Literatur

Trauer um E. L. Doctorow

E. L. Doctorow (1931–2015) Foto: dpa

Der amerikanische Schriftsteller Edgar Lawrence Doctorow ist tot. Der 84-jährige Autor verstarb am Dienstag in Manhattan nach langer Krankheit, wie seine Familie mitteilte. US-Präsident Barack Obama twitterte nach der Bekanntgabe von Doctorows Tod: »E. L. Doctorow war einer von Amerikas größten Romanautoren. Aus seinen Büchern habe ich viel gelernt. Wir werden ihn vermissen.«

Doctorow gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller der zeitgenössischen amerikanischen Literatur. Zu seinen berühmtesten Büchern gehört der 1975 veröffentlichte Roman Ragtime. Er wurde von Miloš Forman mit James Cagney in der Hauptrolle verfilmt und auch am Broadway als Musical aufgeführt. Bereits hier ist ein zentrales Motiv seines Werkes angelegt: die Trennung zwischen Geschichtsschreibung und Literatur.

Emigration In anderen Büchern verarbeitete der am 6. Januar 1931 in der Bronx geborene Doctorow seine eigene Biografie, etwa in dem 1986 mit dem National Book Award ausgezeichneten Roman Weltausstellung, der mit der Ankunft seiner Vorfahren in Amerika beginnt. Seine Großeltern waren als mittellose jüdische Emigranten aus dem zaristischen Russland zur Jahreswende 1886/87 in die USA gekommen. Ein sozialer Abstieg, der jedoch keinen kulturellen Verlust bedeutete. »Geld hatten wir keines, aber dafür umso mehr Musik und Bücher.«

Für sein Werk hat E. L. Doctorow, der seinen ersten Vornamen dem Lieblingsautoren seines Vaters, nämlich Edgar Allen Poe, zu verdanken hat, zahlreiche Preise erhalten. Darunter eine Nominierung für den National Book Award Das Buch Daniel (1971) über die Hinrichtung des der Spionage für die UdSSR angeklagten jüdischen Ehepaars Ethel und Julius Rosenberg 1953. ja

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