Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Dudu Tassa und Jonny Greenwood lassen sich nicht von ihrer Zusammenarbeit abbringen. Die beiden Künstler, die im vergangenen Jahr ein gemeinsames Album aufgenommen haben, veröffentlichten ein Statement, in dem sie Kritikern und Hetzern eine klare Absage erteilen. »Ich denke, ein künstlerisches Projekt, das arabische und jüdische Musiker miteinander verbindet, ist es einfach wert.« Man solle sich außerdem bewusst sein, dass die jüdisch-kulturellen Wurzeln in Ländern wie dem Irak und Jemen Tausende Jahre zurückreichen.

David Draiman trauert um seine Oma. »Die letzte meiner Großeltern. Die, die mir das Wesentliche beigebracht hat. Meine süße, sture, unerschütterliche, erstaunliche jemenitische Großmutter, Ziona Draiman«, schrieb der Sänger der amerikanischen Rockband »Disturbed« in einem Post auf seinem Instagram-Account. In dieser Woche hätte er sie besuchen wollen, hat es aber nicht geschafft. »Ich liebe dich, Savta. Ich werde dich vermissen. Baruch Dayan HaEmet.«

Roberto Saviano kommt jetzt doch zur Frankfurter Buchmesse im Herbst. Der italienische Autor wurde nämlich nicht in die offizielle italienische Delegationsliste mit aufgenommen. Aber das fand er richtig gut. »Ich bin stolz darauf, nicht von der, wie ich finde, ignorantesten Regierung in der italienischen Geschichte eingeladen worden zu sein. Je mehr sie zensieren und blockieren, desto mehr verschafft sich die Kultur- und Zivilgesellschaft Gehör und stellt sich auf die andere Seite der Strafmaßnahmen und Rache­aktionen.«

Julia Louis-Dreyfus ist zwar ab und an mit einem Pod­cast zu hören, aber immer nur jemandem Fragen zu stellen und selten selbst zu antworten, das kann sich die Schauspielerin absolut nicht vorstellen. Das sagte sie in The Late Show dem Gastgeber Stephen Colbert. Die einfache Begründung? »Schließlich bin ich Schauspielerin, und die Kamera ist immer auf mich gerichtet.« Es war zwar ironisch gemeint, aber klang trotzdem anstrengend. kat

München

Simon Rattle bleibt bis 2033 Chef des BR-Symphonieorchesters

»Symphonischer Hoagascht« oder »Singen mit Sir Simon« hießen Projekte, die Sir Simon Rattle eingeführt hat. Die Arbeit mit dem Symphonieorchester des BR und seinem Chor sagt dem Chefdirigenten zu. Er hat nun verlängert

von Barbara Just  08.10.2026

Adania Shibli

Plattitüden in Romanform

Auch das zweite auf Deutsch erschienene Buch der palästinensischen Autorin weist einen holzschnittartigen Charakter auf

von Enno Stahl  08.10.2026

Prag

Spätes Debüt

Der Schriftsteller Eli Beneš gilt als bekannteste literarische Stimme der Juden in Tschechien. Sein Roman über einen Schoa-Überlebenden machte ihn zum preisgekrönten Autor. Eine Begegnung

von Kilian Kirchgeßner  08.10.2026

Literatur

»Es gibt zwei Seiten«

Zur Frankfurter Buchmesse ruft die israelische Autorin Orna Landau gegen den Boykott von Büchern auf: »Entscheidet euch für Wissen«

von Ayala Goldmann  08.10.2026

Literatur

Geistige Freiheit

Tschechien ist Ehrengast der Buchmesse. Unser Autor erinnert an die Zeit nach dem Prager Frühling, als Bücher in seiner Heimat als »Samisdat« im Untergrund erschienen

von Jan Faktor  08.10.2026

Nahost

Die Geschichte eines Krieges

Shahrzad Eden Osterer und Richard C. Schneider analysieren den Konflikt zwischen Israel und Iran – und die Rolle der involvierten Proxy-Armeen

von Eva M. Grünewald  08.10.2026

7. Oktober

Maxim Biller und die Barbaren

In »Schwarze Samstage« kämpft der Schriftsteller mit den Folgen des Massakers in Israel – und zieht eine harte Linie zwischen Juden und »Gojim«

von Tobias Kühn  07.10.2026

TV-Tipp

»Phoenix« - herausragender Film über eine Holocaust-Überlebende

Christian Petzolds grandiose Parabel auf Deutschland im »Jahre Null«

von Felicitas Kleiner  07.10.2026

Programm

Musikalische Crossovers, Kontroverse, Krimi und Krav Maga: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 8. Oktober bis zum 14. Oktober

 07.10.2026