Deichbrand-Festival

Macklemore-Auftritt: Kulturwissenschaftlerin rät von Konzertabsage ab

Ein geplanter Auftritt des US-Musikers Macklemore schlägt hohe Welle Foto: picture alliance / NurPhoto

Die Berliner Kulturwissenschaftlerin Anna Groß rät den Veranstaltern des Deichbrand-Festivals, am Auftritt des US-Rappers Macklemore festzuhalten. Macklemore, der öffentlich Partei für die Palästinenser ergreift, scheine zwar in Teilen Hamas-Propaganda übernommen zu haben, sagte sie der »Nordsee-Zeitung«. Sie könne sich aber vorstellen, dass ein »in Teilen auch sehr berechtigter und viel zu oft verbotener pro-palästinensischer Protest« im Falle einer Absage »sehr laut« werde.

»Macklemore hat eine ganze Reihe Fans, die ihn gerade wegen seiner politischen Aussagen gut finden«, erläuterte Groß, die zu Antisemitismus in der Jugendkultur im Hip-Hop geforscht hat. Sie empfiehlt den Festival-Veranstaltern, das Konzert mit Diskussions- und Informationsveranstaltungen zu begleiten. Vielleicht könne man sogar den Zentralrat der Juden und jüdische Musikerinnen und Musiker einladen, um deren Stimme zu zeigen. »Und man sollte bei problematischen Songs nochmal genau untersuchen, ob er sie wirklich spielen sollte.«

Lesen Sie auch

Am Donnerstag hatte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, den geplanten Auftritt des US-Rappers scharf kritisiert. Der Zentralrat der Juden warnt Jüdinnen und Juden vor dem Besuch des Festivals. Das Deichbrand-Festival wurde 2005 gegründet. Es findet seit 2009 auf dem See-Flughafen Cuxhaven/Nordholz statt und wird jährlich von rund 60.000 Menschen besucht. epd

Geburtstag

Bob Dylan wird 85: Genie, Grenzgänger und niemals greifbar

Die berühmte Frage in seinem bekanntestem Song lehnt sich direkt an diese Geschichte an: Wie fühlt es sich an, ohne ein Heim zu sein, wie ein völlig Unbekannter, wie ein rollender Stein?

von Paula Konersmann  24.05.2026

New York

Bob Dylan - Der geniale Sonderling

Protestlieder, elektrischer Rock, Country-Alben, religiöse Musik. Die Welt hat ihm einige der einflussreichsten Musikstücke zu verdanken. Eine Ikone wollte er aber nie sein

von Anne Pollmann  24.05.2026

Zahl der Woche

85 Jahre

Fun Facts und Wissenswertes

 24.05.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Wenn das Leben dir Zitronen schenkt oder Kennst du das Land ...

von Katrin Richter  24.05.2026

Konzert

»Man muss richtig aus dem Vollen schöpfen«

Omer Meir Wellber bringt »Mass« von Leonard Bernstein auf die Bühne. Hamburgs Generalmusikdirektor erklärt, welche Faszination von dem Stück ausgeht

von Stephen Tree  24.05.2026

Kulturkolumne

Wenn Israelis anklopfen

Influencer haben das alte Israel für sich entdeckt – und feiern es online

von Sophie Albers Ben Chamo  24.05.2026

Medizin

Gemeinsam gegen Krebs

Von den Grundlagen zur Therapie: Seit 50 Jahren arbeiten deutsche und israelische Wissenschaftler bei der Erforschung von Tumoren zusammen

von Gabriele Hermani  24.05.2026

Cannes

Hüller als Erika Mann, Eidinger als Gestapo-Chef

Das Programm der Filmfestspiele ist vom Zweiten Weltkrieg geprägt. Ein Beitrag außerhalb des Wettbewerbs sorgte für Überraschungen

von Patrick Heidmann  24.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026