Kino

»Ich kann nicht jedem gefallen«

Zach Braff Foto: dpa

Kino

»Ich kann nicht jedem gefallen«

Zach Braff über seinen Film »Wish I was here«, Sentimentalität und Facebook

von Hannah Persson  06.10.2014 11:58 Uhr

Herr Braff, in Ihrem Film »Wish I was here«, der am 9. Oktober in die deutschen Kinos kommt, gehen Sie mit der Religion hart ins Gericht. Haben Sie dafür einstecken müssen?
Nicht direkt. Es gibt sicher Leute, die finden, dass wir übertrieben haben. Aber die Fans mögen es, und darauf kommt es an.

Es gibt im Film den Satz »Du versteckst dich in einem Goldfischglas« als Kritik an Menschen, die nur noch über Facebook, Twitter und Instagram kommunizieren. Warum?
Weil die sozialen Medien die Leute zynischer gemacht haben, fieser auf vielerlei Art. Die Anonymität im Internet hat viel dazu beigetragen. Natürlich gibt es auch nette Menschen, aber ich denke, viele Leute sind wütend und unglücklich. Und sie gehen online, um dort anonym Dampf abzulassen.

»Wish I was here« haben Sie über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter finanziert. Sie sind dafür sehr kritisiert worden: Hollywoodstars nutzten die einzigen Finanzierungsmöglichkeiten der kleinen Leute aus, so lautete der Vorwurf. Worum ging es?
Ich glaube, einige Leute waren sauer, dass es funktioniert hat. Tatsächlich gab es aber einen positiven Effekt: Menschen, die nie zuvor auf Kickstarter waren, haben sich unseretwegen angemeldet und dann andere Projekte gefunden, die sie interessierten.

Kritiker werfen Ihren Filmen gern Schmalzigkeit vor. Was antworten Sie denen?
Ich bin sentimental, und ich mag es. Wenn das nicht jedermanns Geschmack ist, ist es auch okay.

Glauben Sie, Menschen haben Angst vor Sentimentalität?
Jeder weiß, wenn du einen Film über Gefühle machst, werden die Kritiken nicht so toll. Das ist eine Regel. Aber wir machen die Filme ja nicht für die Kritiker. Außerdem polarisiere ich lieber, als die Farbe Beige an einer Wand zu sein. Die Leute haben »Scrubs« gehasst, und dann wurde es ein Phänomen. Das Gleiche passierte bei »Garden State«. Ich kann nicht jedem gefallen.

Nach einem Sommer in Europa voll von Beleidigungen und Übergriffen gegen Juden gab es in Berlin-Mitte im September eine Großveranstaltung gegen Antisemitismus. Nun kommt Ihr Film daher und erzählt völlig entspannt und lustig vom Jüdischsein. Was, glauben Sie, macht das deutsche Publikum damit?
Die deutsche Kickstarter-Premiere ist wirklich gut gelaufen. Rund 700 Unterstützer waren da. Ich glaube, die sind interessiert und neugierig. Die Juden und die Deutschen haben eine wahnwitzige Geschichte miteinander, deshalb ist es interessant für mich, wie sie den Film aufnehmen. Vor allem aber wird es nicht schaden, weiterhin zu zeigen, wie gleich wir doch alle sind.

Mit dem Schauspieler sprach Hannah Persson.

Der Trailer zum Film:
www.youtube.com/watch?v=SIJI0MdIr8I

Meinung

Warum ich mich für meine Teilnahme am »Dschungelcamp« niemals schämen würde

Die »Lindenstraßen«-Darstellerin Rebecca Siemoneit-Barum war 2015 bei der berühmt-berüchtigten RTL-Sendung in Australien dabei. Hier erzählt sie, was die Zeit im Dschungel bis heute für sie bedeutet

von Rebecca Siemoneit-Barum  06.02.2026

Erfurt

Einzigartiges Klezmer-Projekt: Jubiläumskonzert zum Zehnjährigen als »Höhepunkt eines Prozesses«

Im Klezmerorchester Erfurt musizieren Laien und Profis gemeinsam. Nun feiert das Projekt sein zehnjähriges Bestehen - mit einem einzigen Konzert

von Matthias Thüsing  06.02.2026

Fernsehen

Doku über Geisel-Familie zeigt zerrissene israelische Gesellschaft

Ein 3sat-Dokumentarfilm zeigt das Martyrium einer amerikanisch-israelischen Familie, deren Angehörige am 7. Oktober 2023 von der Hamas entführt wurde

von Manfred Riepe  06.02.2026

Fernsehen

»Er verarscht hier alle«: Ofarim wird wieder Zielscheibe von Ariel

Endspurt im Dschungelcamp vor dem großen Finale am Sonntag. Gil Ofarim tritt nach seinem Unfall zur nächsten Prüfung an, das Kandidatenfeld lichtet sich weiter - und der Ton wird rauer

von Lukas Dubro  06.02.2026

Australien

»Action, Action, Action« im Dschungel

Regeln sind Regeln. Und Überraschungen sind Überraschungen: Jetzt unterhalten sich sogar Ariel und Gil

von Martin Krauß  06.02.2026

Berlin

Liebermann-Villa zeigt »Alles für die Kunst!«

Seinen Erfolg musste sich der Künstler Max Liebermann hart erkämpfen. Eine Ausstellung in der Liebermann-Villa am Berliner Wannsee zeigt, wie strategisch und konsequent er dabei vorging

 05.02.2026

Kulturkolumne

Make Judaism cool again!

Wie Tel Aviver Mode für Empowerment und Hoffnung sorgt

von Sophie Albers Ben Chamo  05.02.2026

Theater

Mit Kufiya und Kippa

Noam Brusilovskys Stück »Fake Jews« in Berlin knüpft an die Geschichte von Fabian Wolff an

von Stephen Tree  05.02.2026

Film

Ganz links in der Ecke

»Coexistance, my Ass« porträtiert die israelische Comedian Noam Shuster Eliassi und ein polarisiertes Land. Doch eine wichtige Info fehlt

von Ayala Goldmann  05.02.2026