Debatte

Musk-Beitrag in der »Welt«: Idee kam von Springer-Aufsichtsrat

Neubau des Axel-Springer-Verlags (Symbolfoto) Foto: picture alliance / Schoening

Die Idee zum umstrittenen »Welt«-Gastbeitrag von Elon Musk, in dem der Tech-Milliardär Wahlwerbung für die AfD machte, stammte nach eigenen Angaben von Springer-Aufsichtsratsmitglied Martin Varsavsky. Er erklärte auf X, er sei ein Freund von Musk.

Der Artikel in der »Welt« sollte dem US-Unternehmer die Möglichkeit geben, seine bereits auf X geäußerte Unterstützung der AfD genauer darzustellen. Die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« hatte am Donnerstagabend über Varsavskys X-Post berichtet.

Lesen Sie auch

»Welt«-Chefredakteurin Jennifer Wilton habe zugestimmt, dass Musks Artikel »signifikanten Nachrichtenwert« hätte, erklärte Varsavsky. Er habe daraufhin mit Musk Kontakt aufgenommen und ihm erläutert, welche möglichen Auswirkungen ein Beitrag hätte, in dem der Tech-Milliardär seine Ansichten zur AfD darstellt. »Er mochte die Idee, schrieb den Artikel und die ‚Welt‘ veröffentlichte ihn«, so Varsavsky.

Martin Varsavsky ist Angaben des Axel-Springer-Verlags ein Investor, der in den vergangenen 30 Jahren acht Unternehmen in den USA und in Europa unter anderem im Bereich der Biotechnologie gründete. Seit 2014 ist er Mitglied des Aufsichtsrats der Axel Springer SE. epd

Zahl der Woche

68 Prozent

Fun Facts und Wissenswertes

 13.10.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Virale Selbstverliebtheit oder Wie das gute alte Kochbuch verdrängt wurde

von Nicole Dreyfus  13.10.2026

Interview

»Ich bin keine Maschine«

Der Pianist Igor Levit über sein neu gegründetes Musiklabel, einen 16-Stunden-Auftritt und jüdische Witze

von Christine Schmitt  13.10.2026

TV-Tipp

Brillanter Anthony Hopkins glänzt in »One Life«

Leider erst nächtens zeigt das ZDF ein biografisches Drama über den Briten Nicholas Winton, der 1939 Kindertransporte von Prag nach London organisierte und damit mehrere hundert Kinder vor den Nazis rettete

von Jan Lehr  13.10.2026

Glosse

Wir stehen zum Existenzrecht Pakistans!

Absurder als im rot-rot-grünen Berlin wird’s nicht mehr

von Philip Fabian  13.10.2026

Replik

Einspruch, euer Ehren!

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ging in diesem Jahr an Philippe Sands. Ausgerechnet ein Mann, dessen Autorität auf juristischer Präzision und universellen Maßstäben gründet, nimmt es mit dem Völkerrecht erstaunlich ungenau

von Leeor Engländer  13.10.2026

Medien

Israel verweigert »taz«-Korrespondentin Arbeitsvisum

Diaspora-Ministerium: »Antiisraelische Akteure und diejenigen, die Israel verleumden, sollten keinen Fuß in das Land setzen«

 13.10.2026

Erinnerungen einer deutschen Jüdin

Rabbinertochter und Gynäkologin

Rahel Straus: Eine Frauenärztin kämpfte Anfang des 20. Jahrhunderts gegen den Paragrafen 218

von Ellen Presser  13.10.2026

Noa Yedlin

Wenn das falsche Buch zum richtigen wird

»Romance« als Erfolgsrezept: Die israelische Autorin nimmt »ernste« Literatur und das Geschäft damit aufs Korn

von Nicole Dreyfus  13.10.2026