Bundeswehr

Nach allem und trotz allem

Warum eine demokratische Armee jüdische Soldaten und Seelsorger braucht. Ein Essay von Michael Wolffsohn

von Michael Wolffsohn  02.04.2019 07:49 Uhr

Christliche, jüdische, muslimische und atheistische Soldaten haben alle ihren Platz in der Armee. Foto: imago/Jürgen Heinrich

Warum eine demokratische Armee jüdische Soldaten und Seelsorger braucht. Ein Essay von Michael Wolffsohn

von Michael Wolffsohn  02.04.2019 07:49 Uhr

Vorab muss ich mich entschuldigen, denn ich muss sehr persönlich werden. Analyse und Person sind bei diesem Thema nicht strikt voneinander zu trennen. Ich spreche zugleich als Zeithistoriker und Mitakteur, wenngleich in Minirollen. Vielleicht, ja, wahrscheinlich, habe ich deshalb auch nicht die eigentlich für eine nüchterne Analyse notwendige emotionale Distanz.

Dezember 1988. Ein Anruf von Verteidigungsminister Rupert Scholz: Bundeskanzler Kohl und er müssten sehr bald entscheiden, ob nach der zweiten auch die dritte Generation deutschjüdischer Holocaust-Überlebender vom Wehrdienst ausgenommen werden soll. Er bitte mich um einen Gedanken- und Faktenaustausch.

Es gilt: »Gleiche Rechte, gleiche Pflichten.« Sonderregelungen darf es nicht geben.

OFFIZIERE Ebenfalls im Dezember 1988. Das Fernsehmagazin Panorama nimmt sich des Themas an und interviewt in der Bundeswehruniversität München einige meiner Studenten und mich. Die jungen Offiziere antworteten verständlicherweise vorsichtig. Tenor: »Bloß nicht anecken, der Boden ist glatt, Rutschgefahr.« Dank der »Gnade meiner Geburt« und meiner professoralen Unkündbarkeit als deutscher Beamter konnte ich Tacheles reden: »Gleiche Rechte, gleiche Pflichten.«

Das kennzeichne einen Rechtsstaat und müsse folglich auch fürs Thema Juden und Bundeswehr gelten. Diesbezügliche Ausnahmeregelungen sprächen zwar für das geschichtspolitische Einfühlungsvermögen der Entscheidungsträger, seien jedoch ein Systembruch und daher kontraproduktiv. Bräche nämlich der Damm einmal, bräche er dauerhaft. Gut gemeint sei nicht gut gemacht. Polemisch überspitzt könne man sogar sagen, eine Sonderregelung für Juden wäre – freilich unter wohlmeinenden Vorzeichen – den antisemitischen Nürnberger Gesetzen von 1935 vergleichbar.

Längst regt sich kaum noch jemand – Jude oder nicht – über Juden in der Bundeswehr auf.

Shitstorm Was folgte? Heute würde man sagen, ein Shitstorm, gewählter formuliert: ein Sturm der Entrüstung. Wie man sieht, habe ich die Kanonade überlebt, und dank der stabilen Demokratie in Bundesdeutschland haben sich auch die damaligen Frontlinien inzwischen kampf- und krampflos aufgelöst.

Längst regt sich kaum noch jemand – Jude oder nicht – über Juden in der Bundeswehr auf. Ganz im Gegenteil, der jetzige Zentralratspräsident befürwortet ebenso wie die Verteidigungsministerin nachdrücklich und vorbehaltlos die Errichtung jüdischer Seelsorge in der Bundeswehr, also einen Militärrabbiner für die (heute) knapp 300 jüdischen Soldaten.Ganz anders war das noch im Januar 1989: Hardthöhe, Bonn. Rupert Scholz hatte sich etwas verspätet. Er sei bei Bundeskanzler Kohl gewesen.

