Sehen!

Kosher Nostra

Anmerkung der Redaktion (2. August 2023):

Als dieser Text von Fabian Wolff in der Jüdischen Allgemeinen erschien, glaubte die Redaktion Wolffs Auskunft, er sei Jude. Inzwischen hat sich Wolffs Behauptung als unwahr herausgestellt.

Enoch Thompson (Steve Buscemi), der heimliche König der amerikanischen Vergnügungsmetropole Atlantic City, hat Probleme: Arnold Rothstein, Gangsterboss aus New York, will ihm keinen Schnaps mehr verkaufen. Thompsons Mentor, der Antisemit Kaestler, drückt ihm daraufhin eine Broschüre in die Hand: »The International Jew« von Henry Ford. Thompson winkt ab: »Mein Problem ist nicht das jüdische Finanzkapital, nur ein Einziger!«

prohibition Die amerikanische Fernsehserie Boardwalk Empire, deren erste Staffel jetzt auf DVD in Deutschland erschienen ist, erzählt Geschichten aus der Prohibition, von Gier, Geld und Gangstern: irischen, schwarzen, italienischen und auch jüdischen wie Rothstein. In der Serie spielt ihn Michael Stuhlbarg, der als Larry Gopnik in A Serious Man der Coen-Brüder einen ewigen Platz in der jüdischen Filmgeschichte hat.

Als Rothstein ist er diesmal kein Nebech, sondern ein eiskalter Psychopath in teuren Anzügen. Grobschlächtiger kommt Manny Horvitz (William Forsythe) daher. Der Bandenchef aus Philadelphia arbeitet nebenberuflich als koscherer Metzger und entsorgt unliebsame Konkurrenten gerne mit dem Hackebeil. Nur bei Gojim lässt er das andere erledigen, weil er kein treifes Fleisch anfassen möchte.

Ja, Boardwalk Empire ist eine finstere Serie. Verantwortlich für sie sind Terence Winter, einst Autor der Mafia-Kultserie The Sopranos und Regie-Gott Martin Scorsese. Und weil Boardwalk Empire auch eine HBO-Prestigeproduktion wie Rome und Deadwood ist, wurde in jede Folge viel Geld für aufwendigste Kulissen, Kostüme und Austattungen gesteckt. Komplexe Handlungsstränge und hervorragende Schauspieler sorgen für eine Qualität, wie man sie aus dem deutschen Free-TV nicht kennt – ebenso wenig wie Gangster, die sich auf Jiddisch beschimpfen.

»Boardwalk Empire«, Season 1. Fünf DVDs, 644 min., Warner Home Video

Programm

Israel Day, Goldene Zwanziger und ein Kult-Hai: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 18. Juni bis zum 25. Juni

 17.06.2026

TV-Tipp

Doku zeigt das Leben arabischer Transpersonen in Israel

Eine Arte-Dokumentation porträtiert Transpersonen aus Gaza, die im Exil in Tel Aviv den Traum ihrer sexuellen Selbstbestimmung zu verwirklichen versuchen

von Manfred Riepe  17.06.2026

Hollywood

Sean Penn plant Film um Polizisten bei Kapitol-Attacke

Für seine Nebenrolle in »One Battle After Another« bekam er im März seinen dritten Oscar. Nun will der Hollywood-Star wieder Regie führen - und einen brisanten Stoff anpacken

 17.06.2026

Bayern

Warum Bayreuths große Pläne zum Festspieljubiläum scheitern

Schon Richard Wagner kämpfte mit Schulden und Geldproblemen. Doch dereinst sprang Bayernkönig Ludwig II. ein. Im Jubiläumsjahr 2026 ist es komplizierter

von Kathrin Zeilmann, Britta Schultejans  16.06.2026

Bayern

»Das ist in einer Demokratie Tod durch Selbstmord«

Eigentlich sollte Michel Friedman bei einer Gedenkveranstaltung zu 150 Jahren Bayreuther Festspiele sprechen. Doch die Veranstaltung wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt. Dafür findet er deutliche Worte

 16.06.2026

Zahl der Woche

1 Mal

Funfacts & Wissenswertes

 16.06.2026

Halacha

Deutsch-jüdischer Leuchtturm

Die Berliner Studien zum Jüdischen Recht feiern ihr 30-jähriges Bestehen an der Humboldt-Universität

von Detlef David Kauschke  16.06.2026

»Imanuels Interpreten« (22)

Herbie Mann: Der Klangsetzer

Herbie Manns Motto: »Wenn du die Musik von jemandem spielen willst, gehe zu ihm nach Hause.« Er setzte dies um, hatte dann aber die Jazz-Polizei am Hals

von Imanuel Marcus  16.06.2026

In eigener Sache

Jüdische Allgemeine depubliziert Texte von Stephan-Andreas Casdorff

Die Prüfung mit spezialisierter Software legt Nahe, dass zwei Kommentare des »Tagesspiegel«-Editor-at-Large in dieser Zeitung von einer KI geschrieben wurden

 15.06.2026