Justiz

Anklage gegen früheren KZ-Wachmann

Lagermauer und Wachturm im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen Foto: dpa

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat gegen einen mutmaßlichen ehemaligen KZ-Wachmann Anklage erhoben. Dem Angeschuldigten Hans H. werde Beihilfe zum Mord in mehr als 36.000 Fällen vorgeworfen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Freitag mit.

Der heute 95-Jährige soll im Zeitraum zwischen Sommer 1944 und Frühjahr 1945 Angehöriger der 16. Kompanie des »SS-Totenkopfsturmbannes« im österreichischen Konzentrationslager Mauthausen gewesen sein.

MÄRSCHE Dort soll er laut Staatsanwaltschaft als Bewacher der Häftlinge eingesetzt worden sein, unter anderem auch bei Märschen zu Arbeitskommandos oder in dem Steinbruch »Wiener Graben«. Während der Tatzeit wurden laut Staatsanwaltschaft in Mauthausen mindestens 36.223 Menschen getötet.

Der Angeklagte soll Angehöriger des »SS-Totenkopfsturmbannes« gewesen sein.

Die Tötungen erfolgten dabei größtenteils durch Vergasung, aber auch durch »Totbade-Aktionen«, Injektionen und Erschießungen sowie aufgrund der dramatischen Lebensumstände unter anderem durch Verhungern und Erfrieren.

Dem Angeschuldigten sollen sämtliche Tötungsarten und Tötungsmethoden ebenso bekannt gewesen sein wie die desaströsen Lebensumstände der inhaftierten Menschen. Er habe, so der Anklagevorwurf, »mit seiner Wachdiensttätigkeit die vieltausendfach geschehenen Tötungen der Lagerinsassen durch die Haupttäter fördern oder zumindest erleichtern wollen«.

WISSEN Die Anklageerhebung zu so einem späten Zeitpunkt sei möglich, weil laut der geänderten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs von 2016 auch Fälle als Beihilfe zum Mord strafrechtlich verfolgbar sind, in denen Beschuldigte zwar selbst nicht getötet, aber in den organisierten Tötungsapparat eingebunden waren, heißt es.

Laut »Bild«-Zeitung wohnt der Angeklagte in einer Hochhaussiedlung in Berlin-Neukölln. Das Landgericht Berlin muss jetzt über die Zulassung der Anklage und die Verhandlungsfähigkeit des 95-Jährigen entscheiden.  epd

 

Völkerrechtsdebatte

Bundestags-Experten sehen Iran-Krieg als Völkerrechtsverstoß

Wissenschaftler des Parlaments halten das für die »herrschende Ansicht« unter Experten. Sie gehen der Frage nach, ob Deutschland sich der Beihilfe zum Völkerrechtsbruch schuldig macht

 29.03.2026

Iran-Krieg

Golfstaaten melden weitere Angriffe

Auch die Golfstaaten sind weiterhin Ziel iranischer Angriffe. Allein die Emirate zählten mittlerweile die Abwehr von rund 2.000 Drohnen

 29.03.2026

Frankreich

Anschlagsversuch auf US-Bank: Verbindung zum Iran-Krieg?

Nach dem vereitelten Anschlag auf eine US-Bank in Paris laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Frankreichs Innenminister äußerte den Verdacht, dass der Anschlagsversuch mit dem Krieg im Nahen Osten zusammenhängen könnte

 29.03.2026

Iran-Krieg

Bereiten die USA eine Bodenoffensive vor?

US-Medien berichten über einen möglichen Einsatz von US-Bodentruppen. Teheran reagiert und droht »Bestrafung« an

 29.03.2026

Meinung

Deutsche Nahostpolitik: Es ist Zeit für einen Kurswechsel

Die wirtschaftliche Dynamik der Abraham-Abkommen ist längst sichtbar. Deutschland sollte diese Initiative nicht begleiten, sondern anführen, fordert der CEO von ELNET

von Carsten Ovens  29.03.2026

Iran-Krieg

Angriff auf Residenz von Präsident Barsani im Nordirak

Eine Attacke trifft die Residenz von Präsident Barsani im Irak. Die USA machen »Stellvertreter der iranischen Terror-Milizen im Irak« verantwortlich. Zuletzt hatte der Iran Angriffe auf die Kurdenregion für sich reklamiert

 29.03.2026 Aktualisiert

Extremismus

Genosse Judenhasser

Der »taz«-Journalist Nicholas Potter hat ein Buch über die Zusammenhänge zwischen Antisemitismus und Autoritarismus bei Teilen der Linken geschrieben. Ein Auszug

von Nicholas Potter  28.03.2026

Antisemitismus

Gysi, Bartsch und Ramelow kritisieren Antizionisten in eigener Partei

Bei der Linken gibt es einen Dauerkonflikt über die Haltung zu Israel. Nun melden sich drei Partei-Urgesteine zu Wort

 28.03.2026

Europäisches Parlament

»Auschwitz ist eine Fälschung«: Immunität aufgehoben

Der rechtsextreme Politiker Grzegorz Braun muss sich in gleich mehreren Strafverfahren vor Gericht verantworten, unter anderem wegen Holocaustleugnung

 27.03.2026