Cuxhaven

Zentralrat der Juden: Deichbrand-Festival für Juden kein sicherer Ort mehr

Der geplante Auftritt des US-Rappers Macklemore beim Deichbrand-Festival alarmiert den Zentralrat der Juden. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Cuxhaven

Zentralrat der Juden: Deichbrand-Festival für Juden kein sicherer Ort mehr

Als Grund gibt der Dachverband von jüdischen Gemeinden und Landesverbänden in Deutschland den geplanten Auftritt des US-Rappers Macklemore an

 07.04.2025 15:16 Uhr

Der Zentralrat der Juden warnt jüdische Besucherinnen und Besucher vor dem Deichbrand-Festival im Landkreis Cuxhaven. Als Grund gibt der Dachverband von jüdischen Gemeinden und Landesverbänden in Deutschland den geplanten Auftritt des US-Rappers Macklemore an, wie ein Sprecher am Montag bestätigte. Zuerst hatte die »Nordsee-Zeitung« über die Warnung berichtet.

»Beim Rapper Macklemore trifft Popkultur auf Antisemitismus«, sagte der Zentralratssprecher. In seinen Songtexten und Auftritten verbreite er antisemitische Propaganda und verharmlose die Schoa, während er sich als moralische Instanz inszeniere und als solche von einem breiten Publikum unkritisch gefeiert werde. »Der große Aufschrei bleibt nicht nur aus, sondern verkehrt sich in sein Gegenteil und so eröffnet der Rapper ein beliebtes Musikfestival in Norddeutschland.«

Die Einladung des Rappers sende ein ernüchterndes Signal, ergänzte der Sprecher: »Antisemitismus ist auf der großen Bühne erwünscht. Das Deichbrand-Festival ist daher für Jüdinnen und Juden kein sicherer Ort mehr. In den letzten Monaten haben wir auch in Deutschland erlebt, wie schnell aus antisemitischer Propaganda Gewalt entsteht.« Der Fall des Deichbrand-Festivals zeige erneut, welch große Verantwortung Veranstalter und Unterstützer von Festivals und anderer Großveranstaltungen hätten. »Bisher sind die Deichbrand-Organisatoren dieser nicht nachgekommen«, kritisierte der Sprecher. epd

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