Berlin

Hetty Berg als Direktorin des Jüdischen Museums bestätigt

Hetty Berg, Direktorin des Jüdischen Museums Berlin Foto: picture alliance/dpa

Hetty Berg ist als Direktorin des Jüdischen Museums Berlin vorzeitig in ihrem Amt bestätigt worden. Der Stiftungsrat des Museums berief die 63-Jährige nach Angaben vom Montag einstimmig für eine zweite Amtszeit bis Ende März 2029.

Die niederländische Kuratorin und Museumsmanagerin Berg steht seit April 2020 an der Spitze des vom Bund getragenen Jüdischen Museums.

Berg sei es gelungen, das Jüdische Museum Berlin als Leuchtturm für jüdisches Leben in Deutschland auszubauen und erfolgreich weiterzuentwickeln, sagte Kulturstaatsministerin Claudia Roth als Vorsitzende des Stiftungsrats. Berg habe der Vielfalt und Lebendigkeit jüdischen Lebens beeindruckend Rechnung getragen.

Besondere Bedeutung

»Hass und Gewalt gegen Jüdinnen und Juden sowie jüdische Einrichtungen haben in den letzten Monaten in erschreckendem Maße zugenommen«, so die Grünen-Politikerin. Deswegen komme der Auseinandersetzung mit Formen und Folgen von Antisemitismus eine ganz besondere Bedeutung zu.

Die in Den Haag geborene Berg studierte Theaterwissenschaften in Amsterdam und Management in Utrecht. Von 1989 an war sie Kuratorin und Kulturhistorikerin am Jüdischen Historischen Museum in Amsterdam. Seit 2002 arbeitete Berg, selbst Mitglied der Jüdischen Gemeinde, als Museumsmanagerin und Chefkuratorin des Jüdischen Kulturviertels in Amsterdam.

Als antisemitisch eingestuft

Dazu gehören neben dem Jüdischen Historischen Museum auch das Kindermuseum, die Portugiesische Synagoge, das Nationale Holocaust-Museum und die Gedenkstätte Hollandsche Schouwburg.

Bergs Vorgänger Peter Schäfer war nach einem umstrittenen Tweet des Museums von seinem Amt zurückgetreten. Darin ging es um Kritik von jüdischen und israelischen Wissenschaftlern an einem Beschluss des Bundestags, in dem die BDS-Bewegung als antisemitisch eingestuft worden war. dpa

Kulturkolumne

Über Langzeitbeziehungen und Affären

Warum ich Esther Perel verehre

von Laura Cazés  09.06.2026

Zeitgeschichte

Georges-Arthur Goldschmidt sieht Guillotine am Beginn der Schoa

Der französisch-deutsche Schriftsteller sagte in einem Interview »Diese Normalisierung der Todesstrafe hat Europa zerstört.«

 09.06.2026

Kino

Spielbergs »Disclosure Day« feiert Kinostart

Als Inspiration für dieses Projekt nennt der jüdische Regisseur einen »New York Times«-Artikel über geheime UFO-Programme des Pentagon

 09.06.2026

Berliner Revue

»Berlin, Du coole Sau!«: Sharon Brauner auf Tour

Es handelt sich um eine der aufwändigsten Bühnenproduktionen ihrer Karriere. Im Herbst beginnt die Deutschlandtournee

 08.06.2026

Kommentar

Der Hass trägt heute Palästinaflaggen

Wie der kulturelle Boykott Israels die Ausgrenzung von Juden normalisiert

von Sarah Maria Sander  07.06.2026

Berlin

Ein Engelskuss

Der Künstler Charles Abecassis präsentiert seine Arbeiten in einer Verkaufsausstellung, deren Reinerlös an das Projekt »The Way Shalom« geht

 07.06.2026

»documenta«

Kulturrat: Antisemitismus letztlich nicht zu verhindern

Olaf Zimmermann will mit einem »Code of Conduct« Antisemitismus, Rassismus »und jedweder anderen Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aktiventgegentreten«

von Susanne Rochholz  07.06.2026 Aktualisiert

Berlin

»Tänzerinnen Brunnen« gehört nun zu US-Privatsammlung

Das Kunstwerk wurde als Highlight der Sommerauktion bei Auktionshaus Grisebach versteigert – für vier Millionen Euro

 07.06.2026

Zeitgeschichte

Wie ein grausames Märchen

In ihrem aktuellen Buch schreibt die Historikerin Irina Scherbakowa über die verlorene Freiheit in Russland. Nun ist »Der Schlüssel würde noch passen« für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert

von Ralf Balke  07.06.2026