NS-Zeit

Raubkunst: Entscheidung über Rückgabe liegt beim Stadtrat

NS-Raubkunst im Salzstollen von Merkers (Symbolfoto) Foto: claimscon.org

NS-Zeit

Raubkunst: Entscheidung über Rückgabe liegt beim Stadtrat

Werden die Erben des jüdischen Unternehmers Kurt Grawi das Werk zurückbekommen?

 16.04.2021 15:44 Uhr

Im Fall des jahrelangen Streits um die Rückgabe des wertvollen Ölgemäldes »Die Füchse« an die Erben des einstigen Besitzers liegt die Entscheidung jetzt beim Düsseldorfer Stadtrat. Die Beratende Kommission für Raubkunstfälle hatte vor Kurzem die Rückgabe des Werks des Expressionisten Franz Marc (1880-1916) an die Erben des jüdischen Unternehmers Kurt Grawi (1887-1944) empfohlen.

Der Rats-Kulturausschuss reichte am Donnerstag die Empfehlung der Raubkunst-Kommission zur Rückgabe in Form einer Beschlussvorlage des Kulturdezernats an den Rat weiter. »Der Rat wird sich in seiner Sitzung am 29. April mit dem Thema befassen«, sagte eine Sprecherin. Der Ausschuss hatte sich im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung mit dem Thema befasst. Einzelheiten dazu wurden zunächst nicht bekannt.

Grawi war nach 1933 in Deutschland erheblichen Repressionen ausgesetzt. 1938 wurde er mehrere Wochen im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert. 1939 konnte er nach Chile auswandern. 1940 verkaufte er das Bild in New York. 1962 kam es als Schenkung in den Bestand der Städtischen Kunstsammlung Düsseldorf.

Vor einigen Jahren forderten die Erben die Restitution des Bildes. Die Umstände des Verkaufs belegten, dass Grawi das Bild aus Not und unter dem Zwang der Verfolgung veräußern musste, argumentierten sie. Die Stadt Düsseldorf wies dies zurück mit der Begründung, das Bild sei 1940 im Ausland zu einem für damalige Verhältnisse marktgerechten Preis verkauft worden. Die Stadt schlug ein Mediationsverfahren durch die Beratende Kommission vor. 2018 stimmten die Erben dem Verfahren zu. Ende März 2021 veröffentlichte die Kommission ihr Votum.

Nach Auffassung der Kommission ist das Gemälde zurückzugeben, »auch wenn der Verkauf außerhalb des NS-Machtbereiches seinen Abschluss gefunden hat«. Der Verkauf 1940 in New York sei die unmittelbare Folge der KZ-Inhaftierung und der Flucht gewesen. Er habe mit der NS-Verfolgung in einem derart engen Zusammenhang gestanden, dass der Ort des Geschehens demgegenüber zurücktrete. Die Entscheidung der Kommission fiel mit einer Mehrheit von sechs zu drei Stimmen. Die Stadt Düsseldorf hatte dies als »knappe Zweidrittel-Mehrheit« bezeichnet. dpa

Exklusiv-Interview

Götz Aly: »Anders als Hitler ist die AfD nicht kriegslüstern«

Der Historiker und Bestsellerautor über die Radikalisierung des NS-Regimes, Vergleiche zwischen dem Ende der Weimarer Republik mit der heutigen Zeit und die Sinnhaftigkeit eines AfD-Verbots

von Michael Thaidigsmann  25.08.2026

ESC

Moroccanoil steigt als Hauptsponsor aus

Die israelische Kosmetikmarke hat ihr Sponsoring des Musikwettbewerbs nach sechs Jahren beendet.

von Nicole Dreyfus  25.08.2026

Dresden

Ausstellung würdigt jüdische Sportlerinnen und Sportlern

Deutsch-jüdische Sportlerpersönlichkeiten stehen im Mittelpunkt einer Präsentation. Anlässlich des Jahres der jüdischen Kultur wird sie in Dresden gezeigt

 25.08.2026

Orlando (Florida)

Harrison Ford wird erneut zu Indiana Jones

Diesmal wird der jüdische Darsteller kein Abenteuer auf der Leinwand erleben. Aber worum geht es dann?

 25.08.2026

Schweiz

Das sind die beliebtesten Vornamen für neugeborene Jungen und Mädchen

Eine neue Rangliste des Bundesamts für Statistik gibt Aufschluss

von Nicole Dreyfus  25.08.2026 Aktualisiert

TV-Kritik

»Phoenix« - herausragender Film über eine Holocaust-Überlebende

Christian Petzolds grandiose Parabel auf Deutschland im »Jahre Null«

von Felicitas Kleiner  24.08.2026

Ausstellung

Ein Buchladen als säkulares Bethaus

Rachel Salamander schuf in München einen Ort, an dem jüdische Literatur, Erinnerung und Gegenwart aufeinandertreffen – sie bewahrt ihn in roten Ordnern und auf klapprigen Kassetten

von Katrin Diehl  24.08.2026

Neu

Neue Synagoge Berlin zeigt neue Ausstellungen

Der Blick auf Jüdinnen und Juden und ihre Darstellung wird oft von Vorurteilen begleitet. Eine Ausstellung im Berliner Centrum Judaicum macht dies jetzt zum Thema

 24.08.2026

Berlin

Ruth Moschner positioniert sich gegen die AfD

Die Moderatorin mit jüdischem Hintergrund schreibt, sie persönlich würde von der Politik der Partei profitieren. Dennoch warnt sie vor der selbsternannten Alternative

 24.08.2026