Ilan Cohn

Flüchtlinge: Hilfe zu leisten, ist alternativlos

Ilan Cohn Foto: Michael Thaidigsmann

Am 20. Juni ist Weltflüchtlingstag. Häufig in der Geschichte mussten Juden und Jüdinnen vor Verfolgung fliehen. Heute haben die meisten von uns das Glück, in relativer Sicherheit zu leben.

Im vergangenen Jahr waren weltweit mehr als 80 Millionen Menschen auf der Flucht – ein historischer Höchststand. Nur wenigen von ihnen gelang es, ein sicheres Aufnahmeland zu finden. Europa und andere Länder, die in der Lage gewesen wären zu helfen, haben aufgrund der Pandemie die Tore verriegelt.

Covid-19 droht aus der schwelenden Flüchtlingskrise eine humanitäre Katastrophe zu machen.

Das internationale Hilfssystem ist unter immensen Druck geraten. Hinzu kommt: In der EU hat sich der Widerstand gegen eine gerechte Lastenteilung während der Pandemie nochmals verstärkt. Covid-19 droht aus der schwelenden Flüchtlingskrise eine humanitäre Katastrophe zu machen. Diejenigen, die gehofft hatten, dass mit EU-Solidarität aus der Asche von Moria etwas Neues, Besseres aufgebaut werden würde, wurden enttäuscht.

ASYLPAKET Nach wie vor sind die humanitären Bedingungen auf Lesbos erbärmlich. Zudem ist eine Einigung bei dem von der EU vorgeschlagenen Migrations- und Asylpaket nicht in Sicht. Und selbst wenn die EU die Reformvorschläge beschlösse, würde dies das Leiden an den Grenzen Europas nicht lindern.

Innerhalb der jüdischen Gemeinden gibt es ein weiteres Problem: Manche befürchten, dass Geflüchtete, insbesondere jene aus Ländern mit muslimischer Mehrheit, antisemitische Einstellungen mitbringen.

Es gibt aber keine Alternative, Bedürftigen Hilfe zu leisten. Die beste Strategie, um Vorurteile und Misstrauen abzubauen, ist die erfolgreiche Integration der Migranten. Die hängt auch davon ab, ob und wie wir sie willkommen heißen. Die vielen Beispiele jüdischer Gemeinden auf der ganzen Welt, die in der Flüchtlingshilfe aktiv sind, zeigen, dass wir als Gemeinschaft etwas bewegen können.

Der Autor leitet das Brüsseler Büro der Hilfsorganisation HIAS Europa.

Essay

Iran ist nicht das islamistische Regime. Iran, das seid ihr!

Eine Verneigung vor dem Mut der freiheitsliebenden Menschen im Iran und in der iranischen Diaspora

von Sarah Maria Sander  19.02.2026

Meinung

Königliches Versagen im Kulturbetrieb

Das renommierte Reina-Sofía-Museum in Madrid setzt eine Schoa-Überlebende vor die Tür. Die Existenz des Juden wird zur Provokation, die Befindlichkeit des Antisemiten zum schützenswerten Gut. Spanien ist verloren!

von Louis Lewitan  19.02.2026

Meinung

Ein Zufall kommt selten allein

Die AfD hat ihren Bundesparteitag auf den 100. Jahrestag eines historischen Treffens der NSDAP gelegt. Das Spiel mit historischen Parallelen ist Teil der Strategie der rechtsextremen Partei

von Ralf Balke  18.02.2026

Meinung

Berlinale: Aktivismus statt Kunst

Auf der Berlinale soll eigentlich der Film gefeiert werden. Doch zahlreiche Gäste und Außenstehende missbrauchen das Festival als politische Bühne

von Sophie Albers Ben Chamo  18.02.2026

Karneval

Gegen Judenhass in de Bütt gestiegen - diesen Redner muss man lieben

Bei der Mainzer Fastnacht hält »Till« eine bemerkenswerte Rede über den wachsenden Antisemitismus in Deutschland. Eine Wohltat für den sonst so schrecklich unpolitischen Karneval

von Martin Krauß  16.02.2026

Meinung

Danke, Herr Minister!

Johann Wadephul hat sich von Francesca Albanese distanziert und ihren Rücktritt gefordert. Doch jetzt müssen Deutschland und andere Staaten den Druck weiter erhöhen

von Michael Thaidigsmann  13.02.2026

Meinung

Jeffrey Epstein: Ein schlechter Mensch

Der verurteilte amerikanische Sexualstraftäter ist und bleibt ein beliebig formbares Vehikel für jedweden Verschwörungsmythos

von Sophie Albers Ben Chamo  13.02.2026

Meinung

Wiesbaden: Wie man dem Antisemitismus und dem Islamismus eine Bühne bietet

Im Haus der Vereine durfte die Jugendgruppe »Salehin« auftreten. Offiziell ging es um eine »kulturelle religiöse Jugendveranstaltung«. Doch tatsächlich wurde dort Propaganda für das Mullah-Regime gemacht

von Daniel Neumann  12.02.2026

Meinung

Oliver Pochers geschmacklose Witze über Gil Ofarim

Der Comedian verkleidet sich auf Instagram als Ofarim und reißt Witzchen über die Schoa. Während echte Komiker Humor stets als ein Mittel nutzen, um sich mit den Schrecken und Abgründen dieses Verbrechens auseinanderzusetzen, tritt Pocher nur nach unten

von Ralf Balke  11.02.2026