Sprache

N wie Nathan?

Hauptsitz des Deutschen Institutes für Normung am DIN-Platz in Berlin-Tiergarten Foto: imago

Heißt es bald wieder »N wie Nathan« statt »N wie Nordpol«? Das Deutsche Institut für Normung (DIN) will früher als bisher geplant eine entsprechende Änderung der offiziellen Buchstabiertafel überprüfen.

Das teilte ein Sprecher des Instituts am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Buchstabiertafel dient dazu, schwer verständliche Wörter etwa im Funkverkehr oder am Telefon fehlerfrei zu übertragen.

Der Zentralrat der Juden unterstützte den Vorstoß zur Änderung der offiziellen Buchstabiertafel.

Zuvor hatte der baden-württembergische Antisemitismusbeauftragte Michael Blume eine Überarbeitung der sogenannten Norm DIN 5009 gefordert, die Diktierregeln festlegt. Die Nationalsozialisten hatten in den 30er-Jahren hebräische Namen aus der Buchstabiertabelle getilgt. Die Änderungen seien nach der NS-Zeit nur teils zurückgenommen worden, hatte Blume kritisiert. Der Zentralrat der Juden unterstützte seinen Vorstoß.

Unter anderem aufgrund des Vorstoßes von Blume werde die Überprüfung nun vorverlegt, so der Institutssprecher. »Der für die DIN-Norm 5009 ›Diktierregeln‹ zuständige Ausschuss wird die Überarbeitung der Norm auf das nächste Jahr vorziehen und die Hinweise von Dr. Blume in die Diskussion zur Überarbeitung der Norm einfließen lassen.«

Die Nationalsozialisten hatten in den 30er-Jahren hebräische Namen aus der Buchstabiertabelle getilgt.

Wie genau die DIN-Norm angepasst werde, könne man noch nicht sagen. Dafür sei ein Arbeitsausschuss aus externen Experten zuständig, der im nächsten Jahr zusammenkommen werde. »Der Bedarf einer Überarbeitung der Norm ist aber erkannt, so dass die Befassung mit der DIN-Norm 5009 vorgezogen wurde.« dpa

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