Auch Heinz Galinski habe am Gespräch teilgenommen. Der Chef des Zentralrats bestehe auf der Ausnahmeregelung für die dritte Generation der Holocaust-Überlebenden. Er, Scholz, sowie Kanzler Kohl wollten einen öffentlichen Streit mit dem Zentralrat auf jeden Fall vermeiden. Man habe Galinskis Wunsch entsprochen, berichtet der Minister kleinlaut und fügt kämpferisch hinzu: »Aber ich habe Herrn Galinski gesagt: Das ist das letzte Mal. Andernfalls gäbe es der Sonderregelung wegen einen öffentlichen Aufruhr, und den wolle schließlich keiner von uns.«

»Wollen Sie nicht Militärrabbiner in der Bundeswehr werden?«, fragte mich scherzhaft Admiral Wellershoff.

Sommer 1991, Hardthöhe, Bonn. »Wollen Sie nicht Militärrabbiner in der Bundeswehr werden?«, fragte mich scherzhaft Admiral Dieter Wellershoff, damals Generalinspekteur der Bundeswehr. Es war eher scheinscherzhaft, denn das ernste Thema »Juden in der Bundeswehr« köchelte konstant weiter. Jedenfalls intern und eben keineswegs nur scherzhaft. Der Kern von Komödien ist bekanntlich ihr Ernst… Ich griff den Scheinscherz des obersten Soldaten auf: »Mich als Bundeswehr-Rabbi – das würden Sie politisch nicht überleben, und das können wir auch meinen jüdischen ›Brüdern und Schwestern‹ nicht antun. Ich bin zwar koscher jüdisch, aber kein Rabbiner, und außerdem könnten Sie ja nicht einmal für koscheres Essen sorgen.« »Kein Problem«, konterte Wellershoff, »Kartoffeln ha’m wir genug.«

Eilat August 1999, Israel, Eilat, Club Méditerranée, Speisesaal. Am dort üblich großen Esstisch das Ehepaar Wolffsohn mit den drei damals noch jungen Kindern. Ein Mann mittleren Alters gesellt sich hinzu. »Sind Sie nicht der Wolffsohn?«»Ob ›der‹ Wolffsohn, weiß ich nicht, ich bin Michael Wolffsohn.«»Ihretwegen muss mein Sohn zur Bundeswehr.«»Wie bitte, meinetwegen?«Der empörte Papa, Berliner Jude, erzählte: Die Bundeswehr wolle seinen Sohn, dritte Generation Holocaust-Überlebender, als Wehrpflichtigen einberufen.

Er und der Filius wollten nicht. Um Rat hatte er in der Jüdischen Gemeinde gebeten. »Ja, das verdanken Sie dem Wolffsohn«, habe man ihm mitgeteilt.Ich bekunde meine Unschuld und erwähne den Grund des scheinbar regelwidrigen Einberufungsbefehls. Die Großeltern des jungen Mannes aus der, wie behauptet, dritten Generation der jüdischen Holocaust-Überlebenden waren in den Hitlerjahren nie im Herrschaftsbereich der Wehrmacht.

»Wird euer Sohn etwa zur Bundeswehr gehen und Wehrdienst leisten?« – »Ja, er wird.« – »Ist er meschugge?«

München, Herbst 1997, Konzertpause in der Philharmonie. Meine Frau und ich sitzen bereits wieder auf unseren Plätzen. Neben uns ein befreundetes jüdisches Ehepaar.»Wird euer Sohn etwa zur Bundeswehr gehen und Wehrdienst leisten?«»Ja, er wird.«»Ist er meschugge? Er gehört doch zur dritten Generation Holocaust-Überlebender.«»Das schon, aber gleiche Rechte, gleiche Pflichten. Wir sind gegen Sondergesetze.«Ans Dirigentenpult trat Sir Neville Marriner. Ende der Diskussion. Streit vermieden. Danke, Sir Neville.

FANTASIEUNIFORM Anfang 2004, Koblenz, Zentrum Innere Führung der Bundeswehr. Auf dem Weg zum Vortragssaal Bilder einer Ausstellung über jüdische Soldaten in deutschen Armeen. Blickfang: ein Großfoto mit dem liberalen Rabbiner Walter Homolka. Er trägt eine operettenhafte Fantasieuniform. Eigentlich keine Uniform, also keine Massenbekleidung, sondern, leicht erkennbar, ein Unikat.

