Tel Aviv

Jedes Jahr aufs Neue!

Für jeden etwas dabei ... Foto: Andrea Kiewel

»Schöne Feiertage!«, schreibt mir ein Freund via WhatsApp. »Welche Feiertage?«, frage ich zurück. Lieber zu früh gute Wünsche ausrichten als zu knapp – nach dieser Devise agieren die Israelis. Außer – es ist Purim.

Kann man sonst gar nicht zeitig genug für alle Feste Besorgungen ver- und Grüße ausrichten, so steht das Purim-willige Partyvolk schon etliche Tage vor der großen Sause Schlange an den Geschäften, die das beste, originellste oder sexyste Kostüm versprechen.

Rotkäppchen à la PurimFoto: Andrea Kiewel

Niemand hat die Absicht, einfach nur als Königin Esther zu gehen. Langer Rock und persische Augenmaske – laaangweilig. Wenn Tel Aviv die 363 Purim-freien Tage schon laut und schrill ist, dann zu Purim erst recht. Jawohl! Kacha!

Niemand hat die Absicht, einfach nur als Königin Esther zu gehen.

kostüme Irgendwann muss irgendwer entschieden haben, dass alle Mädchen und Frauen Tel Avivs unbedingt und ausschließlich sexy Kostüme tragen sollen. Der niederträchtige Regierungsbeamte Haman kann es nicht gewesen sein, womöglich ist es auch nur das Alter Ego der jungen Tel Aviverinnen, einmal im Jahr so richtig über die Stränge zu schlagen und alle frivolen Männerfantasien zu befriedigen. Jedes Kostüm – egal ob Krankenschwester, Polizistin, Prinzessin oder Wonder Woman – sieht so aus, als sei der verantwortliche Designer im Sexy-Film-Business tätig.

Lack, Leder, Mini, Dekolleté, an Purim wandeln auf den Straßen Tel Avis Brüste, Beine und Popos, wie sie die Welt zuvor noch nicht gesehen hat. Selbst das gute, züchtige Rotkäppchen – hebräisch Kippa Adoma – kommt daher wie eine Hauptdarstellerin aus einem Film für Erwachsene. Love Parade war gestern, Sex Parade ist heute.

Lack, Leder, Mini, Dekolleté, an Purim wandeln auf den Straßen Tel Avis Brüste, Beine und Popos, wie sie die Welt zuvor noch nicht gesehen hat.

Und anstehen muss man, um ein Kostüm probieren und letztendlich kaufen zu können. Kurz vor knapp. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wahnsinnig hübsche Mädchen in hautengen Tigereinteilern huschen durch die Läden auf der Suche nach dem noch heißeren Kostüm.

Das wird ein Spaß. Jedes Jahr aufs Neue! Der mutigen und schlauen Königin Esther sei Dank. Chag Purim Sameach!

Fernsehen

Gil Ofarim: »Das kann es nicht gewesen sein«

Was genau er damit meint und ob er sich auf den Skandal bezieht, der das öffentliche Bild von ihm zuletzt geprägt hatte, lässt Ofarim als Cliffhanger offen

 28.01.2026

"Dschungelcamp"

Anwalt von Gil Ofarim warnt vor Grenzüberschreitungen

Alexander Stevens sagt, es würden teils unwahre Tatsachenbehauptungen verbreitet, die strafrechtliche Konsequenzen haben könnten

 28.01.2026

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 29. Januar bis zum 5. Februar

 28.01.2026

Fernsehen

»Bin ich die einzige Normale?«

Die Frage stellt Dschungelcamperin Ariel – doch Ferndiagnosen verbieten sich auch bei TV-Stars

von Martin Krauss  28.01.2026

Zahl der Woche

13 Sommer- und Winter-Machanot

Fun Facts und Wissenswertes

 27.01.2026

Kairo/Berlin

Ägypten verbietet Buch zu Gaza-Krieg - Autoren: Das Interesse ist riesig

Ihr Streitgespräch über den Nahostkonflikt sorgte in Deutschland für viel Aufmerksamkeit - doch Ägyptens Zensur verbietet das Buch von Philipp Peyman Engel und Hamed Abdel-Samad. Die Autoren nehmen es eher gelassen

 27.01.2026

USA

Kanye West entschuldigt sich erneut für Antisemitismus

In einer ganzseitigen Anzeige im Wall Street Journal schreibt der Rapper: »Ich bin kein Nazi und kein Antisemit. Ich liebe jüdische Menschen.«

 27.01.2026

Meinung

Ein Schmock kommt selten allein

Im »Dschungelcamp« scheint Gil Ofarim in bester Gesellschaft. Doch was hat er aus seiner Lüge in der »Davidstern-Affäre« gelernt?

von Ayala Goldmann  27.01.2026

Meinung

»Zeit Geschichte« stellt sich in eine unsägliche Tradition

Das Titelbild der neuen Ausgabe des Hefts reduziert den Nahostkonflikt auf ein simples Gut-gegen-Böse-Schema. Immer wieder nutzen renommierte Medien problematische Bildsprache, wenn es um Israel geht

von Nikolas Lelle  27.01.2026