Berlin

Luther und die Nazis

Postkarte zum »Deutschen Luthertag« am 10. November 1933 Foto: Sammlung Ulrich Prehn

Berlin

Luther und die Nazis

Die Topographie des Terrors widmet sich der Rolle des Reformators während der NS-Zeit

 13.04.2017 14:11 Uhr

Das Berliner Dokumentationszentrum Topographie des Terrors zeigt vom 28. April an eine neue Ausstellung zur Haltung der Nationalsozialisten zum Reformator Martin Luther (1483–1546).

Unter dem Titel Überall Luthers Worte gehe die Schau unter anderem der Frage nach, wie sich Christen in Deutschland zu Luther und seinem »Erbe« in der NS-Zeit verhielten, kündigte die Stiftung Topographie des Terrors am Donnerstag in Berlin an. Ebenso werde das Verhältnis zwischen Staat und Kirchen in der Nazizeit thematisiert.

Konflikte In das Jahr 1933 fielen die Feierlichkeiten zu Luthers 450. Geburtstag, aber auch die Konflikte zwischen »Bekennender Kirche« und »Deutschen Christen«, hieß es weiter. Bis 1938 hätten die Bezüge auf Luthers antijüdische Spätschriften deutlich zugenommen. Auch während des Zweiten Weltkriegs sei Luther von verschiedenen Akteuren »vereinnahmt« worden, zur Legitimation des Krieges, aber auch, um ein »Widerstandsrecht« gegen das Unrechtsregime herzuleiten.

Zur Ausstellungseröffnung am 28. April werden den Angaben zufolge der Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Andreas Nachama, Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) sowie der Propst der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein, erwartet.

Die bis 5. November geöffnete Schau ist in Kooperation mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums in diesem Jahr entstanden. epd

Berlin

»Die Zukunft interessiert mich nicht mehr so furchtbar dolle«

Ein Chor von über 90-jährigen Menschen probt erstmals im Jüdischen Museum

von Nina Schmedding  04.09.2026

Kino

»Zur Not machen wir es in einem Badezimmer«

Zum elften Mal findet in Berlin das israelische Filmfestival »Seret« statt. Trotz schwieriger Zeiten denken die Veranstalter nicht daran aufzugeben

von Leon Stork  04.09.2026

Israel-Hasserin El Hissy

Jüdische Gemeinde Frankfurt übt scharfe Kritik am Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Die Hintergründe

 04.09.2026

Musik

»Ein Tribut an David Bowie«

Daniel Donskoy über das gefeierte neue Musical »Rebel Rebel« und das Erbe des legendären britischen Sängers

von Ralf Balke  04.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  04.09.2026

Junge Israelis, die von Beta Israel, äthiopischen Juden, abstammen

Hamburg

2,5 Millionen Euro für Erforschung religiöser jüdischer Handschriften

Sophia Dege-Müller, Expertin für äthiopische Handschriften, erforscht religiöse Handschriften der äthiopischen Juden, der sogenannten Beta Israel. Ihre bis zu 500 Jahre alten Schriften seien bislang kaum wissenschaftlich untersucht worden

 03.09.2026

Medien

Wie »Die Zeit« den fanatischen Israelhasser Zohran Mamdani zur politischen Lichtgestalt umdeutet

von Regula Stämpfli  03.09.2026

Debatte

Öffentlich-Rechtliche Medien: Macht euren Job, aber macht ihn besser!

Ein Appell von Esther Schapira

von Esther Schapira  03.09.2026

Medien

Stephan-Andreas Casdorff ist wieder für den »Tagesspiegel« tätig

Die KI-generierten Meinungstexte von Stephan-Andreas Casdorff im »Tagesspiegel« hatten in der Branche für viel Aufruhr gesorgt. Seit Juni hatte der Ex-Chefredakteur seine Tätigkeit ruhen lassen. Nun kehrt er zurück

von Jana Ballweber  03.09.2026