Des Pudels beziehungsweise Unikats Kern? Seit November 2003 war Homolka als frisch ernannter Major der Reserve und Verbindungsoffizier der erste bundesdeutsche Soldat mit dem Zivilberuf Rabbiner. Warum das? Aus »Verantwortung für diese Gesellschaft«, denn die Bundeswehr sei »gerade nicht die Fortsetzung der Wehrmacht mit anderen Mitteln«, so der erste Fast-Militärrabbiner der Bundeswehr.

Die Bundesrepublik Deutschland ist nicht das Dritte Reich, sondern dessen Antithese.

Jahreswechsel 2006/2007, Berlin, Kabbalat Schabbat im Haus Homolka. Kiddusch, die Segenssprüche, Wein und Brot. Anschließend Abendessen. Tischgespräche auch und nicht zuletzt über »Juden in der Bundeswehr?« Kein Wunder, denn am Tisch saß auch der erste Vorsitzende des im November 2006 gegründeten Bundes Jüdischer Soldaten in der Bundeswehr, Michael Berger, mit seiner Frau. Völlig entspannt, fast heiter, also ganz anders als in den vorangegangenen, fast-kriegerisch-hochemotionalen deutschjüdischen Bundeswehrjahrzehnten, sprachen wir über dieses Thema und neckten Homolka ob seiner einmaligen Operettenuniform. Er schloss sich selbstironisch dem Verulken an.Und heute sprechen wir, wohlgemerkt, auf Wunsch des Zentralrats nicht mehr über das Ob, sondern das Wie jüdischer Seelsorge in der Bundeswehr!

Die Bundesrepublik Deutschland ist eben nicht das Dritte Reich, sondern dessen Antithese ebenso wie die Bundeswehr Antithese zur Wehrmacht ist, von deren Tradition sie sich ausdrücklich distanziert. Siehe Traditionserlass. Zum dialektischen Verstehen gehört neben der These die Antithese, zumindest Zweifel, Bedenken oder Sorgen.

BEDENKEN Aspekt eins: Ja, unser Staat, die Bundesrepublik Deutschland, »die« Deutschen, zumindest ihre große Mehrheit, wollen uns Juden schützen. Können sie es? Sie können es so unzureichend wie »die« Franzosen oder »die« Briten, und ob die es unter einem Jeremy Corbyn überhaupt noch wollen, darf bezweifelt werden. Und wenn unsere »Mitbürger und Mitbürgerinnen« sowie, ihnen nachlaufend, weite Teile von Regierung und Opposition ihre demonstrative, teils provokative Amerika- und Israel-Distanz fortsetzen, können uns Juden Deutschland und die europäischen Demokratien noch weniger schützen, denn ohne amerikanische und israelische Hilfe wird ihr Antiterrorkampf noch unwirksamer.

Aspekt zwei: Die deutsche und westeuropäische Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten demografisch und, in der Folge, ideologisch, religiös und ethnisch dramatisch, geradezu revolutionär, in zweifacher Weise verändert. Stichwort eins: muslimische Migration; Stichwort zwei: die Neue Rechte. Die Antwort auf die Frage nach dem Antijudaismus und, daraus abgeleitet, Anti-Israelismus der Neuen Rechten ist leider weitaus differenzierter als im öffentlichen Diskurs. Fakt und nicht Fiktion: Auch unter Juden ist die Antwort umstritten, denn beispielsweise die AfD, Deutschlands Neue Rechte, hat jüngst, anders als die Koalitionsparteien CDU/CSU und SPD, im Bundestag dem Antrag zur Verurteilung des blinden UNO-Anti-Israelismus mehrheitlich zugestimmt.

