Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Netta Barzilai Foto: imago images/Eastnews

Netta Barzilai hat ihre Koffer gepackt. Zum ersten Mal seit 20 Jahren flog sie vergangene Woche nach Nigeria. Bis zu ihrem sechsten Lebensjahr verbrachte die israelische Sängerin und ESC-Gewinnerin von 2018 ihre Kindheit in Ibadan. Dann musste sie gemeinsam mit ihren Eltern das Land abrupt verlassen. »Der Geschmack, die Gerüche und die Musik, mit der ich aufgewachsen bin, haben mich zu der Person gemacht, die ich heute bin«, schrieb die 29-Jährige voller Vorfreude auf die Reise auf Instagram und postete dazu einige Fotos aus dieser Zeit.

Hans ZimmerFoto: IMAGO/Future Image

Hans Zimmer bekommt von seiner Wahlheimat Los Angeles eher wenig mit. Er lebe in einem Studio ohne Fenster, »ich sehe L.A. gar nicht«, sagte der deutsche Filmkomponist und zweifache Oscarpreisträger dem Magazin der »Zeit«. Den Großteil des Tages verbringe er mit Komponieren: »Mittagessen gibt es nicht, weil ich es vergesse. Abendessen gibt es nicht, weil ich es vergesse«, so der 64-Jährige. »Es ist mein eigenes Land, in dem ich lebe.«

Anna StaroselskiFoto: Gregor Zielke

Anna Staroselski hat allen Grund zu feiern. Am Montag wurde sie als Botschafterin für Demokratie und Toleranz 2022 ausgezeichnet. »Was für eine Wahnsinns-Ehre«, freute sich die Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschland auf Instagram. Im Sinne des Preises, der von Bundesinnenministerium, Bundesjustizministerium und Bündnis für Demokratie und Toleranz vergeben wird, spüre sie eine besondere Verantwortung, ihren Beitrag zu leisten »und alles dafür zu tun, dass unsere Gesellschaft fairer, gerechter und für alle Menschen lebenswerter wird«. In diesem Sinne: Mazal tov!

Pini Zahavi Foto: IMAGO/PRiME Media Images

Pini Zahavi legt nach. Im Streit um einen Wechsel von Stürmer Robert Lewandowski hat der israelische Spielervermittler den Abschied des Fußballers vom FC Bayern München angekündigt. Der »Bild«-Zeitung sagte er: »Natürlich können sie Robert noch ein Jahr behalten, fairerweise hat er Vertrag bis 2023, aber das würde ich ihnen nicht empfehlen.« Für Lewandowski sei der Bundesligist »Geschichte«. bp

Tobias Korenke

Tobias Korenke

»Jetzt sind wir als Nachgeborene gefordert«

»Grandios gescheitert«: So hart urteilt Historiker Tobias Korenke über die deutsche Erinnerungskultur. Und hat Änderungsvorschläge. Bonhoeffer-Nachfahre zu sein, hat für ihn durch den AfD-Aufschwung eine neue Bedeutung

von Karin Wollschläger  08.11.2026

Blick aus einem Fenster der Höß-Villa auf Gebäude des ehemaligen KZ Auschwitz

Auschwitz

»Mein Großvater war der größte Massenmörder aller Zeiten«

Kai Uwe Höss ist der Enkel von Lagerkommandant Rudolf Höß. Wie lebt es sich mit dieser familiären Bürde?

 08.11.2026

München

20 Jahre jüdisches Leben im Herzen Münchens: Synagoge Ohel Jakob

Das Judentum ist seit 20 Jahren wieder mitten in der bayerischen Hauptstadt verankert

von Christiane Ried  08.11.2026

Plakat mit der Aufschrift Nie wieder ist jetzt

Gedenken zum 9. November

»Nie wieder«: Ein Appell in der Kritik

In diesen Tagen wird der Opfer der NS-Pogrome von 1938 gedacht. Anlass, öffentlich »nie wieder« zu fordern. Wegen des aktuellen Antisemitismus wollen manche das jedoch nicht mehr hören. Schlaglichter auf eine Debatte

von Leticia Witte  08.11.2026

Tasche mit der Aufschrift Anne Frank – 30 Jahre Anne Frank Zentrum

Berlin

Anne Frank Zentrum: Holocaustleugnung bei Jugendlichen nimmt zu

Die Leiterin des Anne Frank Zentrums Berlin warnt vor Falschinformationen zur NS-Zeit in Sozialen Medien. Ein Grund für die Wissenslücken könne auch ein rückläufiger Stellenwert im Schulunterricht sein, sagt sie

 08.11.2026

Oper

»Da ruft mich jemand«

Das Theater Osnabrück erinnert mit einem eigens komponierten Stück an Peter van Pels. Der Gefährte von Anne Frank im Versteck wurde vor 100 Jahren geboren

von Claudia Irle-Utsch  08.11.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

 08.11.2026

Ruth Ur im Exilmuseum

Berlin

Das Exil ist überall – Berlins neues Museum schlägt Brücken

Während der NS-Zeit war Berlin für viele ein Ort, den sie verlassen mussten. Ein neues Museum verbindet ihre Geschichten mit heutigen Exil-Erfahrungen

 08.11.2026

Befreiung von der Schuld: Wenn Claudia Roth plötzlich wie Björn Höcke klingt

Eine Einordnung von Georg M. Hafner

 07.11.2026