Hamburg

Universität eröffnet jüdisches Zentrum

Das Maimonides Centre for Advanced Studies in Hamburg Foto: Maimonides Centre for Advanced Studies

Die Universität Hamburg wird am kommenden Donnerstag das Maimonides-Zentrum für jüdischen Skeptizismus eröffnen. Dabei handelt es sich um eine seit der Antike praktizierte philosophische Richtung, die an der Möglichkeit des Wissens zweifelt und prinzipiell alles immer wieder infrage stellt.

Dieses Hinterfragen aller Aspekte des Lebens gilt als ein grundlegendes Merkmal des Judentums, wie die Universität am Mittwoch mitteilte. Dennoch sei dieser Aspekt in der bisherigen Forschung zum Skeptizismus und zur jüdischen Philosophie bislang kaum berücksichtigt worden.

vorbild Der offizielle Name des Instituts lautet »Maimonides Centre for Advanced Studies – Jewish Scepticism« (MCAS). Benannt ist es nach Moses Maimonides, dem jüdischen Philosophen, Rechtsgelehrten und Arzt im 12. Jahrhundert. Er war ein herausragender Gelehrter seiner Zeit und gilt nach Angaben der Universität heute als einer der bedeutendsten jüdischen Gelehrten überhaupt. Er starb 1204 in Kairo.

Am MCAS arbeitet seit Jahresbeginn eine Kolleg-Forschungsgruppe, die sich aus internationalen Wissenschaftlern der Universität Hamburg zusammensetzt.

Sie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft in den kommenden vier Jahren mit rund vier Millionen Euro gefördert. Das Projekt ist am ebenfalls neuen Universitätsinstitut für Jüdische Philosophie und Religion angesiedelt und insgesamt auf acht Jahre angelegt. Leiter des Zentrums ist Giuseppe Veltri. epd

Im Kino

Mutiges Biopic über Österreichs Ex-Kanzler: »Bruno – Der junge Kreisky«

Harald Sicheritz hat ein Biopic gedreht, das die politischen Kämpfe zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten, zwischen der Linken an sich und den Nationalsozialisten in den 1930er Jahren differenziert darstellt

von Sascha Westphal  06.10.2026

Literatur

Neues Jugendbuch von Holly-Jane Rahlens: Ein eher unbekanntes Kapitel deutsch-jüdischer Geschichte

Displaced Persons Camps der Nachkriegszeit: Sie stehen im Zentrum eines neuen Buches von Holly-Jane Rahlens. »Frostblüten« heißt und erzählt von der Freundschaft der jüdisch-polnischen Estera und der Berlinerin Lotte

von Nina Schmedding  06.10.2026

Aufruf

Buchpreis-Trägerin Shida Bazyar warnt vor AfD

Shida Bazyar ist mit dem diesjährigen Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden. In einem Vorab-Interview äußerte sie sich auch politisch

von Anita Hirschbeck  06.10.2026

Literatur

Shida Bazyar für ihren Roman »Die Lücken« mit Deutschen Buchpreis ausgezeichnet

Der Preis wurde am Montagabend im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse vergeben

 05.10.2026 Aktualisiert

Glosse

Der Rest der Welt

Einmal Gastro, immer Gastro

von Margalit Edelstein  05.10.2026

Zahl der Woche

136 israelische Athleten

Fun Facts und Wissenswertes

 05.10.2026

7. Oktober

Rotes Rathaus zeigt Ausstellung zum Hamas-Überfall auf Israel

Der Überfall der Terrororganisation Hamas hat überall in Israel Spuren hinterlassen. Eine neue Berliner Ausstellung beleuchtet die Erfahrungen von Sportlern und Fans rund um den 7. Oktober 2023

 05.10.2026

Frankfurt

Kronen der Schrift

Im Jüdischen Museum ist die weltweit größte Privatsammlung von Rimonim zu sehen. Sie stammen aus China, dem Jemen oder Marokko. Gesammelt hat sie ein heute 100-jähriger Schweizer Jude

von Mascha Malburg  05.10.2026

Biennale Jerusalem

Aus den Tiefen ins Licht

250 Künstler aus Israel und anderen Ländern verarbeiten das Massaker des 7. Oktober

von Sabine Brandes  05.10.2026