Sabine Brandes

Israel: Funktionieren statt debattieren

Sabine Brandes Foto: pr

Sabine Brandes

Israel: Funktionieren statt debattieren

Dies ist definitiv keine Zeit, durch die sich eine Regierung mit lediglich eingeschränkter Handlungsfähigkeit lavieren sollte

von Sabine Brandes  23.04.2020 09:50 Uhr

Es ist ganz sicher kein Abkommen, das auf gegenseitigem Vertrauen basiert. Und doch ist der Koalitionsvertrag, der am Montagabend in Jerusalem geschlossen wurde, dringend nötig und längst überfällig.

Wie die meisten Länder weltweit ist auch Israel hart von der Corona-Krise getroffen. Während sich die Zahlen der Infizierten und Toten in relativ engen Grenzen halten, ist die Arbeitslosigkeit mit fast 27 Prozent auf einem historischen Höchststand angelangt. Voraussagen für die Zukunft kleiner und mittelständischer Betriebe sowie Geschäfte sind düster.

einheitsregierung Dies ist definitiv keine Zeit, durch die sich eine Regierung mit lediglich eingeschränkter Funktionsfähigkeit lavieren sollte. So hört es sich für die Bevölkerung gut an, wenn Premier Benjamin Netanjahu und Benny Gantz von Blau-Weiß von einer »nationalen Notfall-Einheitsregierung« sprechen, die »Leben und Lebensunterhalt der Israelis rettet«.

Schaut man sich das Kleingedruckte an, sieht es eher so aus, als wollten die Politiker in allererster Linie ihre eigene Haut retten.

Schaut man sich allerdings das Kleingedruckte an, sieht es eher so aus, als wollten die Politiker in allererster Linie ihre eigene Haut retten. Denn in Zeiten der größten Krise, wenn das Volk von Arbeitslosigkeit und Ungewissheit geplagt ist, schachern sich die Politiker so viele Ministerposten wie nie zuvor zu. Neben der Unmoral wird es damit zudem unwahrscheinlicher, dass die Regierung tatsächlich funktioniert und nicht nur debattiert.

abkommen Positiv ist, dass sich Netanjahu und Gantz die Macht laut Abkommen teilen und einer den anderen ausbremsen kann, sollte er von demokratischen Pfaden abkommen. Allerdings besteht gleichzeitig die Gefahr, dass es so nur schwer zu einer Einigung kommt. Die aber brauchen die Israelis dringender als je zuvor.

Klare Ziele und eine Vision sollten in den Vordergrund rücken, Egoismus und Feindseligkeiten hintangestellt werden. Die Politiker müssen ihr Misstrauen gegenüber der anderen Seite ohne weitere Ausreden und Umschweife ad acta legen und auf das hinarbeiten, was sie versprechen: eine wirkliche Einheit.

Mitglieder der JSUD vor dem Eingang zum Synagogenhof der Jüdischen Gemeinde Halle

Sachsen-Anhalt

So instrumentalisiert die AfD den Eklat von Halle

AfD-Rechtsaußen Hans-Thomas Tillschneider geriert sich als Opfer »fanatisierter Studenten«. Eine Einordnung

von André Anchuelo  12.10.2026

Kommentar

Vereint unter dem Dach eines Rechtsextremen

Der Verleger Jürgen Elsässer hat die Fraktionen von AfD und BSW für ein Kennenlernen in sein Magdeburger TV-Studio eingeladen. Dabei soll es auch um eine strategische Zusammenarbeit gegangen sein

von Ralf Fischer  12.10.2026

Kommentar

Die Linke hat ihren eigenen Antisemitismus nicht verstanden

Nein, wir sind natürlich keine Antisemiten, schallt es aus der Linken, wir kritisieren nur die israelische Regierung! Diese Formel wird immer wieder als Rechtfertigung herausgeholt

von Frank Schmiechen  12.10.2026

Kommentar

Mit schwerem Koffer zurück aus Berlin

Wie ein deutscher Holocaust-Überlebender auf die sich abzeichnende Koalition von SPD und Grünen mit Antisemiten, Terror-Relativierern und anderen Genozid-Schreiern blickt

von Roman Haller  11.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Meinung

Nein, Frau Pillay hat den Friedensnobelpreis nicht verdient!

Die Südafrikanerin hat Israel vorverurteilt und Antisemitismus in den Reihen ihrer Kommission nicht ernstgenommen. Ihre Auszeichnung durch das Nobelpreiskomitee ist ein großer Fehler, meint der Direktor von UN Watch

von Hillel Neuer  09.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026

Kommentar

Allein mir fehlt der Glaube

Die Spitzen von Linken, Grünen und SPD in Berlin haben bei ihren Sondierungen in Berlin ein dreiseitiges Papier zur Bekämpfung von Antisemitismus vereinbart. Eine Einordnung

von Michael Thaidigsmann  08.10.2026

Meinung

Wenn Journalisten Terroristen sind – 170 Namen und eine unbequeme Wahrheit

Unser Autor reflektiert über die grundsätzliche Frage, was »Journalismus« in einem Gebiet bedeutet, das seit Jahren von einer totalitären Terrororganisation beherrscht wird

von Daniel Neumann  08.10.2026