Nora Goldenbogen

Landeszentrale: Gemischte Bilanz

Nora Goldenbogen Foto: Steffen Giersch

Die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung feiert in diesen Tagen ihren 30. Geburtstag. Seit vielen Jahren sind die Landeszentrale und die Jüdischen Gemeinden in Sachsen sehr erfolgreiche Partner in der politischen Bildungsarbeit. Die Palette umfasst gemeinsame Veranstaltungen, mehrere Publikationen und Filmprojekte. Trotzdem ist dem heutigen Direktor Roland Löffler zuzustimmen, wenn er in einem Interview mit dem SWR eine insgesamt »gemischte Bilanz« der Arbeit der Landeszentrale zieht.

Ja, es ist richtig, dass politische Bildung die Menschen dort abholen muss, wo sie stehen. Ebenso richtig ist, dass politischer Dialog immer wieder geführt werden muss – mit allen, die dazu bereit sind. Andererseits müssen wir heute feststellen, dass wir mehr denn je in einer polarisierten Gesellschaft leben.

VORGESCHICHTE Wir erleben gegenwärtig im Alltag anwachsenden Antisemitismus. Deutlich nehmen wir die unter Pandemiebedingungen virulent gewordenen Verschwörungserzählungen in Teilen unserer Gesellschaft wahr. Hass gegen das Fremde, gegen das andere ist noch spürbarer geworden.

Es kann jetzt nicht mehr nur darum gehen, als »Vermittler zwischen den Polen« zu agieren.

All diese Entwicklungen haben eine Vorgeschichte. Hier in Sachsen reicht sie bis in die 90er-Jahre zurück. Damals hieß es, die hiesigen Bürger seien immun gegen Rechtsextremismus. Dass das nicht so war, zeigten schon bald die hohen Wahlergebnisse zunächst für die NPD und bis heute für die AfD. Auch die Entwicklung einer solchen rechten Bewegung wie Pegida gehört in diesen Kontext. Politische Bildung bekommt deshalb zukünftig noch mehr Gewicht als bisher.

Daher kann es meines Erachtens jetzt nicht mehr nur darum gehen, als »Vermittler zwischen den Polen« zu agieren. Notwendig wird zukünftig noch stärker als bisher umfangreiche, fundierte Aufklärung und Auseinandersetzung mit solchen gesellschaftszerstörenden Phänomenen wie Antisemitismus und Fremdenhass sein. Und da ist auch die Landeszentrale qua Auftrag gefordert.

Die Autorin ist Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden.

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