Berlin

Jüdisches Museum erforscht Audio-Archiv von »Shoah«-Regisseur

Spurensuche: Claude Lanzmann in der Gedenkstätte Theresienstadt Foto: dpa

40 Jahre nach der Uraufführung seines Films »Shoah« und anlässlich seines 100. Geburtstags will das Jüdische Museum Berlin das Audio-Archiv des Regisseurs Claude Lanzmann zugänglich machen. Die neunstündige Dokumentation »Shoah«, die Opfer und Täter des Holocaust zu Wort kommen lässt, war am 30. April 1985 in Paris uraufgeführt worden. Zum 100. Geburtstag des 2018 verstorbenen Regisseurs am 27. November soll in Berlin die Ausstellung »Claude Lanzmann. Die Aufzeichnungen« starten, wie das Museum am Dienstag mitteilte.

Für die Recherchen zu seinem Film hatte Lanzmann Gespräche mit Zeitzeugen und Experten geführt und davon Tonaufnahmen gemacht. Mehr als 200 Stunden Material kamen zusammen. Lanzmanns Witwe hatte das Audio-Archiv ihres Mannes Ende 2021 dem Jüdischen Museum geschenkt. Zusammen mit dem Film gehört das Archiv seit 2023 zum Unesco-Weltkulturerbe.

Aufwendiges Vorhaben

Das Museum arbeitet nach eigenen Angaben seit April 2024 daran, das Lanzmann-Audio-Archiv für die Forschung und die breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dazu werden unter anderem alle Aufnahmen verschriftlicht und ins Deutsche und Englische übersetzt sowie Hintergrundinformationen zu den Gesprächen recherchiert und erfasst. Die geplante Ausstellung soll Ausschnitte enthalten. Bis Ende 2027 soll das gesamte Material online verfügbar sein.

Länger leben

Forscher drehen die biologische Uhr zurück

Israelischen Wissenschaftlern gelingt es, Alterungsprozesse in Lebern alter Mäuse umzukehren. Der Traum von der Verjüngung erscheint damit zumindest auf molekularer Ebene denkbar

von Sabine Brandes  23.06.2026

Social Media

Von Saftpäckchen und Zahlencodes

Auf der Online-Plattform TikTok versteckt sich Judenhass häufig hinter Zahlencodes, Emojis und Hashtags. Eine neue Studie untersucht die Besonderheiten des digitalen Antisemitismus

von Leon Stork  23.06.2026

Los Angeles/New York

Hitler-, Grusel- und Helden-Parodien: Mel Brooks wird 100

Nur wenige haben einen Oscar, Emmy, Tony und Grammy gewonnen. Das jüdische Multitalent Mel Brooks zählt dazu. Jetzt wird der Komiker und Regisseur 100 - und zeigt, dass er noch immer Menschen zum Lachen bringt

von Barbara Munker  23.06.2026

Kommentar

Wer kann das noch ernst nehmen?

Immer mehr zeigt sich: Anmoderation und Exekution von Unwahrheiten und falschen Fakten vor einem Millionenpublikum sind kein ärgerlicher Ausrutscher, sondern gezielte Agitation

von Daniel Killy  23.06.2026

Essay

Fallstricke des Wokeismus

Gegenerzählungen zur westlichen Kolonialgeschichte bilden ein berechtigtes Korrektiv, aber was über Israel verbreitet wird, bedarf grundlegender Korrekturen

von Richard Blättel  22.06.2026

Hören

»Amalie’s Cosmos«

Die in Paris geborene Harfenistin Anne-Sophie Bertrand stellt eine deutsch-jüdische Salonnière ins Zentrum ihres neuen Albums

von Claudia Irle-Utsch  22.06.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  22.06.2026

Jubiläum

Mit diesen prominenten Weggefährten feiert Wolf Biermann seinen 90. Geburtstag

Der legendäre Liedermacher wird am 15. November 90 Jahre alt

 22.06.2026 Aktualisiert

Kulturkolumne

Warum ich bei Fußball im Fernsehen besonders gut einschlafe

Hinter dem Phänomen steckt eine lange Familiengeschichte – unsere Autorin nimmt Sie mit auf eine Zeitreise

von Maria Ossowski  22.06.2026