Sehen!

Oliver Polak trifft Haftbefehl

Ein jüdisch-muslimischer Dialog, aber alles andere als interreligiös: Ausgerechnet an dem Tag, an dem 2014 die Juden Jom Kippur und die Muslime das Opferfest Bayram feierten, trafen sich Gangsta-Rapper Haftbefehl und Stand-up-Comedian Oliver Polak zu einer nächtlichen Tour durch Offenbach und Frankfurt. Der Fernsehsender Arte hat die beiden mit der Kamera begleitet. Durch die Nacht mit Haftbefehl und Oliver Polak wird am Sonntag, den 8. Februar, um 23.10 Uhr ausgestrahlt.

knast Der Abend beginnt an einem Kiosk am Frankfurter Osthafen, wo das Gespräch schnell auf das Thema Musik kommt. Beim anschließenden Besuch in der Justizvollzugsanstalt Preungesheim zeigen sich die beiden von ihrer mitfühlenden Seite und haben Zigaretten für die Insassen dabei. In einer der Zellen erinnert sich Haftbefehl an längst vergangene Zeiten. Der Abend führt weiter nach Offenbach und an die Stätten von Haftbefehls Jugend. Auf einem Rummelplatz wird »Haft« von seinen jungen Fans belagert und vergöttert. Er lässt eine Runde Karussell für alle springen und löst damit Massenaufläufe aus.

Später treffen der Rapper und der Comedian im Stalburg Theater auf das Frankfurter Urgestein Michael Herl, der Haftbefehl zum Dadaisten macht, was bei den beiden auf Verwirrung stößt. Der Abend klingt aus bei einem Stand-up des Komikers Costa Meronianakis, der auch mal Rapper war und Haftbefehl und Polak aufs Korn nimmt. Diese Nacht ist ein unkonventioneller Austausch über Pop, Religion, Antisemitismus und die Frage, worüber man Witze machen darf. Nicht immer sind Haftbefehl und Polak da einer Meinung, aber tauschen dennoch am Ende ihre Handynummern aus. ja

»Durch die Nacht mit Haftbefehl und Oliver Polak«.
Arte, Sonntag, 8. Februar, 23.10 Uhr

Kino

»EPiC: Elvis Presley In Concert« feiert Kinostart

Laut Regisseur Baz Luhrmann ist das Werk weder eine reine Dokumentation noch ein klassisches Konzertfilm-Format, sondern ein tiefgründiges Porträt des 1977 verstorbenen jüdischen Stars. Die Kritiker sind beeindruckt

 31.01.2026

Der diesjährige Lerntag "Jom Ijun" findet am 1. Februar im Gemeindezentrum der ICZ in Zürich statt.

Interview

»Wir sind in der kleinen jüdischen Welt einsam«

Der diesjährige Lerntag »Jom Ijun« beleuchtet das innerjüdische Spannungsfeld zwischen Gemeinschaft und Individualismus. Warum auch der jüdische Diskurs davon betroffen ist, erklären die Organisatoren Ron Caneel und Ehud Landau im Gespräch

von Nicole Dreyfus  31.01.2026

Aufgegabelt

Früchtebrot

Rezepte und Leckeres

 31.01.2026

Rezension

Israel lieben und an Israel zweifeln

Sarah Levys Buch »Kein anderes Land« ist ein persönliches Zeitdokument – von Sommer 2023 bis zum 7. Oktober und dem Gaza-Krieg

von Eugen El  31.01.2026

"Dschungelcamp"

Gil Ofarim: »Auch ich will ’ne Antwort - vom deutschen Justizsystem«

Musiker Gil Ofarim steht wieder im Zentrum der Aufmerksamkeit

von Britta Schultejans  31.01.2026

Meinung

Warum der Begriff »Davidstern-Skandal« unpassend ist

Die Formulierung beschreibt den Vorfall nicht nur falsch, sie deutet ihn auch als ein jüdisches Vergehen

von Martin Krauß  30.01.2026

TV-Tipp

Brillanter Anthony Hopkins glänzt in »One Life«

Kurz nach dem Holocaust-Gedenktag zeigt 3sat ein biografisches Drama über den Briten Nicholas Winton, der 1939 Kindertransporte von Prag nach London organisierte und damit mehrere hundert Kinder vor den Nazis rettete

von Jan Lehr  29.01.2026

Kairo/Berlin

Ägypten verbietet Buch zu Gaza-Krieg - Autoren: Das Interesse ist riesig

Ihr Streitgespräch über den Nahostkonflikt sorgte in Deutschland für viel Aufmerksamkeit - doch Ägyptens Zensur verbietet das Buch von Philipp Peyman Engel und Hamed Abdel-Samad. Die Autoren nehmen es eher gelassen

 29.01.2026 Aktualisiert

Literatur

Waisenkinder des Lebens

Aus Barbara Honigmanns neuem Buch »Mischka. Drei Porträts« lässt sich erfahren, welch strenge Schönheit und unprätentiöse Würde in der Erinnerung liegen

von Marko Martin  29.01.2026