Aspekt drei: Schon zu Zeiten der am Ende alles andere als allgemeinen Wehrpflicht hatten immer weniger Bürger die Uniform angezogen und sich somit – scheinbar hochmoralisch und fortschrittlich – dem Militär entzogen. Punkt eins also: Längst war die Bundeswehr kein Spiegel der Gesellschaft mehr. Nach dem faktischen Abschaffen der Wehrpflicht ist sie das (wie weltweit jede Berufsarmee) noch weniger. Punkt zwei: Wie weltweit jedes Militär wirkt auch die Bundeswehr wenig attraktiv auf Lyriker, Philosophen und andere Schiller-Schöne-Seelen. Jedes Militär zieht seit jeher nicht nur, aber mehr Haudegen an. So zieht die Bundeswehr strukturell sowie aus funktionalen Gründen – nicht beabsichtigt, doch unvermeidbar und nicht mehrheitlich, aber eben doch auch – Feinde der Offenen Gesellschaft an. Sowohl militante Rechte als auch militante Muslime – eben Militante ganz allgemein. In den letzten Jahren wurden, dem MAD sei Dank, Islamisten und Rechtsextremisten in der Bundeswehr erkannt, enttarnt und entlassen.

Darf man präventiv töten, um einer eigenen Tötung zu entgehen? Ja, sagt die Halacha.

Alle? Das ist zu hoffen, doch leider nicht zu erwarten, und noch mehr werden versuchen, die Bundeswehr in ihrem doppeltfeindlichen Sinne zu unterwandern. Man stelle sich vor, es lebten ein Islamist, ein Rechtsextremist und ein Jude in derselben Stube. Das muss nicht geschehen, aber es ist möglich. Über andere Horrorszenarien will ich eigentlich nicht nachdenken. Will nicht, muss aber. Wir alle müssen – wegen der richtigen Prävention und Reaktion.

Aspekt vier: Spätestens seit dem Kosovo-Krieg von 1999 ist die Bundeswehr eine Kampf- und damit Kriegsarmee. Im Krieg wird getötet. Muss getötet werden. Töten ist in unserer postheroischen Gesellschaft, »gottlob«, frevelhaft und eigentlich ein Verbrechen. Im Krieg aber ist das Töten sowohl legal als auch legitim. Ein ungeheuerliches Moral-Dilemma. Wo liegt die Grenze zwischen Töten und Morden? Sind Töten und Morden identisch? Sind Soldaten also doch Mörder? Wir sagen Nein und haben für dieses Nein überzeugende moralische Gründe. Doch dieses Nein bedarf der ständigen Überprüfung, Selbstbefragung oder Rechtfertigung nach innen ebenso wie nach außen, individuell ebenso wie kollektiv.

TÖTEN Muss manchmal präventiv getötet werden, um einer eigenen Tötung zu entgehen? Ja, sagt die Halacha, das jüdische Religionsgesetz. Gilt dieses Ja nur für Juden? Nein. »Man muss töten, um den Mord abzuschaffen. Gewalt tun, um das Unrecht zu beseitigen«, lässt der große Schriftsteller und Menschenfreund Albert Camus einen der Akteure im Belagerungszustand sagen. Auf diese und andere Fragen antwortet dem jüdischen Bundeswehrsoldaten ein jüdischer Seelsorger vertrauter und persönlicher als irgendein Offizier. Darum ist jüdische Seelsorge in der Bundeswehr unverzichtbar.

Seelsorge ist dabei die eine Seite, das religiöse Fundamentalgebot die andere. Beim rein ethischen Problem Töten – Morden kann auch ein christlicher Seelsorger helfen oder aushelfen. Nicht aber bezüglich des Gebots »Du darfst nicht morden«. In der Tradition Martin Luthers übersetzt die christliche Einheitsbibel nämlich dieses zentrale Gebot aus dem Dekalog irreführend und sinnwidrig mit »Du darfst nicht töten«. Im hebräischen Original heißt es »lo tirzach«, »Du darfst nicht morden«. Es heißt nicht »lo taharog«, »Du darfst nicht töten«. Das wiederum heißt unausgesprochen »Notfalls darfst du töten« – wenn nämlich dir selbst der Tod droht. Oder, wie bei Camus: Manchmal muss man »töten, um den Mord abzuschaffen«.

