Politik

Paul Auster sorgt sich um die USA

Präsident Trump verhalte sich wie ein zweijähriges Kind

 20.05.2020 12:03 Uhr

Paul Auster Foto: imago/Agencia EFE

Präsident Trump verhalte sich wie ein zweijähriges Kind

 20.05.2020 12:03 Uhr

Paul Auster, weltbekannter Schriftsteller und Filmemacher aus den USA, sorgt sich um seine Heimat. »In Amerika können viele, viele Menschen kaum lesen«, sagte Auster der »Zeit«.

»Eine Demokratie leidet, wenn ihre Bürger unwissend sind, verwundbar und empfänglich für Demagogen, die nur Gefühle ansprechen«, so der Schriftsteller. »Viele Menschen hier lernen nicht, was sie bräuchten, um zu analysieren, was sie hören.«

SPRACHE Über Präsident Donald Trump, den 45. US-Präsidenten, sagte Auster: »Ich ertrage den Mann nicht. Er hat ein Vokabular von 16 Wörtern, sagt jeden Satz doppelt, und jeder ist gelogen.« Nicht nur beim Corona-Krisenmanagement verhalte sich Trump wie ein zweijähriges Kind, das ausschließlich sich selbst im Zentrum der Welt sehe.

»Fünfjährige sind schon halbwegs vernünftig«, meinte Auster. »Nummer 45 ist immer noch zwei Jahre alt, in Windeln, den Löffel gegen den Hochstuhl hämmernd. Wir sehen einem Kranken zu.«

HOFFNUNG Seine Hoffnung richte sich auf die Präsidentschaftswahl Anfang November, sagte der Schriftsteller. »Wenn die Demokraten die Präsidentschaft und den Senat gewinnen und das Repräsentantenhaus halten, können sie anfangen, das amerikanische System neu zu formen und das neue Verständnis darüber, wie wir eben doch miteinander verbunden sind und voneinander abhängen, in neue Strukturen überführen.«

Andernfalls würden »die Ungeheuer aus ihren Verstecken kriechen«, befürchtete Auster. »Die Demonstrationen in Michigan, die Schwerbewaffneten mit Nazi-Flaggen, haben wir ja bereits gesehen. Wenn es in Amerika gewaltsam wird, kann stets auch die Hölle aufbrechen.« kna

Berlin

»Nicht vom Himmel gefallen«

Das Tikvah Institut fragte auf der Tagung »Kunstfreiheit als Ausrede?«, warum die documenta aus dem Ruder lief 

von Ralf Balke  05.12.2022

Interview

»Oft fühlt man falsch«

Oliver Polak über die Herausforderungen der modernen Liebe und sein neues Buch

von Martin Schubert  04.12.2022

Yaara Keydar

»Frauen waren alles für ihn«

Die Kuratorin über den israelischen Designer Alber Elbaz, eine Ausstellung in Holon und historische Mode

von Katrin Richter  04.12.2022

documenta

»Eine Schar aus Beschwichtigern, Relativierern, Leugnern«

Israels Botschafter Ron Prosor beklagt einen beunruhigenden Antisemitismus aus dem linken politischen Spektrum

 02.12.2022

Zahl der Woche

462 Minuten

Fun Facts und Wissenswertes

 02.12.2022

Berlin

150 Jahre Hochschule für die Wissenschaft des Judentums

Sie galt als eine der wichtigsten jüdischen Bildungsstätten – bis sie 1942 von den Nazis geschlossen wurde

von Lilly Wolter  01.12.2022

Festakt

Fritz Bauer posthum geehrt

Mehr als 50 Jahre nach seinem Tod ist der ehemalige hessische Generalstaatsanwalt mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille ausgezeichnet worden

 01.12.2022

Dokumentarfilm

Die Dinge verlangen nach einer Erzählung

In »Eine Frau« spürt Jeanine Meerapfel 40 Jahre nach ihrem Debüt »Malou« erneut dem Leben ihrer Mutter nach

von Joshua Schultheis  01.12.2022

Musical

Biografische Parallelen

An mehreren Häusern wird derzeit Kurt Weills »Lady in the Dark« aufgeführt. Der Dirigent David Stern spricht von einer Renaissance

von Claudia Irle-Utsch  01.12.2022