Meinung

Das IZH-Verbot ist nur der erste Schritt

Ulrike Becker Foto: Tatyana Kronbichler

Meinung

Das IZH-Verbot ist nur der erste Schritt

Die Strukturen des iranischen Regimes in Deutschland müssen zerschlagen werden

von Ulrike Becker  24.07.2024 15:55 Uhr

Die Schließung des Islamischen Zentrums Hamburg (IZH) ist ein seit langem überfälliger Schritt. Über Jahre hinweg haben politische Verantwortliche und Behörden die Gefahren, die vom IZH ausgingen, ignoriert oder unterschätzt. Als Mitglied des Rats der islamischen Gemeinschaften war das IZH sogar jahrelang Vertragspartner der Stadt Hamburg. Erst Ende 2022 schied das Islamische Zentrum aus dem Gremium aus, auch auf Druck aus der Zivilgesellschaft.

Das IZH ist kein religiöses Zentrum, sondern der wichtigste Außenposten der Islamischen Republik Iran in Europa. Es diente als Knotenpunkt für die Verbreitung der Revolutionsideologie und unterstand direkt der islamistischen Diktatur im Iran. Das Führungspersonal war aus Teheran entsandt und gehörte zum Establishment des Regimes.

Besonders brisant ist die Nähe des IZH zur Terrororganisation Hisbollah.

Das IZH hat hierzulande die Propaganda des Regimes im Iran verbreitet: Diese ist antidemokratisch, israelfeindlich, antisemitisch und homophob. Die Blaue Moschee war eines der wichtigen Zentren für die Organisation des jährlichen Marsches zum Al-Quds-Tag – ein nationaler Kampftag im Iran, bei dem zur Vernichtung Israels aufgerufen wird.

Besonders brisant ist die Nähe des IZH zur Hisbollah. Anhänger der Terrororganisation trafen sich in dem Zentrum. Hier verkehrte auch der iranische Agent Assadollah Assadi, der 2018 im Auftrag des Regimes ein Attentat auf das Treffen der oppositionellen Volksmujaheddin in Paris plante. Das IZH war also auch ein Knotenpunkt für terroristische Strukturen der Islamischen Republik Iran.

Jetzt ist es wichtig, dass es nicht allein beim Verbot des IZH bleibt. Alle Agenten des Iran müssen ausgewiesen werden, die Strukturen des Regimes in Deutschland müssen zerschlagen werden. Das gilt auch für die iranischen Revolutionsgarden, die ebenfalls hierzulande aktiv sind. Diese müssen endlich auf die Terrorliste gesetzt und mit einem Betätigungsverbot belegt werden.

Die Autorin ist Iran-Expertin und Forschungsleiterin im Mideast Freedom Forum Berlin (MFFB).

Meinung

Iranischer Staatsterror: Zeit zu handeln, Herr Bundeskanzler!

Die Islamische Revolutionsgarde des Iran wollte den Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft zufolge Josef Schuster und Volker Beck ermorden lassen. Das darf nicht ohne Konsequenzen bleiben

von Michael Thaidigsmann  21.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026

Meinung

Das entspricht nicht der Essenz unseres Landes!

Man muss keine Sympathie für die Aktivisten der Gaza-Flotille haben, um die Art abzulehnen, wie Itamar Ben-Gvir mit ihnen umgegangen ist. Der Minister hat dem Ansehen Israels geschadet

von Sarah Cohen-Fantl  21.05.2026

Meinung

Die Jewrovision sendet ein Signal

Bei dem Musikwettbewerb haben die Teilnehmer auch immer wieder den grassierenden Antisemitismus thematisiert. Die Politik muss die Angst jüdischer Kinder und Jugendlicher endlich ernst nehmen

von Nicole Dreyfus  20.05.2026

Essay

Wie die »New York Times« Israel verteufelt

Der Autor Nicholas Kristof überzieht Israel in einem Meinungsbeitrag mit ungeheuerlichen Vorwürfen. Doch belastbare Beweise für seine Behauptungen legt er nicht vor – und schadet damit dem Journalismus

von Daniel Neumann  19.05.2026

Meinung

Die Israel-Allergie der ARD

Douze Points für Israel - und dann Schweigen

von Guy Katz  17.05.2026

Meinung

Ein Mutmacher in trüben Zeiten

Die Abstimmung für Noam Bettan beim Eurovision Song Contest zeigt, dass sich die Bürger nicht so einfach von israelfeindlicher Propaganda beeinflussen lassen

von Daniel Killy  17.05.2026

Meinung

Orden für den Botschafter: Wie Leo XIV. Irans Regime aufwertet

Mit seinem Orden für den iranischen Botschafter beim Heiligen Stuhl verpasst der Papst den Menschen im Iran symbolisch einen Tritt in die Magengrube

von Michael Thaidigsmann  13.05.2026