Berlin

NS-Raubkunst im Bundeskanzleramt zurückgegeben

Monika Grütters Foto: Christof Rieken

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat vier Zeichnungen, die für Experten eindeutig NS-Raubkunst sind, an die Erben einer französischen Industriellenfamilie zurückgegeben. Die Werke kamen aus Privatbesitz. Der Besitzer, der anonym bleibe wolle, habe sie für die Forschung im Kunstfund Gurlitt zur Verfügung gestellt, teilte die Kulturstaatsministerin am Freitag in Berlin mit. Denn die Zeichnungen gehörten einst zum Bestand des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt, dem Vater von Cornelius Gurlitt.

Es handelt sich um Werke von Charles Dominique Joseph Eisen, Augustin de Saint-Aubin und Anne Vallayer-Coster. Eigentümerin der Werke war früher die Familie Deutsch de la Meurthe. Zur offiziellen Übergabe ins Kanzleramt kam Diego Gradis, der Enkel von Georgette Deutsch de la Meurthes. In deren Pariser Haus hingen damals die Zeichnungen. Es wurde während der Besatzung durch die Nationalsozialisten geplündert.

Kulturstaatsministerin Grütters würdigte, dass sich der private Besitzer für die Rückgabe entschieden habe. »Das ist vorbildlich.« Die Restitution der vier Kunstwerke könne das erlittene Unrecht der Familie zwar nicht ungeschehen machen, so Grütters. Doch es sei »hoffentlich beispielgebend, dass sich Privatpersonen zu den Washingtoner Prinzipien bekennen und zur Rückgabe der NS-Raubkunst an die Erben bereit sind«.

Im Besitz von Gurlitts Sohn Cornelius waren 2012 rund 1500 Werke entdeckt worden. Der Kunstfund in München galt als Sensation. Große Teile der Sammlung standen im Verdacht, jüdischen Besitzern während der Nazi-Zeit geraubt worden zu sein. Bisher wurden aber nur wenige Kunstwerke als NS-Raubkunst identifiziert.  dpa

Mode

Mode-Zar Ralph Lauren wird 80

Aus der New Yorker Bronx hat der Designer sich in den Mode-Olymp hochgearbeitet. Ein Porträt

von Christina Horsten  13.10.2019

Finale

Der Rest der Welt

Die Hohen Feiertage mit der Familie oder Wer bin ich?

von Tal Rimon  11.10.2019

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter  11.10.2019

TV-Tipp

Deutsche Geschichten

In »Lebenszeichen – Jüdischsein in Berlin« zeichnet Alexa Karolinski das vielschichtige Porträt ihrer Familie

von Denise Thomas  06.10.2019

Porträt

Kämpferin mit unbändiger Freude am Leben

Politisch wie eh und je: Ein Besuch bei der Hamburger Autorin und Schauspielerin Peggy Parnass

von Carola Große-Wilde  06.10.2019

NS-Widerstand

Die Unangepassten

Vor 40 Jahren verfasste Peter Finkelgruen ein Buch über die Kölner Edelweißpiraten. Nun wird es im Internet erstmals veröffentlicht

von Roland Kaufhold  06.10.2019