Dachau

Angela Merkel besucht KZ-Gedenkstätte

Schweigeminute vor dem Mahnmal im KZ Dachau Foto: Christian Rudnik

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei einem Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau die Verantwortung der Deutschen im Umgang mit ihrer Vergangenheit unterstrichen. Die Erinnerung an die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten müsse von Generation zu Generation weitergegeben werden, sagte Merkel am Dienstagabend vor Überlebenden des ehemaligen Konzentrationslagers. »Es ist die Brücke von der Geschichte in die Gegenwart, die wir weiterbauen«, betonte sie.

Ein solch unvorstellbares Kapitel der deutschen Geschichte dürfe sich nicht wiederholen. »Junge Menschen müssen wissen, welches Leid von Deutschland ausgegangen ist, und sie müssen lernen, diesen extremistischen Tendenzen entgegenzutreten«, forderte die Kanzlerin.

Überlebende Merkel sprach bei ihrem Besuch mit acht Holocaust-Überlebenden und deren Angehörigen. Unter ihnen befand sich Max Mannheimer. Der frühere Häftling und heutige Vorsitzende der Lagergemeinschaft hatte die Kanzlerin im vergangenen Herbst in die Gedenkstätte eingeladen. Mannheimer bezeichnete Merkels Besuch als historisches Ereignis.

Der Jüdischen Allgemeinen sagte Mannheimer zuvor: »Es hat mich natürlich außerordentlich gefreut, dass die Kanzlerin meiner Einladung gefolgt ist. Das ist ein wichtiges Zeichen für die Arbeit an der Erinnerung und eine große Ehre und Wertschätzung. Insbesondere für uns Überlebende, denen an diesem Ort von einem Verbrecherregime und im Namen des deutschen Volkes grauenvolles Unrecht angetan und unmenschliches Leid zugefügt wurde.«

Termin Kritik gab es, da Merkel unmittelbar nach dem Besuch der Gedenkstätte eine Rede bei einer CSU-Wahlkampfkundgebung im Festzelt auf dem Volksfestplatz in Dachau hielt. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast nannte dies eine »geschmacklose und unmögliche Kombination«.

Dazu sagt der Präsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann: »Mit Frau Merkel besucht immerhin erstmals ein deutscher Kanzler die KZ-Gedenkstätte in Dachau.« Die Kanzlerin setze damit auch das Zeichen, dass das Grauen eben nicht nur im Osten, sondern mitten unter uns in Deutschland stattgefunden hat.

»Was ihren anschließenden Auftritt in einem CSU-Bierzelt angeht – ich bin auch in diesem Fall dagegen, dass wir uns jetzt in eine Meckerecke stellen.« Denn wenn die Kanzlerin nur den Wahlkampfauftritt in Dachau wahrgenommen hätte, hätte man sie wiederum dafür kritisieren können, dass sie nicht die KZ-Gedenkstätte besucht hat, so Graumann. »Ich werde auf jeden Fall der letzte Mensch im Land sein, der einen Besuch der Kanzlerin in der KZ-Gedenkstätte in Dachau kritisiert.« (mit epd)

Lesen Sie mehr dazu in der kommenden Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen.

Teheran

Iran hängt zwei Anhänger der Volksmudschahedin

Seit Kriegsbeginn geht die iranische Justiz mit äußerster Härte gegen mutmaßliche Spione und Kritiker vor. Nun werden zwei Männer gehängt, die einer im Iran verbotenen Gruppe angehören

 30.03.2026

Washington D.C.

Bericht: Trump prüft Militäreinsatz zur Uran-Bergung im Iran

Setzen die USA im Iran auch Bodentruppen ein? Trump erwägt laut einem Medienberichten, angereichertes Uran mit Gewalt zu beschlagnahmen

 30.03.2026

Erklärung

Geplante Todesstrafe: Europäische Minister appellieren an Israel

Vier europäische Außenminister warnen: Eine Ausweitung der Todesstrafe in Israel könnte nicht nur Menschenrechte verletzen, sondern auch das Vertrauen in demokratische Prinzipien erschüttern

 30.03.2026

Israel

232 Verletzte binnen eines Tages – Raketen aus Iran, Drohnen aus Jemen

Seit Beginn des Krieges vor gut einem Monat wurden mehr als 6000 Menschen in israelischen Kliniken behandelt

 30.03.2026

Ottawa/Brüssel

Kanada verweigert EU-Abgeordneter die Einreise

Jüdische Organisationen begrüßen die Entscheidung. Rima Hassan werden Israelhass und Terrorverherrlichung vorgeworfen

 30.03.2026

London

Blair warnt vor Judenhass in Europa, weist Völkermord-Vorwurf gegen Israel zurück

Der frühere Premierminister schreibt, wiederkehrende Stellungnahmen europäischer Regierungen hätten das Anwachsen des Antisemitismus bislang nicht gestoppt

 30.03.2026

Luftwaffenbasis »Prinz Sultan«

US-Aufklärungsflugzeug bei iranischem Angriff zerstört, zehn verletzte Soldaten

Die US-Luftwaffe verfügt nur noch über eine begrenzte Zahl dieser Flugzeuge. Vor dem Angriff bestand die Flotte aus 16 Maschinen, von denen nur gut die Hälfte einsatzbereit ist

 30.03.2026

Iran

Trump sieht »faktischen Regimewechsel« und Fortschritte bei Gesprächen

»Das eine Regime wurde dezimiert, zerstört, sie sind alle tot. Das nächste Regime ist größtenteils tot, und mit dem dritten Regime haben wir es mit völlig anderen Leuten zu tun«, sagt der US-Präsident

 30.03.2026

Völkerrechtsdebatte

Bundestags-Experten sehen Iran-Krieg als Völkerrechtsverstoß

Wissenschaftler des Parlaments halten das für die »herrschende Ansicht« unter Experten. Sie gehen der Frage nach, ob Deutschland sich der Beihilfe zum Völkerrechtsbruch schuldig macht

 29.03.2026