverhetzung und der Beleidigung. ja