Louis-Lewandowski-Festival

Vielstimmig harmonisch

Mit weit ausholenden und eleganten Armbewegungen dirigiert Ira Kalechman die Sängerinnen des »Vocaliza Women’s Choir of Tel Aviv« in der Synagoge Rykestraße. Vor dem Ensemble wiegt sich die Berliner Kantorin Aviv Weinberg im Takt, um mit hohem, klarem Gesang in das »L’cha Dodi« einzusetzen – zur Freude des Publikums, das sich für den Auftritt des Chors am Ende des Abend mit Standing Ovations bedanken wird.

Der Vocaliza Women’s Choir of Tel Aviv war einer von insgesamt sechs Chören, die am Sonntagabend beim Abschlusskonzert des fünften Louis-Lewandowski-Festivals in der Synagoge Rykestraße auftraten. In diesem Jahr stand die Konzertreihe unter dem Motto »Das östliche Firmament« und machte das Publikum mit Komponisten der osteuropäischen »Chor Shul« bekannt.

namensgeber In den vier Tagen zuvor waren die Chöre von Donnerstagabend an an unterschiedlichen Orten in Berlin und Potsdam aufgetreten. Auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee besuchten sie zudem gemeinsam das Grab des Komponisten Louis Lewandowski (1821–1894) und würdigten so den Namensgeber der Konzertreihe.

Nach den Auftritten der Chöre »Moscow Male Jewish Cappella«, »London Cantorial Singers«, »Jerusalem Cantors’ Choir«, dem Synagogal-Ensemble-Berlin und »The Vocaliza Women’s Choir of Tel Aviv« zog Festivalleiter Nils Busch-Petersen eine positive Bilanz.

Der vielstimmige und doch harmonische Gesang habe deutlich gemacht, welche Toleranz das Treffen der so unterschiedlichen Chöre bestimmt – für Busch-Petersen ein Bild, das »dankbar und glücklich macht«.

Lesen Sie mehr über das Louis-Lewandowski-Festival in unserer Ausgabe am Donnerstag.

New York

Nach Paul Simon wird auch Art Garfunkel 85

Mit Songs wie »The Sound of Silence« wurden Simon & Garfunkel weltberühmt – aber auch die Streits der beiden Schulfreunde aus New York sind legendär. Jetzt steht der nächste große Geburtstag an

von Christina Horsten  02.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  02.11.2026

Baustelle der Jüdischen Akademie an einer Straße in Frankfurt am Main

Ort jüdischen Denkens

Jüdische Akademie öffnet in Frankfurt

Es soll ein Ort des Diskurses und der Begegnung sein: In Frankfurt wird die Jüdische Akademie feierlich eröffnet

 02.11.2026

Frankfurt

Eine Akademie für Deutschland

Heute wird die Jüdische Akademie feierlich eröffnet. Sie soll innerjüdische Debatten fördern und jüdische Perspektiven stärker in die Gesellschaft einbringen

von Josef Schuster  02.11.2026 Aktualisiert

Konferenz in Berlin

Wie die Schlagzeile das Israelbild formt

Bei einem Workshop an der Technischen Universität Berlin gingen Wissenschaftler und Journalisten der Frage nach, wie deutsche Medien über Israel berichten, welche Narrative dabei wirken und wo sich Fehler einschleichen

 01.11.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Der ungelesene Bücherstapel oder Die Bibliografie des idealen Menschen

von Nicole Dreyfus  01.11.2026

Eröffnung

Museum Zwangsarbeit zeigt Ausstellung zu »unerwünschten Kindern«

Beziehungen zwischen Deutschen und Zwangsarbeitern im NS-Regime waren verboten. Trotzdem gab es diese Kontakte ebenso wie Kinder aus diesen Beziehungen. Eine Ausstellung in Weimar widmet sich den Geschichten der betroffenen Eltern und Kindern

 30.10.2026

Literatur

»Empfänger unbekannt«: Wenn ein Freund zum Feind wird

Die judenfeindlichen Novemberpogrome von 1938 jähren sich zum 88. Mal. Anlass, die Geschichte »Empfänger unbekannt« aus demselben Jahr zur Hand zu nehmen. Darin schlägt ein Jude zurück, mit überraschenden Mitteln

von Leticia Witte  30.10.2026

München

Julia Klöckner: Verteidigung jüdischen Lebens Aufgabe für alle

Jüdische Kultur ist in Deutschland tief verwurzelt. Zum 40. Mal wollen die Kulturtage diesen Reichtum würdigen. Für die Bundestagspräsidentin ein Anlass zu Mahnung und Hoffnung

 30.10.2026