Frankfurt am Main

Historikerin Steinbacher tritt erste Holocaust-Professur an

Wechselt von Wien nach Frankfurt: die Wissenschaftlerin Sybille Steinbacher Foto: dpa

Die Historikerin Sybille Steinbacher tritt am 2. Mai in Frankfurt am Main die bundesweit erste Holocaust-Professur an. Steinbachers Berufung durch die Goethe-Universität und das Frankfurter Fritz-Bauer-Institut sei ein Meilenstein auf dem Weg hin zu einem besseren Verständnis der nationalsozialistischen Verbrechen und deren Wirkungsgeschichte bis in die Gegenwart hinein, sagte der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU).

Die Präsidentin der Goethe-Universität, Birgitta Wolff, sagte, die Hochschule fühle sich nicht zuletzt durch ihre eigene wechselvolle Geschichte der intellektuellen Aufarbeitung des Holocausts besonders verpflichtet. Die neue Professur ist im Fachbereich Philosophie und Geschichtswissenschaften angesiedelt.

Fritz-Bauer-Institut Das Land Hessen unterstützt die Professur mit 150.000 Euro jährlich. Sie ist zugleich mit der Leitung des Fritz-Bauer-Instituts zur Geschichte und Wirkung des Holocausts verbunden, das die Landesregierung nach eigenen Angaben dieses Jahr mit rund 375.000 Euro fördert.

Die 1966 in München geborene Steinbacher lehrte bisher an der Universität Wien als Professorin für Zeitgeschichte und gilt als renommierte Expertin der Holocaust-Forschung. Sie studierte Geschichte und Politikwissenschaften in München. 1998 wurde sie an der Ruhr-Universität Bochum promoviert und arbeitete anschließend als wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte. Sie war unter anderem Stipendiatin am Deutschen Historischen Institut in Warschau, an der Harvard University sowie Fellow am United States Holocaust Memorial Museum.

2010 hatte Steinbacher bereits eine Gastprofessur an der Goethe-Universität in Verbindung mit dem Fritz-Bauer-Institut inne. Seit 2010 ist sie Professorin für Zeitgeschichte/Vergleichende Diktatur-, Gewalt- und Genozidforschung an der Universität Wien. epd

Sehen!

»Doitscha – Alles geht vorüber«

Die Tragikomödie »Doitscha – Alles geht vorüber« in der ARD beruht auf einem Buch von Adriana Altaras

von Pascal Beck  04.11.2026

Fernsehen

»Doitscha« erzählt vom Leben deutscher Juden nach dem 7. Oktober

Im Mittelpunkt der pointierten Tragikomödie steht eine Familie, in der unterschiedliche Identitäten, Ängste und Lebensentwürfe aufeinanderprallen

 04.11.2026

TV-Tipp

Viele Jahre bis zum großen »Hallelujah«: Arte zeigt Porträt von Leonard Cohen zum zehnten Todestag

Es ist wohl das bekannteste Lied des kanadischen Sängers Leonard Cohen. Und so steht »Hallelujah« auch im Zentrum eines so unterhaltsamen wie inspirierenden Porträts über diesen modernen Minnesänger

von Jan Lehr  04.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  04.11.2026

Programm

Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 4. November bis zum 12. November

 04.11.2026

Sachbuch

Der Kampf jüdischer Gemeinden für den Synagogen-Aufbau nach dem Krieg

Durch die Nationalsozialisten zerstört, wollten jüdische Gemeinden viele Synagogen in Deutschland nach dem Krieg wieder aufbauen. Doch sie hatten mit Widerständen zu kämpfen - und mit Parkplätzen und Einkaufszentren

von Thomas Klatt  04.11.2026

New York

Nach Paul Simon wird auch Art Garfunkel 85

Mit Songs wie »The Sound of Silence« wurden Simon & Garfunkel weltberühmt – aber auch die Streits der beiden Schulfreunde aus New York sind legendär. Jetzt steht der nächste große Geburtstag an

von Christina Horsten  04.11.2026

Frankfurt am Main

Rote und blaue Fäden

Mit der Installation »A Sky Full of Hope« will die Künstlerin Janet Echelman globale Vernetzung sichtbar machen – und eckt in der Stadt damit an

von Eugen El  03.11.2026

Frankfurt

Jüdische Akademie soll »Haus der Zukunft« sein

In der ersten Diskussionsrunde der neuen Jüdischen Akademie in Frankfurt stieß ein Wunsch angesichts von Antisemitismus und innerjüdischer Differenzen auf große Zustimmung: Die Akademie soll ein »Haus der Zukunft« sein

 03.11.2026