Großbritannien

Antisemitische Straftaten in London stark gestiegen

Nach einem Angriff auf zwei Juden in Golders Green im Mai bewachen Polizeibeamte den Tatort. Foto: picture alliance / Xinhua News Agency

In London haben antisemitische Straftaten im Mai stark zugenommen. Die Metropolitan Police registrierte 255 Fälle, verglichen mit 148 im April – ein Anstieg um 72 Prozent. Es handelt sich um den größten monatlichen Zuwachs seit Ende 2023, als die Zahl der Übergriffe nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober sprunghaft angestiegen war. »The Standard« und andere britische Medien berichteten.

Der Londoner Stadtbezirk Barnet, in dem sich mit Golders Green, Hendon und Finchley mehrere Gebiete mit großer jüdischer Bevölkerung befinden, verzeichnete mit 76 Fällen knapp ein Drittel aller erfassten antisemitischen Straftaten. Weitere Schwerpunkte waren Hackney mit 40 Fällen sowie Westminster mit 29. In Camden und Haringey wurden jeweils 16 Fälle registriert, in Tower Hamlets elf. Insgesamt wurden in 28 der 32 Londoner Stadtbezirke entsprechende Vorfälle gemeldet.

Die Community Security Trust (CST), die Antisemitismus in Großbritannien beobachtet, begrüßte die verstärkte Polizeipräsenz in jüdischen Vierteln sowie die Bemühungen der Staatsanwaltschaft, mehr Verfahren schneller vor Gericht zu bringen.

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Zu den jüngsten Vorfällen zählen auch ein Anschlag auf die Heaton Park Synagogue in Manchester, einer auf eine frühere Synagoge in Whitechapel Anfang Mai sowie ein Online-Video, in dem ein Mann damit drohte, Juden zu köpfen.

Zum Vergleich: Im September 2023 hatte die Metropolitan Police noch 59 antisemitische Straftaten registriert. Im Oktober desselben Jahres, unmittelbar nach dem Hamas-Angriff auf Israel, schnellte die Zahl auf 455 hoch. Die aktuellen Zahlen bewegen sich zwar unterhalb dieses Höchststandes, der erneute starke Anstieg gibt Behörden und jüdischen Gemeinden jedoch Anlass zur Sorge.

Zeitgleich veröffentlichte eine im Auftrag der britischen Regierung erstellte Untersuchung Befunde über Antisemitismus im Nationalen Gesundheitsdienst NHS. Demnach gibt es Belege für eine »routinemäßige Ausgrenzung jüdischer Menschen«. Einige jüdische Patienten scheuten demnach medizinische Behandlungen.

Lord John Mann, der unabhängige Antisemitismusbeauftragte der Regierung, bezeichnete das Ausmaß des Judenhasses in Großbritannien als »nationalen Notstand«. im

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