Greifswald

Uni legt Namen ab

Hauptgebäude der Universität Greifswald Foto: dpa

Die Greifswalder Universität wird den Namen ihres bisherigen Patrons Ernst Moritz Arndt ablegen. Sie werde künftig Universität Greifswald heißen, teilte die Hochschule am Mittwoch mit.

Der Akademische Senat habe einem entsprechenden Antrag mit 24 von 36 Stimmen zugestimmt. Die erforderliche Zweidrittelmehrheit für eine Änderung des Universitätsnamens sei damit erreicht worden. Es ist bereits der dritte Anlauf, den bei Teilen der Hochschulangehörigen und Studierenden ungeliebten Namen zu tilgen.

Der Schriftsteller und Greifswalder Geschichtsprofessor Ernst Moritz Arndt (1769–1860) hatte Anfang des 19. Jahrhunderts gegen die Besatzung Deutschlands durch Napoleon gekämpft. Seinen Namen trägt die Hochschule seit 1933. Die Verleihungsurkunde hatte der damalige NS-Politiker Hermann Göring unterzeichnet.

Initiative Kritiker verweisen auf Arndts nationalistisches Gedankengut und antisemitische Tendenzen in seinen Schriften. Nach einer ersten Diskussion 1998 hatte zuletzt 2009 die studentische Initiative »Uni ohne Arndt« für die Ablegung des Namens geworben. 2010 votierte eine Mehrheit der Studierenden in einer Urabstimmung für die Beibehaltung des Namens. Auch der Senat der Universität stimmte kurz darauf mehrheitlich für die Beibehaltung des Patrons.

Ihren neuerlichen Versuch der Namensänderung hatten die Antragsteller damit begründet, »dass das Festhalten am umstrittenen Namenspatron Arndt die Gewinnung internationaler Studierender und Wissenschaftler sowie die Darstellung der Universität als ein Ort fortschrittlicher Wissenschaft erschwert«.

Außerdem verweisen sie darauf, dass ein Namenspatron identitätsstiftend und der Name von der großen Mehrheit der Universitätsangehörigen mitgetragen sein sollte. Dies war ihrer Ansicht nach an der Universität Greifswald bislang nicht der Fall. epd

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  19.02.2026

Leipzig

Nach Ofarims Dschungel-Triumph: Influencer sammelt Spenden für Markus W.

Der Mann, den der Musiker 2021 fälschlicherweise des Antisemitismus beschuldigt hatte, bedankt sich und plädiert für Transparenz

 19.02.2026

Programm

Lesung, Erkundung, Abrechnung: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 19. Februar bis zum 25. Februar

 19.02.2026

Essay

Losing My Religion?

Warum Selbstmitleid und Eskapismus im Kampf gegen die Feinde der Demokratie nicht helfen

von Ayala Goldmann  19.02.2026

Kulturkolumne

Späte Erkenntnis

Warum es Zeit wird, sich nicht alles gefallen zu lassen – schon gar nicht von sich selbst

von Maria Ossowski  19.02.2026

Berlinale

Der richtige Film

Nach der Freilassung der Hamas-Geisel David Cunio hat der israelische Regisseur Tom Shoval eine neue Version seiner Doku »A Letter to David« gedreht. Nun wird sie in Berlin gezeigt

von Katrin Richter  19.02.2026

Berlin

Israelischer Künstler verhüllt Altar

»Parochet«: Die Rauminstallation des Künstlers Benyamin Reich ist für 40 Tage in der Berliner St. Matthäus-Kirche zu sehen

 19.02.2026

Köln

Gil Ofarim belog seine Kinder wegen der Davidstern-Affäre

In einer neuen RTL-Dokumentation gibt der Sänger Auskunft darüber, wie er mit der Situation gegenüber seinen Kindern umgegangen ist

 19.02.2026

Theater

Buh-Rufe, »Halt die Fresse«-Schreie: Tumult bei Premiere - Zuschauer greifen Schauspieler an

Am Bochumer Schauspielhaus hat ein Stück einen Tumult ausgelöst

 19.02.2026