Stockholm

Physik-Nobelpreis an Roger Penrose

Sir Roger Penrose Foto: imago

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr zur einen Hälfte an den Briten Roger Penrose sowie zur anderen Hälfte an Reinhard Genzel (Deutschland) und Andrea Ghez (USA) für ihre Forschungen zu Schwarzen Löchern. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mit. Reinhard Genzel ist Direktor des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching bei München.

Roger Penrose (geboren 1931) bekommt den Preis für seinen mathematischen Nachweis, dass die Bildung von Schwarzen Löchern eine Bestätigung der Allgemeinen Relativitätstheorie ist. Die Großmutter von Penrose war eine russische Jüdin, die Ende der 1880er-Jahre von St. Petersburg nach Großbritanien emigrierte.

Penrose erfand geniale mathematische Methoden, um Albert Einsteins allgemeine Relativitätstheorie zu erforschen.

Reinhard Genzel (geboren 1952) und Andrea Ghez (geboren 1965) werden ausgezeichnet für die Entdeckung eines supermassiven kompakten Objekts im Zentrum unserer Galaxie.

STERNE Penrose erfand geniale mathematische Methoden, um Albert Einsteins allgemeine Relativitätstheorie zu erforschen, wie das Nobelkomitee mitteilte. Er habe gezeigt, dass diese Theorie zur Bildung von Schwarzen Löchern führt, jenen Monstern in Zeit und Raum, die alles erfassen, was ihnen nahekommt. Penroses Forschung »gilt nach wie vor als der wichtigste Beitrag zur allgemeinen Relativitätstheorie seit Einstein«, erklärte das Komitee.

In den Büchern The Emperor’s New Mind (19899 und Shadows of the Mind (1994) hat sich Penrose auch mit dem Problem des Bewusstseins auseinandergesetzt. Seiner Ansicht nach lässt sich Bewusstsein nicht auf Algorithmen zurückführen, somit könne Künstliche Intelligenz auch niemals Bewusstsein hervorbringen. Menschliches Bewusstsein ließe sich allenfalls mit quantenmechanischen Prozessen erklären. Gemeinsam mit Stephen Hawking veröffentlichte er 1996 das Buch The Nature of Space and Time.

Genzel und Ghez entdeckten, dass ein unsichtbares und extrem schweres Objekt die Umlaufbahnen der Sterne im Zentrum unserer Galaxie beherrscht. Ein supermassives Schwarzes Loch sei dafür die einzige derzeit bekannte Erklärung.

Die höchste Auszeichnung für Physiker ist in diesem Jahr mit insgesamt zehn Millionen Kronen (rund 950.000 Euro) dotiert – eine Million Kronen mehr als im Vorjahr. dpa/ja

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