Bleibt Aspekt fünf: Braucht man in einer religionsfernen Gesellschaft wie der westlichen und noch mehr der deutschen, ganz besonders der ostdeutschen, immer noch Geistliche und Seelsorger gleich welcher Religion? Machen wir uns nichts vor. Die Riesenmehrheit der deutschjüdischen Minderheit ist ebenso religionsfern wie die christliche Mehrheit in diesem Lande. Hinzu kommt die, wie ich finde, befremdliche Tatsache, dass so manch christlicher und auch jüdischer Geistliche meint, bessere Politik als Politiker liefern zu können.

Scheinlustige Scharlatanerien, da bin ich sicher, werden Bundeswehr und Zentralrat zu verhindern wissen.

Die Politisierung der Religion ist in der Bundeswehr noch mehr deplatziert als außerhalb. Die Bundeswehrverantwortlichen sollten daher ebenso wie der Zentralrat höllisch aufpassen, dass Bundeswehrgeistliche vor lauter Politik oder Karrierismus nicht den Himmel aus den Augen verlieren. Etwa so wie der katholische Feldkurat Otto Katz im Braven Soldaten Schwejk. Der von Jaroslav Hašek bitterbös-satirisch erfundene katholische Feldkurat Otto Katz war nicht nur »der vollendetste Kriegspriester, er war Jude«.

Die Gottesdienste des Judenkatholiken Otto Katz, lesen wir, »waren eine hübsche Unterbrechung der Langeweile … Es ging nicht darum, Gott nahezukommen, sondern um die Hoffnung, auf den Gängen und auf dem Weg über den Hof einen Zigaretten- oder Zigarrenstummel zu finden«. Solche scheinlustigen Scharlatanerien, da bin ich sicher, werden Bundeswehr und Zentralrat zu verhindern wissen. Auch den vermeintlich »typisch jüdischen« Kampf-Krampf zwischen Orthodoxen und Liberalen.

Komödie als Witz heute, Schwejk-Satire nach dem Ersten und vor dem Zweiten Weltkrieg, vor der Tragödie des sechsmillionenfachen Judenmordens – der Bogen reicht vom Mikro- zum Makrokosmos, vom Ich zum Wir. Wird es hier ein nichtjüdisch-deutsches Wir und dort ein nur jüdisches geben? Oder wird es ein deutschjüdisches? Die Zeit wird es zeigen und Militärrabbiner sich hoffentlich bewähren.

Der Autor ist Historiker und Publizist. Dieser Text ist die von der Redaktion geringfügig gekürzte und bearbeitete Fassung des Vortrags, den Wolffsohn auf der Konferenz »Militärrabbiner in der Bundeswehr«, veranstaltet von der Bildungsabteilung im Zentralrat (3. bis 5. April in Berlin), halten wird.

 

Redaktionelle Ergänzung (5. April 2019):

Der im Text erwähnte Rabbiner Prof. Walter Homolka legt Wert auf folgende Feststellung, die wir an dieser Stelle wörtlich wiedergeben: »Ich bin als deutscher Staatsbürger Reservestabsoffizier des Heeres im aktuellen Dienstgrad Oberstleutnant. Ich wirke seit vielen Jahren als Verbindungsoffizier zur jüdischen Gemeinschaft und habe in dieser Funktion niemals Aufgaben der Militärseelsorge wahrgenommen. Insofern bin ich auch nicht der erste ›Fast-Militärrabbiner der Bundeswehr‹. Vor allem aber irrt sich Michael Wolffsohn, wenn er schreibt, ich habe eine ›Fantasieuniform‹ und ein ›Unikat‹ getragen und solch ein Bild habe im Rahmen einer Ausstellung der Bundeswehr Verwendung gefunden. Wie jede Soldatin und jeder Soldat richte ich mich nach der Anzugordnung der Bundeswehr ZDv 37/10. Mit Michael Wolffsohn freue ich mich über die anstehenden Verhandlungen des Zentralrats über ein Militärseelsorgeabkommen.«

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