Auszeichnung

Verschämte Juden und hyperjüdische Philosemiten

Die Wetten standen schlecht, dennoch hat er das Rennen um den Man- Booker-Prize gemacht: Howard Jacobson Foto: Man Booker Prize

And the winner is … Howard Jacobson. Der britisch-jüdische Autor hat am Dienstag den Man Booker Prize, Großbritanniens renommierteste Literaturauszeichnung, für seinen Roman The Finkler Question gewonnen. Die Mehrheitsentscheidung der Jury kam überraschend. Allgemein war damit gerechnet worden, dass Tom McCarthy für seinen Roman C den Preis erhalten würde. Die Buchmacher (im wettfreudigen Großbritannien kann man auf Literaturpreise genauso wetten wie auf Fußballspiele) hatten Jacobson nur eine 1:8 Chance eingeräumt.

Der 68-jährige Jacobson erzählt in seinem jetzt preisgekrönten Roman von zwei Helden: Samuel Finkler, der jüdische Protagonist, ist ein assimilierter linksliberaler Medienmensch, der seine öffentlichkeitswirksame »Scham« über die israelische Politik demonstrativ vor sich hinträgt wie eine Monstranz. Den Gegenpart spielt Julian Treslove, ein schon fast pathologisch philosemitischer Goi, der seinem banalen Alltag qua Überidentifikation mit allem, was jüdisch ist, versucht zu entfliehen. Um diese zwei traurigen Helden herum nimmt Jacobson satirisch die neurotischen Obsessionen ins Visier, die Juden wie Gojim gleichermaßen antreiben, wenn es um tatsächlich oder auch nur vermeintlich Jüdisches geht. Wobei diese emotionalen Verwirrungen – darauf legt der Autor Wert – mit dem wirklichen Judentum nur am Rande zu tun haben. Ein Phänomen, das man nicht nur in Großbritannien beobachten kann. Wir freuen uns schon auf die deutsche Übersetzung von The Finkler Question.

Medien

Springer-Chef Döpfner nimmt »Politico«-Redaktion in die Pflicht

Niemand sollte für Axel Springer arbeiten, wenn er Israels Existenzrecht anzweifelt, stellt Mathias Döpfner nach Kritik aus der »Politico«-Redaktion klar

 29.04.2026 Aktualisiert

Zahl der Woche

5 Millionen Bücher

Funfacts & Wissenswertes

 29.04.2026

Forum

Leserbriefe

Kommentare und Meinungen zu aktuellen Themen der Jüdischen Allgemeinen

 29.04.2026

Ausstellung

Caricatura-Galerie Kassel zeigt Cartoons zu jüdischem Leben

»Haben Juden nichts zu lachen?« - Die Caricatura-Galerie in Kassel eröffnet eine Ausstellung mit Karikaturen »zwischen bitterer Ironie und nachdenklicher Leichtigkeit«

 29.04.2026

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 30. April bis zum 7. Mai

 29.04.2026

Berlin

Gericht weist Eilantrag zurück: Streit um Filmprojekt mit Sarah Maria Sander geht weiter

Im Zentrum des Rechtsstreits steht die Frage, ob Sander ihre Hauptrolle rechtmäßig verlor. Spielte ihr Engagement für Israel und gegen den palästinensischen Terror dabei eine Rolle?

 29.04.2026

Hanno Loewy

(K)ein Abschied von Hohenems

Der ehemalige Direktor des Jüdischen Museums zieht ein Resümee – nach 22 Jahren als Leiter des Hauses. Zu Besuch in der Villa Rosenthal im österreichischen Vorarlberg

von Nicole Dreyfus  29.04.2026

Fernsehen

»Fauda« kehrt mit neuer Staffel zurück – Handlung nach 7. Oktober überarbeitet

Die Actionserie kommt deutlich verändert daher. Elf Folgen werden präsentiert

 28.04.2026

Kino

32. Jüdisches Filmfestival zeigt rund 60 Filme

Das Jüdische Filmfestival Berlin Brandenburg zeigt in diesem Jahr Produktionen aus 22 Ländern. Neben einem Spielfilm- und Dokumentarpreis wird auch der Nachwuchs gefördert

 28.04.2026