Hamburg

Universität eröffnet jüdisches Zentrum

Das Maimonides Centre for Advanced Studies in Hamburg Foto: Maimonides Centre for Advanced Studies

Die Universität Hamburg wird am kommenden Donnerstag das Maimonides-Zentrum für jüdischen Skeptizismus eröffnen. Dabei handelt es sich um eine seit der Antike praktizierte philosophische Richtung, die an der Möglichkeit des Wissens zweifelt und prinzipiell alles immer wieder infrage stellt.

Dieses Hinterfragen aller Aspekte des Lebens gilt als ein grundlegendes Merkmal des Judentums, wie die Universität am Mittwoch mitteilte. Dennoch sei dieser Aspekt in der bisherigen Forschung zum Skeptizismus und zur jüdischen Philosophie bislang kaum berücksichtigt worden.

vorbild Der offizielle Name des Instituts lautet »Maimonides Centre for Advanced Studies – Jewish Scepticism« (MCAS). Benannt ist es nach Moses Maimonides, dem jüdischen Philosophen, Rechtsgelehrten und Arzt im 12. Jahrhundert. Er war ein herausragender Gelehrter seiner Zeit und gilt nach Angaben der Universität heute als einer der bedeutendsten jüdischen Gelehrten überhaupt. Er starb 1204 in Kairo.

Am MCAS arbeitet seit Jahresbeginn eine Kolleg-Forschungsgruppe, die sich aus internationalen Wissenschaftlern der Universität Hamburg zusammensetzt.

Sie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft in den kommenden vier Jahren mit rund vier Millionen Euro gefördert. Das Projekt ist am ebenfalls neuen Universitätsinstitut für Jüdische Philosophie und Religion angesiedelt und insgesamt auf acht Jahre angelegt. Leiter des Zentrums ist Giuseppe Veltri. epd

Kommentar

Nimm die Wahrheit an, von wem auch immer sie gesagt wurde

Bisweilen wirkt die Debatte um KI-generierte Texte absurd. Denn die Qualität eines Arguments sollte entscheidender sein als sein Urheber

von Leeor Engländer  18.06.2026

Literatur

Prophet im eigenen Land

Ein neuer Band mit bisher unveröffentlichten Texten von Amos Oz zeigt den israelischen Schriftsteller als reflektierten Staatsbürger und überzeugten Zionisten

von Marko Martin  18.06.2026

Essen

»Schakschuka ist der Favorit«

Der deutsch-israelische Koch Tom Franz hat ein Buch über das Frühstück geschrieben. Hier spricht er über geflochtenen Lachs, clevere Vorräte und die Frage, warum er die erste Mahlzeit des Tages auslässt

von Katrin Richter  18.06.2026

Ausstellung

Androgyn, zeitlos, modern

Das Georg Kolbe Museum in Berlin widmet sich der britischen Ausnahmekünstlerin Marlow Moss – erstmals in Deutschland

von Alicia Rust  18.06.2026

Streaming

Bringt Gali nach Hause!

Eine junge Israelin wird in Moskau verhaftet. Die Serie »Unconditional« erzählt vom Kampf einer Mutter gegen die Justiz

von Chris Schinke  18.06.2026

Köln/Hamburg/Leipzig

Mit diesen prominenten Weggefährten feiert Wolf Biermann seinen 90. Geburtstag

Der legendäre Liedermacher wird am 15. November 90 Jahre alt

 18.06.2026

Programm

Israel Day, Goldene Zwanziger und ein Kult-Hai: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 18. Juni bis zum 25. Juni

 17.06.2026

TV-Tipp

Das Leben arabischer Transpersonen in Israel

Eine Arte-Dokumentation porträtiert Transpersonen aus Gaza, die im Exil in Tel Aviv den Traum ihrer sexuellen Selbstbestimmung zu verwirklichen versuchen

von Manfred Riepe  17.06.2026

Hollywood

Sean Penn plant Film um Polizisten bei Kapitol-Attacke

Für seine Nebenrolle in »One Battle After Another« bekam er im März seinen dritten Oscar. Nun will der Hollywood-Star wieder Regie führen - und einen brisanten Stoff anpacken

 17.06.2026