Geburtstag

Putins Freund

Alexander Rosenbaum Foto: pr

»Wie oft träume ich diesen Traum, meinen wunderbaren Traum« – so beginnt der Refrain des Boston‐Walzers (Wals Boston) von Alexander Jakowlewitsch Rosenbaum. Der »wunderbare Traum«, den der Sänger in seinem bekanntesten Lied besingt, dürfte für ihn längst in Erfüllung gegangen sein. Zu seinem 60. Geburtstag am 13. September dieses Jahres konnte der Mann mit dem kahl geschorenen Kopf und dem markanten Oberlippenbart auf ein ebenso erlebnis‐ wie erfolgreiches Leben zurückblicken.

Rosenbaum kam 1951 in Leningrad zur Welt. Die Eltern Sofja und Jakow hatten gerade ihr Medizinstudium abgeschlossen, als Stalin eine angebliche Verschwörung von Medizinern aufdeckte und zahlreiche, vor allem jüdische Ärzte verhaften und hinrichten ließ. Noch 1952 flohen die Rosenbaums in den Osten Kasachstans. In der entlegenen Provinzstadt Syrjanowsk, die noch nicht einmal an das Eisenbahnnetz angeschlossen war, fühlten sie sich in Sicherheit. Erst nach sechs Jahren im Exil, als Chruschtschow an die Staatsspitze gerückt war und in der Sowjetunion eine Phase der Entstalinisierung und Liberalisierung begann, wurde die Rückkehr in die geliebte Stadt am Fluss Newa für die Rosenbaums möglich.

Alexander trat in die Fußstapfen seiner Eltern und nahm in Leningrad das Medizinstudium auf. In der Freizeit lernte er Geige, Klavier und Gitarre spielen. Immer häufiger trat er bei Studentenfeiern auf und trug selbst geschriebene Gedichte und Lieder vor. Zwar schloss er das Medizinstudium ab und arbeitete fünf Jahre als Notarzt. Doch 1980 entschied sich der damals 29‐Jährige endgültig für den Beruf des Musikers.

Die größten Erfolge feierte Rosenbaum in den 80er‐ und 90er‐Jahren. Kritiker nennen diese Phase seiner Karriere deshalb den »Rosen‐Boom«. In den frühen Liedern besingt Rosenbaum die schlitzohrigen Ganoven aus den Anfangstagen der Sowjetunion. Zwischen 1985 und 1990 thematisiert er in seinen Liedern den Afghanistan‐Krieg. Er reist in die Feldlager der sowjetischen Truppen und singt dort vor den Soldaten. Erst Ende der 80er‐Jahre, mit der aufkommenden Perestroika, findet auch seine jüdische Identität Widerhall im Werk. Das Lied Babi Jar widmete der Sänger den 33.000 Juden, die 1941 in der gleichnamigen Schlucht auf dem heutigen Stadtgebiet von Kiew von der deutschen Wehrmacht ermordet wurden. »Schwestern, vergebt mir, dass ich nicht bei euch sein konnte, dass sich mein Schrei nicht mit euren Klagen verband«, heißt es im Text.

In jüngerer Zeit engagierte sich Rosenbaum auch parteipolitisch. Bei den Parlamentswahlen im Jahr 2003 ließ er sich als Kandidat für die Partei »Einiges Russland« seines persönlichen Freundes Wladimir Putin aufstellen. In der Zeit als Abgeordneter unterzeichnete Rosenbaum einen Aufruf von 50 Personen des öffentlichen Lebens, in dem die Angeklagten des Jukos‐Prozesses kritisiert werden. »Sind diejenigen, die ständig von Ungerechtigkeit sprechen, wirklich besorgt um die Rechte der Angeklagten? Oder verfolgen sie andere Interessen? Denn immerhin ignorieren sie, dass Steuerhinterziehung in Russland, wie in jedem beliebigen normalen Land, eines der ernstesten Verbrechen ist«, heißt es in dem Aufruf.

Seine Sänger‐Karriere will der 60‐jährige Vater einer verheirateten Tochter und stolzer Großvater zweier Enkel noch lange nicht beenden: Seine Fans ließ Rosenbaum jetzt wissen, er habe in den vergangenen Monaten zehn neue Lieder geschrieben. Die sollen in naher Zukunft auf der dann 32. CD des Künstlers veröffentlicht werden. Außerdem bereitet Rosenbaum eine Tournee vor. Den Auftakt machen neun Jubiläumskonzerte zwischen dem 14. und dem 23. Oktober im Moskauer »Theater der Russischen Armee«.

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