NS-Raubgutkommission

Kritik an Stiftung

Eine Geige von Giuseppe Guarneri Foto: picture alliance / dpa

Die Beratende Kommission für die Rückgabe von NS-Raubgut hat die ausbleibende Entschädigungszahlung einer Stiftung für eine von den Nazis entzogene Geige heftig kritisiert.

Die Empfehlung der Kommission von 2016 in der Auseinandersetzung zwischen den Erben und der Nürnberger Franz Hofmann und Sophie Hagemann Stiftung sei nicht umgesetzt worden, heißt es in einer am Montag in Berlin veröffentlichten Mitteilung. Die Kommission hatte eine Entschädigung in Höhe von 100.000 Euro empfohlen. »Beide Seiten haben dies als faire und gerechte Lösung akzeptiert«, so die Kommission.

Vorstand Von Seiten der Stiftung war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Der Vorstand werde erst am Abend zusammenkommen können und eine Stellungnahme verfassen, hieß es.

Der Musikalienhändler Felix Hildesheimer hatte die wertvolle Guarneri-Geige 1938 in Speyer erworben. Als Jude musste er kurz darauf Wohnhaus und Musikalienhandlung verkaufen, 1939 tötete Hildesheimer sich selbst. Es sei »nicht ersichtlich, wie Felix Hildesheimer die Geige auf eine Weise verloren haben könnte, die heute nicht zur Restitution verpflichten würde«, hieß es bei der Kommission. Für das Gremium von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden handelt es sich bei der Geige um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut.

Erben Weil die Stifterin Hagemann die Geige in gutem Glauben erworben und die Stiftung bei der Aufklärung der Provenienz des Instruments mitgewirkt habe, verzichtete die Kommission darauf, eine Restitution zu empfehlen. Die Erben sollten finanziell entschädigt werden. Beide Seiten stimmten zu. Gut vier Jahre später erkennt die Kommission allerdings keinen »ernsthaften Willen«, der Empfehlung nachzukommen. dpa

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