Musik

Justin Bieber: Stechschritt und Hitlergruß?

Justin Bieber bei einem Auftritt vergangene Woche im schwedischen Malmö Foto: IMAGO/TT

Justin Bieber hat mit einem Auftritt in der finnischen Hauptstadt Helsinki nicht nur einige seiner Fans, sondern auch jüdische Organisationen irritiert. Am Dienstag ging der kanadische Popstar im Stechschritt die Bühne auf und ab und hob dabei den ausgestreckten Arm mit dem Mikro in der Hand zum Gruß.

Die Geste wurde von vielen als Hitlergruß interpretiert. Ein Video der Szene machte in den sozialen Netzwerken schnell die Runde. Der Präsident der Konferenz europäischer Rabbiner (CER), Pinchas Goldschmidt, wertete Biebers Auftritt als »Ohrfeige für Millionen Juden in aller Welt«.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Geste des Sängers symbolisiere eine »Identifikation mit den Werten der NSDAP und ihres Führers«, so Goldschmidt. Die Rabbinerkonferenz forderte Bieber auf, sich zu erklären und zu entschuldigen.

Von dem Angesprochenen gab es zunächst keine Reaktion zu seiner Handgeste. Der 28-Jährige hatte erst vor wenigen Tagen seine unterbrochene Tournee »Justice World« wieder aufgenommen, nachdem er einige Monate wegen einer Gesichtsneuropathie pausieren musste. Am Freitag will Bieber in Budapest auftreten.

Bereits im Jahr 2013 hatte sich Justin Bieber ziemlich daneben benommen. Damals hatte der Sänger im niederländischen Arnheim ein Konzert gegeben und wollte eine Tag vor seinem Auftritt unbedingt ins Anne-Frank-Haus nach Amsterdam. Dort trug er nach seinem Besuch diesen Spruch ins Gästebuch: »Wirklich inspirierend, hierherzukommen. Anne war ein tolles Mädchen. Hoffentlich wäre sie ein Bieber-Fan gewesen.« Das Anne-Frank-Haus wiederum postete Biebers verbale Denkpause auf seiner Seite, hat ihm aber mittlerweile vergeben. mth

Rezension

Wie wurden wir, was wir wurden?

Der Judaist Peter Schäfer erzählt in seinem neuen Buch die Geschichte des aschkenasischen Judentums – faktengesättigt, klar gegliedert und mit einer provokanten These zu Mutterland und Diaspora

von Michael Wolffsohn  18.10.2026

Aufgegabelt

Salat mit gerösteten grünen Bohnen

Rezept der Woche

von Yotam Ottolenghi  18.10.2026

Ausstellung

Hinweise auf Hamas-Symbol - Museum Friedland verschiebt Schau

Bundespräsident Steinmeier war schon angekündigt, um die erweiterte Ausstellung des Museums Friedland bei Göttingen neu zu eröffnen. Nun verschiebt sich der Termin. Hintergrund ist ein antisemitisches Symbol

 18.10.2026

Großbritannien

Wegen Unterstützung von Palestine Action: Britischer Verlag nimmt Sally Rooneys Bücher vom Markt

Die irische Bestsellerautorin ist für ihre Unterstützung der in Großbritannien als Terrorgruppe eingestuften Organisation bekannt. Sie sei bereit, die Konsequenzen zu tragen, sagt Rooney

 16.10.2026

Wolf Biermann

»Israel ist mir näher als alle übrigen Länder dieser Welt«

Der Liedermacher wird 90 Jahre alt. Ein Gespräch über den Krieg gegen Unterdrückung, seine Eltern, den 7. Oktober und über neuen Faschismus

von Tobias Kühn  16.10.2026

Boca Raton (Florida)

Billy Joel kann derzeit weder Auto fahren noch auftreten

Der jüdische Sänger, Pianist und Komponist leidet unter einer Gehirnerkrankung

 16.10.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Warum ich keine Flugangst mehr habe

von Katrin Richter  15.10.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der Jüdischen Welt

von Katrin Richter  15.10.2026

»The Social Reckoning«

Empörungsköder

Der Whistleblower-Thriller zeigt die neue Weltordnung à la Facebook – und was Menschen nicht dagegen tun

von Sophie Albers Ben Chamo  15.10.2026