Wissenschaft

Nobelpreis für Israelis

Ausgezeichnete Wissenschaftler: Martin Karplus, Michael Levitt, Arieh Warshel Foto: dpa

Ganz offensichtlich stimmte bei den Dreien die Chemie. Der Israeli Arieh Warshel, Martin Karplus aus Österreich und der Südafrikaner Michael Levitt haben gemeinsam den Nobelpreis für Chemie gewonnen, wie die Königliche Schwedische Akademie für Wissenschaften jetzt bekanntgab. Warshel ist damit der elfte Israeli, dem die prestigeträchtigste Auszeichnung der Welt verliehen wird.

Alle drei Wissenschaftler sind Juden, Warshel und Levitt haben die israelische Staatsbürgerschaft. Den mit 1,2 Millionen US-Dollar dotierten Preis erhielten sie für ihre Forschung, die Grundlage für Computermodelle ist, um komplexe chemische Prozesse vorauszusehen und zu verstehen.

Der im Kibbuz Sde Nachum geborene Warshel studierte am Technion in Haifa und am Weizmann-Institut in Rechovot, seit den 70er-Jahren unterrichtet er als Professor Chemie und Biochemie an der Universität von Südkalifornien in Los Angeles.

»Es war meine Neugier, die mich zur Forschung gebracht hat«, sagte der 72-Jährige. Er wollte wissen, wie Proteine wirklich funktionieren. In einer telefonischen Pressekonferenz erklärte Warshel, der sich auch nach Jahrzehnten in den USA als Israeli bezeichnet, er sei extrem glücklich, mitten in der Nacht in Los Angeles geweckt zu werden, um zu erfahren, dass er den Nobelpreis gewonnen habe.

Weizmann-Institut Levitt, geboren in Südafrika, unterrichtete in den 80er-Jahren am Weizmann-Institut in Rechovot, damals nahm er die israelische Staatsbürgerschaft an. Der Chemiker Karplus flüchtete 1938 als jüdisches Kind vor den Nazis aus Österreich in die USA.

Einen Tag zuvor war bekanntgegeben worden, dass der diesjährige Preis für Physik an den Belgier Francois Englert und den Briten Peter Higgs geht. Die Arbeit der beiden theoretischen Physiker beschäftigt sich mit dem Higgs-Boson (auch »Gottesteilchen« genannt).

Das Partikel verleiht allen anderen Teilchen Masse und erklärt, wie Sterne und Planeten geformt werden. Englert, ein Holocaustüberlebender, ist Jude und seit drei Jahrzehnten eng mit der Tel Aviver Universität verbunden. Er ist »Sackler-Professor« der Hochschule und reist noch heute regelmäßig nach Israel.

Er scherzte nach der Bekanntgabe zu Reportern: »Wie sie sich vorstellen können, ist es nicht gerade unangenehm, diesen Preis zu bekommen.« Er sei sehr, sehr glücklich, Anerkennung in Form dieses außerordentlichen Preises zu erfahren.

Im Dezember werden alle Preisträger nach Stockholm reisen, um die Nobelpreise in feierlicher Zeremonie überreicht zu bekommen.

Berlin

»Wie es wirklich war«: Schoa-Überlebende als Hologramme  

Wie es mit dem Erinnern an die NS-Verbrechen weitergeht, wenn diejenigen, die aus erster Hand berichten können, nicht mehr da sind, wird bei einer Konferenz in Berlin erörtert

von Leticia Witte  14.01.2026

Wissenschaft

Studie: Gedanken an andere Partner sind kein Treuebruch

Eine neue Studie der Universität Tel Aviv stellt gängige Vorstellungen von Monogamie und Treue grundsätzlich infrage

 14.01.2026

Comedy-Legende

Don Rickles: Meister der Beleidigungen

In diesem Jahr wäre der große Stand-Up-Comedian 100 Jahre alt geworden. Seine Spezialität: Er zog sein Publikum durch den Kakao

von Imanuel Marcus  14.01.2026

Zahl der Woche

Platz 28

Fun Facts und Wissenswertes

 13.01.2026

Erinnerungskultur

Bund fördert Projekte zu NS-Zeit und deutscher Teilung

Der Bund fördert in den kommenden Jahren neue Projekte in Gedenkstätten

 13.01.2026

Auszeichnung

Vier Deutsche mit Obermayer Awards ausgezeichnet

Seit dem Jahr 2000 verleiht die amerikanische Obermayer-Stiftung jährlich einen Geschichtspreis an Heimatforscher und Gedenk- und Aufarbeitungsprojekte in Deutschland. In diesem Jahr werden vier Personen und eine Initiative geehrt

 13.01.2026

Wien

Eurovision Song Contest: Israel startet in der ersten Halbfinalrunde

Israel trifft in der ersten Runde unter anderem auf Portugal, das sich gegen die Teilnahme des jüdischen Staates ausgesprochen hatte

 13.01.2026

Großbritannien

J.K. Rowling prangert Schweigen zu Iran-Protesten an

»Wenn du vorgibst, für Menschenrechte einzutreten, es aber nicht über dich bringst, Solidarität mit Menschen zu zeigen, die im Iran für ihre Freiheit kämpfen, dann hast du dich selbst entlarvt«, schreibt die »Harry Potter«-Autorin

 13.01.2026

Justiz

Melanie Müller und der Hitlergruß auf der Bühne: Das Landgericht Leipzig hat nun sein Urteil gesprochen

Die Schlagersängerin hatte bei einem Konzert in Leipzig mehrfach den Hitlergruß gezeigt

 12.01.2026