Judenhass

»Antisemitische Sprache hat nirgendwo einen Platz«

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Foto: dpa

Die USA haben mit scharfer Kritik auf antisemitische Äußerungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan reagiert.

»Die Vereinigten Staaten verurteilen nachdrücklich die jüngsten antisemitischen Äußerungen von Präsident Erdogan zum jüdischen Volk und halten sie für verwerflich«, teilte der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price, am Dienstag (Ortszeit) mit. »Antisemitische Sprache hat nirgendwo einen Platz.«.

REDE Erdogan hatte in einer Rede am Montag unter anderem gesagt, ein jüdischer Premierminister, dessen Namen er nicht nennen wolle, habe ihm einmal persönlich erzählt, dass es für ihn in seiner Zeit als General »das höchste Vergnügen« gewesen sei, Palästinenser zu töten.

»Das liegt in ihrer Natur. Sie werden nur durch Blutsaugen satt.« Weiter sagte er: »Sie sind so mörderisch, dass sie sogar kleine Kinder umbringen. Kleine Kinder! Solche Mörder, dass sie sogar fünf, sechsjährige Kinder umbringen!«

STEREOTYP Die Bezeichnung von Juden als Kindermörder ist ein antisemitisches Stereotyp, das auf das Mittelalter zurückgeht. Juden wurde damals in Europa unterstellt, das Blut von christlichen Kindern für das Backen des Mazze-Brots an Pessach zu verwenden.

Auch in der Vergangenheit hatte Erdogan in israelfeindlichen Reden immer wieder antisemitische Aussagen getätigt. dpa/ja

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  06.01.2026

Drohung

Iran deutet möglichen Präventivschlag gegen Israel an         

Im Iran gehen wieder Menschen gegen die Staatsführung auf die Straße. Die militärischen Spannungen in der Region reißen jedoch nicht ab

 06.01.2026

Jerusalem

Netanjahu unterstützt iranische Proteste

Der entscheidende Moment, in dem die Iraner ihr Schicksal selbst in die Hand nähmen, sei möglicherweise gekommen, erklärt der Ministerpräsident in Jerusalem

 06.01.2026

Berlin

Anklage: Wegen Davidstern Messer gezogen

In Berlin hat im vergangenen Juni ein 29-Jähriger aus mutmaßlich antisemitischen Motiven einen 60-Jährigen mit einem Messer bedroht. Jetzt wurde Anklage erhoben

 06.01.2026

Berlin

Tagung »Digitale Horizonte«: Wie sich Erinnerungskultur im digitalen Zeitalter wandelt

Wie verändert die Digitalisierung das kollektive Erinnern? Welche Chancen eröffnen neue Technologien – und wo liegen ihre Grenzen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Konferenz

 06.01.2026

Oberbayern

CSU-Klausur startet mit Söder und Schuster

Bei klirrender Kälte startet die CSU im Kloster Seeon ins neue Jahr. Auch der Präsident des Zentralrates der Juden ist dabei

 06.01.2026

Brandenburg

Nach Brandanschlag: Beauftragter gegen Judenhass erneut bedroht

Nach dem Angriff auf sein Privathaus wurde Andreas Büttner nur einen Tag später auch am Arbeitsplatz bedroht. Das Landeskriminalamt nahm Ermittlungen auf

 06.01.2026

Meinung

Blind auf dem linken Auge: Die »Vulkangruppe« in Berlin und der Terror

Wie Politik und Öffentlichkeit Gewalt verharmlosen, sofern sie aus einem bestimmten politischen Milieu stammt

von Roman Haller  05.01.2026

Jena

Israelfeindliche Autoren sorgen für Proteste

Zwei Vorträge im Januar rufen Widerspruch an der Universität Jena hervor

 05.01.2026