Leon Goretzka

»Unglaublicher Respekt und Ehrfurcht«

Fußballspieler Leon Goretzka Foto: imago images/RHR-Foto

Fußball-Nationalspieler Leon Goretzka hat über eine prägende Begegnung mit der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer berichtet.

»Das war ein unglaubliches Treffen. Ich war ja schon in vielen Situationen, wo der eine oder andere sagen würde, da ist man nervös oder aufgeregt – aber das war wirklich absolut nichts dagegen, wie ich mich vor dem Gespräch mit Margot Friedländer gefühlt habe. Einfach unglaublicher Respekt und Ehrfurcht vor dem, was sie in ihrem Leben erlebt und überlebt hat«, sagte der 26-Jährige im FC Bayern Podcast. »Was für Schmerzen sie ausgehalten hat und jetzt trotzdem noch für so viele Leute ein Vorbild ist und zusieht, dass diese Dinge nicht nochmal passieren.«

Zeit Zu dem Treffen mit der 99-jährigen Friedländer war es im vergangenen Jahr in Berlin gekommen. »Ich bin total dankbar, dass sie sich die Zeit genommen hat, mich zu treffen, auch in dem Wissen, dass sie sich normalerweise mit Leuten wie dem Bundespräsidenten oder Angela Merkel austauscht. Das war schon ein großes Privileg, mit ihr persönlich sprechen zu dürfen«, sagte Goretzka. »Die Kernaussage, die sie mir mitgegeben hat, war, dass wir die Zeitzeugen sein müssen, die es bald nicht mehr geben wird, indem wir diese Botschaften weitertragen und auf die Agenda bringen, damit so etwas nie wieder passiert.«

Goretzka ist ein Fußball-Profi, der sich klar zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen positioniert. »Wir haben die Möglichkeit, durch unsere Reichweite, die wir uns durch den Sport erarbeitet haben. Ich glaube, es ist super wichtig, dass wir diese Reichweite nutzen, um den Leuten hier und da was mitgeben zu können. Darin sehe ich unsere Aufgabe«, sagte er.

Auch sozial engagiert Goretzka sich. Die vor einem Jahr zusammen mit Joshua Kimmich ins Leben gerufene Spendenaktion #WeKickCorona sammelte schon mehr als sechs Millionen Euro für knapp 700 soziale und karitative Organisationen ein. dpa

Standpunkt

Braucht es ein Verbot?

Warum gerade Juden einen Social-Media-Stopp für Jugendliche unter 16 Jahren unterstützen sollten

von Daniel Neumann  27.02.2026

Musik

Der große Romantiker: Bruno Mars ist der König des Soul

Das Warten hat sich gelohnt. Mit »The Romantic« zeigt der 40-jährige Künstler mit jüdischem Familienhintergrund, dass er weiter in einer eigenen Liga spielt

von Philip Dethlefs  27.02.2026

Berlin

Wegner: Berlinale darf nicht für Propaganda genutzt werden

Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) nimmt zum jüngsten Skandal bei den Filmfestspielen Stellung

 27.02.2026

Online-Hass

Hugh Laurie und die Anti-Zionisten

Der britische Filmstar Hugh Laurie wurde zum Ziel von Anti-Zionisten, nachdem er öffentlich um die verstorbene israelische Produzentin Dana Eden getrauert hatte

 27.02.2026

Essay

Ich habe Xavier Naidoos öffentlicher Abbitte geglaubt ...

Da steht er also wieder vor dem Kanzleramt. Nicht als Sänger, nicht als geläuterter Rückkehrer, nicht als jemand, der seine eigenen Irrwege wirklich aufgearbeitet hätte, sondern als Lautsprecher für den nächsten verschwörungsideologischen Ausnahmezustand

von Serdar Somuncu  27.02.2026

Debatte

»Sie war mehr als froh, als alles zu Ende war«: Berlinale-Kreise: Tuttle überfordert und resigniert

Wie geht es nach Debatten um die Berlinale weiter? Eine Krisensitzung bringt nach Angaben des Kulturstaatsministers keine Entscheidung - zumindest vorerst

 26.02.2026

Interview

»Lachen statt verzweifeln«

Ein Gespräch mit der Meme-Künstlerin ruth__lol über jüdischen Humor, die komische Seite des Antisemitismus und eine Leerstelle in den sozialen Medien

von Joshua Schultheis  26.02.2026

Reaktionen

»Plattform für antisemitische Hetze«: Das sagen Künstler und Politiker zur geplanten Tuttle-Absetzung

Wolfram Weimer will die Berlinale-Chefin nach dem jüngsten Antisemitismus-Skandal absetzen. Das sorgt – so wie die Rede von Abdallah Alkhatib – für kontroverse Diskussionen. Ein Überblick

 26.02.2026

Berlinale

Tom Shoval unterstützt Tricia Tuttle

Der israelische Regisseur schreibt in einem Instagram Post Tuttle sei »eine Person von beispielloser Integrität.«

von Katrin Richter  26.02.2026