Einspruch

Aber wir lieben das Leben

Der Mord an der 13-jährigen Hallel Yaffa Ariel, die in ihrem Bett von einem palästinensischen Attentäter im Schlaf ermordet wurde, hat mich besonders als Mutter dreier Teenager erschüttert. Die Bilder von dem blutdurchtränkten Bett haben mich in der Nacht nach der Tat wach gehalten.

Hallel war im Alter meiner Kinder, auch für sie hatten die Sommerferien begonnen, Zeit zum Ausschlafen, sich mit Freunden zu treffen. Wir leben in Tel Aviv, Familie Ariel in Kiriat Arba nahe Hebron. Doch ob in Tel Aviv Israelis ermordet werden oder im Westjordanland – Mord bleibt Mord.

attentäter Der 17-jährige Attentäter hatte kurz vor dem Mord auf seiner Facebook-Seite gepostet, er möchte den Märtyrertod sterben. Er hatte nicht gezögert, das Mädchen zu erstechen. Während Hallels Mutter den Tod ihrer Tochter beweint, verkündet die Mutter des Attentäters, sie sei stolz auf ihren Sohn, der den Märtyrertod starb, nachdem er von Sicherheitskräften erschossen wurde.

Wenn ich solche Äußerungen höre, frage ich mich, in was für einer perversen Zeit wir leben, in der für islamistische Terroristen der Tod mehr wert ist als das Leben. Ich lebe seit fast 20 Jahren in Tel Aviv, ich habe beide Intifadas miterlebt. Damals hatte auch ich Angst, aber eben nur um mich. Als Mutter ist das Gefühl heute anders.

terror Meine Kinder leben relativ unbeschwert und machen sich keine Gedanken, wenn sie mit Freunden ausgehen, mit dem Bus fahren oder sich an den Strand legen. Je näher der Terror aber kommt, desto länger hält man inne: die Attentate auf die Dizengoff-Bar und am Sarona-Markt vor einigen Wochen waren solch einschneidende Momente, nach denen man zaghafter in den Alltag zurückkehrt. Bei meinen Kindern geht der Übergang schneller, für mich als Mutter bleibt die Ungewissheit und Sorge.

Und trotzdem: Wir leben unser Leben, als gäbe es keine Messerstecher, keine Gewehrsalven auf Zivilisten, keine Selbstmordattentäter. Wir lieben das Leben und leben es jeden Tag aufs neue.

Die Autorin bloggt regelmäßig auf telavivnotes.com.

Nahost

US-Militär will ab sofort Straße von Hormus blockieren

Donald Trump möchte verhindern, dass der Iran Gebühren von Schiffen durch die Meerenge verlangt. Jetzt will das US-Militär die Kontrolle der Straße von Hormus übernehmen

 13.04.2026

Gedenken

Brandenburg erinnert an KZ-Befreiung

Weit über 300.000 Menschen waren unter dem NS-Regime in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück inhaftiert. Zehntausende von ihnen kamen dort zu Tode. Zum Gedenken an die Befreiung werden diesmal noch fünf Überlebende erwartet

 13.04.2026

Nahost

Hinrichtungen im Iran auf 35-Jahres-Rekordhoch

Im Iran wurden 2025 laut Iran Human Rights mindestens 1.639 Menschen hingerichtet – ein Höchststand seit 35 Jahren. Menschenrechtsorganisationen fordern Konsequenzen

 13.04.2026

Urteil

Mustafa A. soll Lahav Shapira nicht aus Antisemitismus fast tot geschlagen haben

Der 25-Jährige wurde ursprünglich zu drei Jahren Haft verurteilt. Jetzt hat ein Berufungsgericht die Strafe abgemildert. Das Opfer der Tat nennt die Entscheidung »traurig«

 13.04.2026 Aktualisiert

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Fünf Gründe, den jüdischen Staat zu lieben – mit all seinen Stärken und Schwächen

von Daniel Neumann  13.04.2026

Ungarn

So reagiert die europäische Presse auf Orbans Abwahl

Nach 16 Jahren endet die Orban-Herrschaft in Ungarn. Internationale Medien werten den Ausgang der Wahl als Dämpfer für Putin und Trump – und als Warnsignal für die politische Rechte

 13.04.2026

Gedenken

Zwischenrufe bei Weimer-Rede in Buchenwald

Schon im Vorfeld hatte es Kritik am Auftritt des Kulturstaatsministers beim Buchenwald-Gedenken gegeben. Auch vor Ort gab es Gegenwind. Das sagt Weimer selbst dazu

 13.04.2026

Thüringen

»Kufiyas in Buchenwald« wollen schon am Samstag demonstriert haben

Die Gruppe »Kufiyas in Buchenwald« durfte am Sonntag laut Gerichtsbeschluss nicht an der KZ-Gedenkstätte demonstrieren. Nach eigenen Angaben haben sie einen anderen Weg gefunden

 13.04.2026

Terror

Israel: Wir wollen ein echtes Friedensabkommen mit dem Libanon

Israel und der Libanon wollen erstmals seit Jahrzehnten direkte Gespräche auf politischer Ebene führen. Premier Netanjahu fordert als Ziel ein Friedensabkommen, das über Generationen halten soll

 13.04.2026