Landtagswahl Sachsen-Anhalt

Analyse: AfD punktet mit Unzufriedenheit und Polarisierung

Auf Monitoren ist eine Hochrechnung von 18:28 Uhr für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu sehen. Foto: picture alliance/dpa

Eine maximale Polarisierung ist nach einer Analyse für den Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt verantwortlich - gepaart mit einer großen Unzufriedenheit der Wähler und einem hohen Kompetenzzuspruch für die AfD. »In einem politisch extrem polarisierten Bundesland basiert der AfD-Erfolg auf einem Mix aus allgemeiner Unzufriedenheit, AfD-Wertschätzung und inhaltlicher Überzeugung«, schreibt die Forschungsgruppe Wahlen.

Im AfD-Lager sei dies oft vom Gefühl der Benachteiligung und maximaler Distanz zu allen anderen politischen Akteuren begleitet. »Jenseits ihrer Anhängerschaft erwartet allerdings kaum jemand von der AfD faktisch bessere Politik.«

AfD-Regierung würde vielen Menschen Angst machen

In der Analyse heißt es weiter: »Würde die AfD regieren, wären 48 Prozent der Sachsen-Anhalter beängstigt, darunter 78 Prozent all derjenigen Bürger, die jetzt nicht AfD wählen wollten.« 

Ein weiteres Ergebnis: Als Ministerpräsidenten wünschten sich 46 Prozent aller Befragten Amtsinhaber Sven Schulze (CDU), nur 38 Prozent seien für den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund, darunter fast nur die Anhänger der Partei selbst.

Eine AfD-Alleinregierung lehnen die Menschen in Sachsen-Anhalt nach der Analyse mehrheitlich ab. Aber auch eine Anti-AfD-Koalition aller anderen Parteien oder Minderheitsregierungen stoßen auf deutliche Vorbehalte. 

Vor die Wahl gestellt, wären 41 Prozent aller Befragten für eine AfD-geführte Regierung, 50 Prozent bevorzugten eine CDU-geführte Regierung. 

AfD bei Männern erfolgreicher als bei Frauen 

Der Analyse zufolge konnte die AfD auf breiter Front zulegen, war aber bei Männern erfolgreicher als bei Frauen (49 zu 39 Prozent). Bei allen unter 60-Jährigen schaffte sie 49 Prozent, in der Generation 60plus wählten nur 36 Prozent AfD. Extrem stark war die AfD bei den 44- bis 59-jährigen Männern (56 Prozent) sowie bei unter 35-Jährigen mit niedrigeren Bildungsabschlüssen (62 Prozent).

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Laut Forschungsgruppe Wahlen bricht die CDU in allen Altersgruppen stark ein. Bei den ab 60-Jährigen, wo sie sonst besonders stark ist, schaffte sie noch 29 Prozent. Bei den unter 30-Jährigen rangierte sie mit 5 Prozent weit hinter der AfD (44 Prozent), aber auch hinter der Linken (16 Prozent), den Grünen (13 Prozent) und der SPD (9 Prozent).

AfD erzielt hohe Kompetenzwerte bei wichtigen Themen

Ausschlaggebend für die Wahl war laut Forschungsgruppe die Landespolitik. Dabei setzten zur Lösung der Probleme ungewöhnlich viele Befragte auf die AfD. Bei der Parteienkompetenz für die Top-Themen Wirtschaft und Schule/Bildung liege die AfD erstmals vor der CDU. Beim Thema Flüchtlinge/Asyl lasse die AfD alle anderen Parteien weit hinter sich. 

Die Zahlen basieren auf einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen unter 1.249 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt in der Woche vor der Wahl telefonisch und online und auf der Befragung von 18.384 Wählerinnen und Wählern am Wahltag.

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